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neueLu November/Dezember 2006

Vielfalt in Tanz und Musik

Béjart Ballet zu Gast - Hiphop-Theater und Mummenschanz für junges Publikum

Mit 17 internationalen Tanz- und Schauspielproduktionen sind die II. Festspiele Ludwigshafen unter der künstlerischen Leitung von Pfalzbau-Intendant Hansgünther Heyme in die zweite Saison gegangen. Zu den Höhepunkten der kommenden Wochen zählen die Aufführung von William Shakespeares "Sommernachtstraum" in portugiesischer Sprache oder die Hiphop-Theaterproduktion "Cage". Wieder zu Gast in Ludwigshafen ist das Béjart Ballet Lausanne: In der Choreografie von Maurice Béjart zeigen die Tänzer "Zarathustra. Das Lied vom Tanz". Abschluss ist am 16. Dezember mit dem originellen Ukulele-Orchestra.

Das "Ukulele Orchestra of Great Britain" besteht ausschließlich aus Ukulelen - hawaiischen Gitarren, die alle Aufgaben des Orchesters übernehmen. Es stehen Stücke auf dem Programm, deren Bandbreite von Jazz über Punk bis hin zu Heavymetal reicht - alles in akustischen Versionen und ohne jedes Schlagzeug. Seit 1985 spielen die Meister der Ukulelen, stets in Smokings gekleidet, alles von Klassik bis Rock'n Roll.

Einen ebenfalls avantgardistischen Ansatz verfolgt der Brasilianer Marcio Meirelles. Am 12. und 13. November, um jeweils 19.30 Uhr, ist seine Inszenierung von William Shakespeares "Sommernachtstraum" in portugiesischer Sprache zu sehen. Mit "Sonho de uma noite de verão" möchte Meirelles den unverfälschten Humor und die natürliche Erotik des Stücks einfangen und wiedergeben. Aus diesem Grund stellt er beispielsweise die Elfen im Schauspiel nicht als entrückte Fantasiewesen dar. Vielmehr werden sie durch die Ureinwohner Brasiliens, Neuseelands und Afrikas verkörpert. Auch die Rolle des Puk, der als Straßenkind dargestellt wird, verbindet Meirelles mit seiner Heimat. Das Theaterstück wird mit deutschen Übertiteln aufgeführt.

Ein Highlight der modernen Tanzkunst bietet die "Hubbard Street Dance Company". Unter der Federführung von Jim Vincent tritt die amerikanische Tanzgruppe am 18. und 19. November um jeweils 19.30 Uhr auf. Ihr aktuelles Bühnenprogramm umfasst 18 unterschiedliche Choreographien. Lou Conte gründete vor 28 Jahren in Chicago das Tanzensemble. Die 22 Tänzer starke Gruppe verfügt über ein einfallsreiches Repertoire, basierend auf der Tanzkunst verschiedener bekannter amerikanischer und internationaler Choreographen.

Zu den Höhepunkten der II. Festspiele Ludwigshafen zählt der Auftritt des "Béjart Ballet Lausanne" mit insgesamt 50 Tänzerinnen und Tänzern. "Zarathustra. Das Lied vom Tanz" ist am 22., 23. und 24. November um 19.30 Uhr zu sehen. Béjarts Programm beruht auf den philosophischen Texten von Friedrich Nietzsche. Béjart beschäftigte sich lange mit Nietzsche. Besonders interessant ist für ihn dessen Einstellung zum Tanz. In diesem lösen sich - so der Philosoph - die Grenzen zwischen Gut und Böse auf und sämtliche Rationalität verliert sich im Affekt. Die Aufführung stellt auch eine Hommage an die Musik Ludwig van Beethovens und Richard Wagners dar. Auch Vivaldi, Offenbach und iranische Musik untermalen die Bewegungen der wunderbaren Tänzer des Ensembles.

Hansgünther Heyme will mit seinem ausgewählten Programm alle Bürgerinnen und Bürger in und um Ludwigshafen zum Theaterbesuch anregen, und so richten sich viele Programmpunkte bewusst an Familien und sprechen gezielt Kinder und Jugendliche an, um ihr Interesse für das Theater mit all seinen ästhetischen Möglichkeiten zu wecken. Ein ungewöhnliches Gastspiel der diesjährigen Festspiele stellt dabei das der Schweizer Gruppe Mummenschanz dar: Das weltweit gefeierte poetische Figurentheater mit Ganzkörpermasken zeigt in einer deutschsprachigen Erstaufführung ein Potpourri seiner besten Stücke aus den letzten 33 Jahren. "Mit unserem Programm wollen wir für die Kultur und für die Stadt Ludwigshafen werben und vor allem Menschen jeden Alters und jeder Nationalität zum Dialog auffordern. Gerade in einem interkulturellen Kontext kommt dem Theater eine hohe Bedeutung zu. Ludwigshafen leistet damit auch einen aktiven Beitrag zu einer aktuellen Diskussion", so Kulturdezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg.    höc

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