Patrick und Sabine Haas bauen derzeit im Neubaugebiet Neubruch in Rheingönheim ein Haus mit Erdwärmeanlage. Darüber, warum sie Geothermie nutzen, wie sie sich vorab informiert haben und worin sie die Vorteile von Erdwärme sehen, hat die neue Lu mit dem Paar gesprochen.
neue Lu: Frau Haas, Herr Haas, Sie sind gerade beim Bau Ihres Hauses. Welche Überlegungen haben Sie zur Geothermie gebracht?
Eheleute Haas: Wir haben uns zunächst die Möglichkeiten und die Vor- und Nachteile angeschaut, die die einzelnen Heizsysteme bieten. Ausschlaggebend für die Wahl der Geothermieanlage waren letztendlich die laufenden Kosten und die steigenden Brennstoffpreise.
neue Lu: Für welche Art der geothermischen Nutzung haben Sie sich entschieden?
Eheleute Haas: Nach vielen Rücksprachen mit Installateuren und verschiedenen anderen Informationen haben wir uns für die Erdsonde entschieden, die bis in rund 80 Meter Tiefe reicht. Der Bohrdurchmesser beträgt dabei jeweils nur zirka 15 Zentimeter.
neue Lu: Wie teuer war die komplette Installation?
Eheleute Haas: Rund 20.000 Euro. Das klingt auf den ersten Blick zwar viel, aber auf Dauer ist das eine Investition, die sich auszahlt.
neue Lu: Welche weiteren Maßnahmen zur Wärmedämmung haben Sie eingeplant?
Eheleute Haas: Wir haben eine Dämmung, die dem heutigen Stand der Technik entspricht, das heißt, also schon sehr gut ist. Das betrifft natürlich auch die Fenster.
neue Lu: Welche Schritte haben Sie und Ihre Frau im Vorfeld unternommen?
Eheleute Haas: Zunächst haben wir uns genau mit den verschiedenen Möglichkeiten der geothermischen Nutzung vertraut gemacht, uns bei verschiedenen Firmen Angebote eingeholt und denjenigen mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis und der meisten Erfahrung auf diesem Gebiet beauftragt. Dabei war uns die gute Beratung und fachliche Begleitung von der Antragstellung bis zur Ausführung sehr wichtig.
neue Lu: Welchen Rat können Sie anderen Bauherren geben?
Eheleute Haas: Wir gehen davon aus, dass die laufenden Kosten durch die Geothermieanlage geringer sind als bei konventionellen Systemen. Allein dies ist schon Grund genug diese Investition zu tätigen, zumal dies ja auch zurzeit gefördert wird. Manche Bauherren haben andere Prioritäten beim Bauen und stecken das Geld lieber in andere Dinge, andere machen sich erst gar keine Gedanken über eine alternative und fortschrittliche Heizung und Warmwasserbereitung oder sind überhaupt nicht informiert und auf dem technisch Laufenden. Wir raten deshalb allen Bauherren, sich rechtzeitig gerade über das Kernthema beim Hausbau, nämlich die Heizung und die Warmwasserbereitung, zu informieren. Eine gute Möglichkeit ist zum Beispiel die jährlich stattfindende Umweltmesse in der Eberthalle. Dort sind alle Anbieter vor Ort.
neue Lu: Nutzen Ihre Nachbarn eigentlich auch Geothermie oder andere alternativen Heizungsmethoden?
Eheleute Haas: Ja, es gibt zwei Nachbarn, die sich auch für eine Luftwärmeanlage entschieden haben. Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten neben den konventionellen Methoden. Grundsätzlich sollten sich mehr Leute darüber Gedanken machen, Geothermie oder andere alternative Heizungs- und Warmwasserbereitungssysteme zu nutzen, deshalb sind wir froh, dass die neue Lu darüber berichtet.