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neueLu November/Dezember 2006

Ernst-Bloch-Preis 2006

Auszeichnung für Historiker Dan Diner/Förderpreis erhält Carolin Emcke

Zum achten Mal verleiht die Stadt Ludwigshafen 2006 den Ernst-Bloch-Preis im Andenken an den großen Philosophen. Am 25. November, 17 Uhr, übergibt Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse in einem Festakt die Auszeichnung im Ernst-Bloch-Zentrum an Prof. Dr. Dan Diner, den Förderpreis an Dr. Carolin Emcke.

Die Laudatio spricht Jürg Altwegg von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Nach dem einstimmigen Votum der Juroren Dr. Beat Dietschy, Thea Dorn und Dr. Thomas Steinfeld (Süddeutsche Zeitung) erfolgte die Auswahl der Preisträger 2006. Ihre Begründung für den Hauptpreis lautete: "In einer Zeit, in der Ressentiments auch zwischen den Völkern und Kulturen wachsen, in der das Vorurteil zur Waffe wird und Hoffnung allenfalls das Verschwinden der Feinde bedeutet, erhebt der Historiker Dan Diner eine Stimme des Verstehens und der Vernunft. Er wägt die Argumente, prüft die Vorurteile und lässt im Wissen voneinander die Möglichkeit einer besseren Welt aufscheinen."

Prof. Dr. Dan Diner, geboren 1946, ist Professor für Neuere Geschichte an der Hebrew University, Jerusalem, und Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Er ist Autor zahlreicher Werke zur politischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, zur Geschichte des Nahen Ostens und zur jüdischen Geschichte.Er publizierte unter anderem "Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt. München: Propyläen, 2005", "Synchrone Welten. Zeitenräume jüdischer Geschichte. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2005", "Gedächtniszeiten. Über jüdische und andere Geschichten. München: Beck, 2003", "Feindbild Amerika. Über die Beständigkeit eines Ressentiments. München: Propyläen Verlag, 2002" und "Das Jahrhundert verstehen. Eine universalhistorische Deutung. Frankfurt a. M.: S. Fischer, 2000".

Die Begründung der Jury für den Förderpreis lautete: "Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges. Dieser Gefahr ist sich die Philosophin und Journalistin Carolin Emcke stets bewusst. Anstatt Feind-Freund-Schemata zu bedienen, reflektiert sie in ihren zahlreichen Reportagen und Berichten aus den Kriegs- und Krisengebieten ihr eigenes Tun. Und zeigt, dass der Blick, der Distanz zu halten weiß, der eigentlich engagierte ist."

Dr. Carolin Emcke, geboren 1967, studierte Philosophie, Politik und Geschichte. Seit 1998 ist sie Redakteurin beim "Spiegel", und dort vor allem Berichterstatterin aus Kriegs- und Konfliktgebieten wie Kosovo oder Irak.Veröffentlicht hat sie "Von den Kriegen. Briefe an Freunde. Frankfurt a. M.: S. Fischer, 2004".Der Ernst-Bloch-Preis wurde zum 100. Geburtstag Ernst Blochs im Jahre 1985 gestiftet. Er wird im dreijährigen Turnus vergeben. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, der Förderpreis mit 2.500 Euro.

Weitere Informationen unter Telefon 0621/504-2041/-3041 und www.bloch.de.

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