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Eine der wichtigsten künstlerischen und literarischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts präsentieren die Stadt Ludwigshafen und die BASF SE in einer hochkarätigen Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum und im Kunstverein Ludwigshafen vom 14. November 2009 bis 14. Februar 2010. Ein Highlight der Ausstellung "Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris - Prag" ist Salvador Dalís 14 Meter langer, eindrucksvoller Bühnenvorhang, der zum ersten Mal in Deutschland gezeigt wird. In die Welt der Fantasie und Träume entführt außerdem ein für Kinder und Erwachsene überaus attraktiv gestaltetes Begleitprogramm.
 - Bacchanal (Bühnenvorhang) I 1939 Öl/Leinwand I 890 x 1480 cm, Privatsammlung, Cofinluxe Parfums Salvador Dali © Salvador dali, Fundatió Gala - Salvador Dali/VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Über 300 bedeutende Gemälde, Objekte und Skulpturen surrealistischer Künstlerinnen und Künstler aus internationalen Museen sowie Werke von Fotografen und Filmemachern lenken in drei Kulturinstitutionen den Blick und die Gefühlswelt auf eine der folgenreichsten und vielgestaltigsten Kunstbewegungen. Dabei nehmen die Ausstellungsmacher zum ersten Mal den tschechischen Surrealismus in den Fokus und erweitern das zeitliche Fenster bis ins Jahr 1969. In der Gegenüberstellung von Paris und Prag, das neben der Hauptstadt Frankreichs das bedeutendste Zentrum des Surrealismus war, zeichnet die Ausstellung ein lebendiges Bild des Austausches zwischen West und Ost quer durch verschiedene Genres. Schirmherr der außergewöhnlichen Schau mit Leihgaben renommierter Museen und privater Sammlungen aus London, Prag, Madrid, Paris und Karlsbad ist der tschechische Schriftsteller Pavel Kohout.
 - Emil Medková, Ruka s hodinkami/ Handgelenk mit Uhr, 1949, Silbergelatine 29,5 x 35 cm, Museum für Angewandte Kunst, Prag © Eva Kosáková, 2009
Im Wilhelm-Hack-Museum sind bedeutende Werke der bildenden Kunst von circa 40 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Neben Hauptwerken surrealistischer Künstler wie Salvador Dalí, René Magritte, Max Ernst, André Masson und Meret Oppenheim stellt das Museum auch zahlreiche Werke von Giorgio de Chirico und Hans Bellmer bis hin zu Leonor Fini und dem rumänischen Maler Victor Brauner aus. Interessante Neuentdeckungen versprechen besonders die Werke von Jindrich Heisler, František Hudeck, Mikuláš Medek, Jindrich Štyrský, Karel Teige und Toyen. Ein Blickfang ist neben Dalís Bühnenvorhang "Bacchanal" auch ein Kostüm, das eigens für die Ausstellung rekonstruiert wurde. Dalí hatte das Bühnenbild für ein Gastspiel des "Ballet Russe de Monte Carlo" an der Metropolitan Opera in New York konzipiert, Coco Chanel entwarf die Kostüme für die Aufführung. Eine weitere Attraktion ist die Darstellung der engen Verbindung zwischen Kunst und Mode. Kreationen der erfolgreichen Mannheimer Modedesignerin Dorothee Schumacher bezeugen dies. In eigens dafür konzipierten Vitrinen werden "Modeträume" im Foyer des Wilhelm-Hack-Museums präsentiert.
 - René Magritte, Die Übungen der Akrobatin, 1928 Pinakothek der Moderne, München © VG Bild-Kunst Bonn 2009, Foto: Blauel/Gnamm/ARTHOTHEK
Zu den Glanzlichtern zählt auch die originalgetreue Teilrekonstruktion des Hauptraums der legendären Surrealismus-Ausstellung von 1938 in der Pariser Galerie Wildenstein. Die maßgeblich von Marcel Duchamp konzipierte Ausstellung zeigte nicht nur die Werke berühmter Surrealisten, sondern stellte gleichsam die Erwartungen des Betrachters auf den Kopf. Der Kunstverein Ludwigshafen konzentriert sich auf die surrealistische Fotografie. Etwa 180 Fotoarbeiten von Künstlern aus Paris und Prag werden dort erstmalig in diesem großen Umfang gegenübergestellt. Neben Klassikern von Man Ray, Hans Bellmer und Brassaï präsentiert der Kunstverein auch Fotografien von Eugène Atget, Claude Cahun und Dora Maar sowie vom Surrealismus beeinflusste Werke von Erwin Blumenfeld, Herbert Bayer und Herbert List. Darüber hinaus können die fotografischen Werke bildender Künstler, unter anderem von René Magritte in Augenschein genommen werden. Die eigenständige Formensprache der tschechischen Surrealisten dokumentieren Werke von Emila Medková, Jindrich Štyrský, Jaromír Funke und Karel Teige. In der Sammlung Prinzhorn Heidelberg ist begleitend eine Ausstellung mit 120 Exponaten zum Thema "Surrealismus und Wahnsinn" zu sehen. Sie zeigt zahlreiche Bilder von Psychiatriepatienten, die als eine der wichtigsten künstlerischen Inspirationsquellen der Pariser Surrealisten gelten.
Ein vielschichtiges und lebendiges Bild des Surrealismus liefert außerdem das facettenreiche, umfassende Begleitprogramm für Kinder und Erwachsene. Die Palette reicht von Lesungen, Filmen, Konzerten, Vorträgen und Workshops über Kunsttalks bis hin zu Spezialführungen mit Psychologen. Die Veranstaltungen finden in allen drei Kulturinstitutionen und in der BASF statt. Einen besonderen Rang in dem Begleitprogramm nimmt zweifelsohne die Lesung von Pavel Kohout zum Auftakt der Ausstellung am Sonntag, 15. November, 18 Uhr, im BASF-Gesellschaftshaus ein. Im Wilhelm-Hack-Museum hält am Donnerstag, 7. Januar 2010, 19.30 Uhr, Dr. des. Christian Sauer, Universität Salzburg, den Vortrag "Bacchanal – Das große Theater um Salvador Dalí". Das Bacchanal, eines der wichtigsten Bühnenprojekte Dalís, knüpft an Richard Wagners Oper Tannhäuser an und eröffnet einen Blick auf die sagenhafte Welt des Märchenkönigs Ludwigs II.. Im Anschluss verkostet Reichsrat von Buhl, eines der renommiertesten Weingüter Deutschlands, eine Auswahl erlesener Weine. Der Eintritt zum Vortrag ist frei, der Beitrag für die Weinprobe beträgt 10 Euro. In einen getanzten Dialog mit den Werken der Surrealisten begeben sich die Tänzerinnen und Tänzer des Kevin O’Day-Balletts Mannhein am Freitag, 11. Dezember, 20 Uhr, im Wilhelm-Hack-Museum. Zu einem informativen Filmwochenende mit Klassikern des Surrealismus lädt außerdem der Kunstverein Ludwigshafen vom 20. bis 21. November ein. Spektakuläre Filme sind ferner im Cinema Quadrat in Mannheim zu sehen, etwa am 2. Dezember, 19.30 Uhr, "Der andalusische Hund" und andere surrealistische Filme der ersten Generation.
Das Begleitprogramm ist ab 11. November in allen wichtigen Institutionen erhältlich und im Internet unter www.Surrealismus-ludwigshafen.de, www.wilhelmhack.museum, www.ludwigshafen.de, www.kunstverein-ludwigshafen.de und www.prinzhorn.uni-hd.de abrufbar. tim
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