Die Palette der Veranstaltungsreihe – Schirmherrin ist Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Bundeskanzleramt – reicht vom Schauspiel in deutscher und türkischer Sprache, über Kabarett, eine Lesung, Kinder- und Jugendtheater bis zum Konzert. An den Start geht die Festwoche mit dem deutsch-türkisch gespielten Puppentheaterstück "Der kleine Tiger braucht ein Fahrrad", nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Janosch für Kinder ab vier Jahren. Diese Inszenierung am Mittwoch, 6. Mai, 9.30 Uhr, und 11 Uhr, erzählt, wie der kleine Tiger nach allerlei Erlebnissen doch noch mit einem gefundenen Fahrrad zum Geburtstag seiner Freundin Maya Papaya kommt.
Es folgt eine Lesung von Lale Akgün am Mittwoch, 6. Mai, 19.30 Uhr, aus "Tante Semra im Leberkäseland". Autorin und Bundestagsabgeordnete Akgün, seit 1981 deutsche Staatsbürgerin, stellt auf Deutsch herrlich komische Geschichten von Türken und Deutschen vor.
Von Liebe und Gewalt handelt "Jihad, mon amour" am Donnerstag, 7. Mai, 19.30 Uhr. In diesem fünfzig Minuten dauernden Stück erleben zwei Menschen gemeinsam in einem Bus die letzte Stunde vor einem drohenden Terroranschlag. Dieses Stück thematisiert neben dem gewaltbereiten Islam auch den lebensbejahenden, sinnlichen und toleranten Islam. Das Stück wird in Deutsch, in geringen Teilen auch in Türkisch, Kurdisch und Persisch gespielt. Es ist ohne Fremdsprachenkenntnisse problemlos verständlich.
Voller Begeisterung und mit einem ausgeprägten Sinn für Humor widmet sich der Abend "Amüsement" – dargeboten in türkischer Sprache – dem Thema der Integration am Freitag, 8. Mai, 19.30 Uhr. Die musikalische Umrahmung dieses Abends übernimmt Hakan Çevik, der das Stück auf der Geige und Gitarre begleitet, aber eben auch auf traditionellen türkischen Klangwerkzeugen wie Ney und Saz.
Dramatische Szenen aus den Werken des Dichters Nazim Hikmet inszeniert und interpretiert Genco Erkal am Samstag, 9. Mai, 19.30 Uhr, in türkischer Sprache. Der aus Film und Fernsehen, aber auch als Theaterschauspieler bekannte 70-jährige Schauspieler lässt in seinem Ein-Personen-Stück "Mein Volk" die im Gefängnis von Bursa verbrachten Jahre Nazim Hikmets lebendig werden.
Spanisches, Italienisches, Türkisches, Nahöstliches und Nordafrikanisches fließt beim Konzert des deutsch-türkischen Ensembles "FisFüz" am Sonntag, 10. Mai, 19.30 Uhr, zusammen. Mit Glen Velez, in Begleitung der Vokalistin Lori Cotler, gewann das Oriental Jazz Ensemble eines ihrer großen Vorbilder für ein gemeinsames Konzert.
Der traditionelle Tanz der Zeybeken dient als Allegorie für seine Herkunft aus einem westanatolischen Dorf, während der HipHop für seine Identität in der Berliner Urbanität steht. In seinem ersten Stück "ZEY’BrEaK" am Montag, 11. Mai, 19.30 Uhr, verbindet Amigo beide Tanzformen – mit ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden – zu einem neuen Stil, dem "Zeybreak".
Comedy für die einen und Komödie für die anderen – so präsentiert sich das zeitgenössische Kabarett in deutscher Sprache "Komm zu Fatih" am Dienstag, 12. Mai, 19.30 Uhr. Der Kabarettist hat seine Zeit und seine Umgebung im Blick, er ist kühner Beobachter und schelmischer Chronist in einem, ein Mann, der die Worte so lange im Munde umdreht, bis sie passen. Fatih Çevikkollu erzählt Geschichten aus der Sicht des jungen Vaters in seiner neuen Rolle als "Ernährer" der Familie. Ein junger, kreativer und unabhängig denkender Mann mit Migrationshintergrund, der es satt hat, aufgrund seiner Herkunft jeden Tag den Islam anhand der aktuellen Nachrichtenlage erklären zu müssen und dabei permanent dem falschen, aber weit verbreiteten Motto "Gestern noch Kümmeltürke, heute schon Top-Terrorist" zu begegnen.