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"Ich hab jetzt eine neue große Schwester, der kann ich alles erzählen", freut sich die elfjährige Anja aus Ludwigshafen. Seit Juni trifft sie sich einmal in der Woche mit der 32-jährigen Annette Namendorf, ihrer Mentorin.

Dann verbringen beide rund zwei Stunden miteinander, kochen gemeinsam, gehen ins Kino, basteln oder machen zusammen die Hausaufgaben. Auch ein Besuch im Heidelberger Zoo stand schon auf dem Programm. "Da haben mir die Löwen, die Seehunde und die Gorillas am besten gefallen", berichtet Anja im Gespräch mit der neuen Lu. Sie findet es toll, dass sich nun neben ihren Eltern noch eine Erwachsene um sie kümmert. "Ich erzähle meiner Lehrerin und meinen Freundinnen, was wir zusammen unternehmen. Mit meinem Bruder und meiner Schwester spiele ich auch gerne, aber ich freue mich immer, wenn Annette mich abholen kommt", erzählt sie. Annette Namendorf ist Juristin und war schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Als sie von der Möglichkeit hörte, sich als Mentorin für ein Kind zu engagieren, griff sie zu: "In meinem engsten Familienkreis gibt es nur ein Kind, das ich nicht oft sehe. Ich hatte vorher auch noch nie Zeit alleine mit einem Kind verbracht. Das ist jetzt eine ganz neue Erfahrung, die mir sehr viel Spaß und Freude macht", so Annette Namendorf. Zusammengebracht wurden Anja und Annette Namendorf von "Big Brothers Big Sisters Deutschland". Die international tätige Organisation ist seit Ende 2006 auch in der Metropolregion Rhein-Neckar aktiv. Sie vermittelt die ehrenamtlichen Mentoren an Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren. Die Mentoren sind keine Betreuer im üblichen Sinn, die einspringen, wenn Eltern keine Zeit haben. Sie verbringen regelmäßig in einem vorher festgelegten Rahmen Zeit mit den Kindern, hören ihnen zu, machen sie mit neuen Eindrücken bekannt, fördern das Selbstvertrauen. Mentoren sind quasi Paten auf Zeit. "Wir suchen die Mentoren sehr sorgfältig aus. Wer sich bewirbt, muss ein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen und drei Personen benennen, die eine Empfehlung aussprechen würden. Mit denen nehmen wir dann Kontakt auf und erkundigen uns über die Bewerberin oder den Bewerber. Außerdem nehmen die Mentorinnen und Mentoren an einer ganztägigen Schulung teil, um etwas über Kommunikation mit Kindern zu erfahren, sich auf Situationen einzustellen. Außerdem gibt es Tipps für gemeinsame Aktivitäten", erzählt Sabine Scheltwort von "Big Brothers Big Sisters". Mentoren sollten mindestens 20 Jahre alt sein, nach oben gibt es keine Altersgrenze. Sie sollten sich zunächst ein Jahr lang mindestens zwei Mal im Monat mit den Kindern treffen. Nach diesem Jahr entscheiden alle Beteiligten dann, ob die "Patenschaft auf Zeit" weitergehen soll. Die teilnehmenden Kinder werden von ihren Eltern angemeldet. Die Beweggründe dafür sind genauso unterschiedlich wie die Herkunft und Nationalität der Familien. So suchte beispielsweise ein erkranktes Elternpaar einen Mentor für seinen Sohn, der mit dem Jungen zum Fußball geht. In Gesprächen mit Eltern und Kindern erfahren die Mitarbeiterinnen von "Big Brothers Big Sisters", welche Wünsche und Bedürfnisse das Kind hat. Vermittelt werden immer Frauen und Mädchen sowie Männer und Jungen. "Wir stellen die mögliche Mentorin oder den möglichen Mentor zunächst erst einmal ohne Namensnennung vor. Genauso anonym wird auch das Kind der Mentorin oder dem Mentor vorgestellt. Wenn alle einverstanden sind, kommt es zu einem Kennenlerntreffen, bei dem auch die Eltern dabei sind", so Sabine Scheltwort. Die so genannten Tandems werden in einem bestimmten Rhythmus angerufen, es gibt feste Ansprechpartner für Eltern und Mentoren. "Wir wollen allen Beteiligten das höchstmögliche Maß an Sicherheit bieten. Schließlich vertrauen die Eltern uns ihre Kinder an“, erklärt Sabine Scheltwort, warum ein so hoher Aufwand betrieben wird. Deswegen könne es durchaus sein, dass es eine gewisse Zeit dauere, bis die Vermittlung klappe. „Wir wollen sicher sein, dass wir die richtigen Partner zusammenbringen", so Scheltwort. Bei Anja und ihrer Mentorin hat das gut geklappt. Die lebendige Elfjährige hat unlängst einer Kollegin von Sabine Scheltwort mit Nachdruck erklärt: "Ich will Annette als Mentorin behalten."
Unterstützt wird "Big Brothers Big Sisters" unter anderem von der Benckiser Stiftung für Jugendförderung. Bewerbungen von Erwachsenen und Kindern können an "Big Brothers Big Sisters", Ludwig-Bertram-Straße 8+10, 67059 Ludwigshafen, Telefon 5903-200 oder E-Mail mitmachen@ bbbsd.org gerichtet werden. Derzeit warten einige Jungen auf den richtigen Mentor. Deswegen freuen sich die Mitarbeiterinnen von "Big Brothers Big Sisters" auf weitere Bewerbungen von Männern. 60 Kinder und 60 Erwachsene haben sich in der Region bisher angemeldet, über zwanzig Tandems treffen sich regelmäßig. "Big Brothers Big Sisters" ist nach eigenen Angaben in 15 Ländern tätig. In Nordamerika besteht die Organisation seit über 100 Jahren. Informationen im Internet gibt es unter www.bbbsd.org. mü
- Abenteuerspielplatz
Speyerer Straße 34 Telefon 504-2852: 7. November, Planungstag, ASP geschlossen; 9. November, ab 15 Uhr, St. Martins-Feier; 21. November, 16 bis 19 Uhr, vorweihnachtlicher Markt mit Nikolaus; 3. Dezember, Adventsfeier; 14. Dezember, ASP geschlossen; 19. Dezember, letzter Öffnungstag vor der Winterpause - Jugendfreizeitstätte Edigheim
Bgm.-Fries-Straße 3 Telefon 504-2857: 21. bis 24. November, jeweils 15 Uhr, Musikwoche, Workshops und offene Bühne; 5. Dezember, 15 Uhr, Nikolauskindertag für Kinder von 6 bis 12 Jahren; 21. Dezember, 18 Uhr, Weihnachtsspieleabend; 22. Dezember, 15 Uhr, Weihnachtsfeier im Kindertreff - Jugendfreizeitstätte Pfingstweide
Budapester Straße 41 Telefon 504-2856: 9./10. November, ab 17 Uhr, Übernachtung für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren, Anmeldung erforderlich; 14. November, 15 Uhr, Tischtennisturnier für 12- bis 18-Jährige; 20. bis 23. November, Projektwoche für Mädchen; 21. Dezember, 15 Uhr, Jahresabschlussfeier - Jugendfarm Pfingstweide
Athener Straße 3 Telefon 504-2855: 27. bis 30. November, Adventsbasar der Mütter-Bastelgruppe; 21. Dezember, 16 Uhr, Weihnachten im Stall - Mädchentreff
Rohrlachstraße 67 Telefon 504-2849: 9. November, 14.30 bis 21 Uhr, Mädchentanztag in der Jugendfreizeitstätte Ruchheim, Unkostenbeitrag 2 Euro, Anmeldung im Mädchentreff; 5. Dezember, Adventsfeier; 12. Dezember, Jahresabschlussfeier - Jugendräume Rheingönheim
Schmiedegasse 2 Telefon 504-2861: 8. und 9. Dezember, 15 Uhr, Weihnachtsmarkt des Kinder- und Jugendforums - Kinder- und Jugendbüro:
15. Dezember, 13 bis 21 Uhr, 2. Spieletag, aktuelle Tisch- und Brettspiele für Leute von 6 bis 66, "dasHaus", Bahnhofstraße 30, freier Eintritt - Straßensozialarbeit Mitte:
Donnerstags, 16.30 bis 18 Uhr, HipHop, montags 17 bis 19 Uhr, Theaterangebot
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