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neueLU September/Oktober 2007

Hier spielt das Leben

Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten sichert Bildungserfolg

Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren treffen sich in einer Ludwigshafener Kindertagesstätte zur Kinderkonferenz. Thema heute ist ein seit längerem andauernder Streit zwischen Lisa und Özkür. Beide behaupten, das jeweils schönere Zimmer zu haben, die schönere Wohnung. Die anderen Kinder sind davon schon ziemlich genervt. In der Kinderkonferenz überlegen alle gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt, den Streit beizulegen.

 

 

"Streiten ist eine von vielen Lebenssituationen, die wir alle kennen und in die wir immer wieder geraten. Um gute Formen des miteinander Streitens zu entwickeln, ist es wichtig, das bereits im Kindergarten zu lernen. Erzieherinnen und Erzieher müssen Schlüsselsituationen im Leben der Kinder erkennen, diese aufgreifen und mit Kindern und Eltern bearbeiten. Damit dies in Zukunft noch besser gelingt, hat die Stadt als Projektträger gemeinsam mit den freien Trägern und mit finanzieller Unterstützung der BASF Aktiengesellschaft im Rahmen der ´Offensive Bildung´ das Projekt ´Qualität von Anfang an´ gestartet. Ziel ist es, die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsqualität der Kindertagesstätten in Ludwigshafen kontinuierlich und systematisch weiterzuentwickeln und zu sichern", erläutert Rudolf Leidig, Leiter des Bereichs Schulen und Kindertagesstätten.
Grundlage des Projektes "Qualität von Anfang an" ist das pädagogische Konzept des so genannten Situationsansatzes. Dabei wird das Kind mit seiner Lebenssituation, mit all seinen Erlebnissen und Herausforderungen in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit gestellt. Berücksichtigt werden dabei auch die sehr unterschiedlichen Familienkulturen und vielfältigen Lerngeschichten. Die Kinder zu befähigen, in Situationen ihres gegenwärtigen und künftigen Lebens möglichst autonom, solidarisch und kompetent zu handeln, ist Aufgabe der Kindertagesstätten. Rund 530 Erziehungskräfte in 65 Kindertagesstätten der Stadt und der Freien Träger nehmen an dem Projekt teil.
"Wir haben ´Qualität von Anfang an´ kennen gelernt als ein Projekt, das belebt, neugierig macht, das einem zum Hinterfragen, zum ganz gezielten Beobachten anregt, das erzieherische Fragen auf hohem, professionellem Niveau stellt! Es motiviert, die persönliche pädagogische Haltung zu überprüfen", erzählt Eva Fleischer-Harjung, Leiterin des Kinderhauses am Ebertpark.
Im Projekt hinterfragen die Erziehungskräfte ihren pädagogischen Alltag anhand der Qualitätskriterien im Situationsansatz und nehmen eine Selbsteinschätzung vor. Fachlich strukturierte Diskussionen verhelfen den Teams zu erkennen, wo sie stehen oder wie sie sich weiter entwickeln können. Damit diese Prozesse gut gelingen, lernen Leitungskräfte in einem mehrtägigen Multiplikatorenkurs die Verfahren der internen Evaluation kennen.
Parallel dazu werden die Teams von externen Expertinnen und Experten beurteilt. Diese kommen, je nach Größe der Kindertagesstätte, zwei bis drei Tage in die Einrichtung. Sie beobachten, führen mit den Erzieherinnen eine Gruppendiskussion, befragen Leitung, Eltern und Träger. Über die externe Evaluation wird ein schriftlicher Bericht erstellt.
In einem Gespräch mit Erziehungskräften, Eltern, Fachberatung, Träger und externen Beurteilern werden dann die Perspektiven dargelegt, um zu einer fundierten und ausgereiften Einschätzung der Qualität der pädagogischen Arbeit zu gelangen. Am Ende des Gespräches steht immer eine Zielvereinbarung. Darin wird sehr detailliert beschrieben, welche konkreten Schritte zur weiteren Qualitätsentwicklung gegangen werden. Die Eltern erleben sich durch die Einbindung in die interne und externe Evaluation als kompetente Erziehungs- und Bildungspartner. "Die Erzieherinnen sind auf uns Eltern schon immer zugegangen und haben gefragt, was sie besser machen können. Jetzt ist es noch intensiver und wir Eltern fühlen uns sehr ernst genommen", erzählt Gabriele Schulz, deren Sohn Benjamin die KTS Albert Schweitzer besucht.
Die wissenschaftliche Lei­tung des Projekts hat Dr. Christa Preissing von der Internationalen Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH an der Freien Universität Berlin, Institut für den Situationsansatz, inne.
"Ein weiterer Eckstein im Projekt sind Fortbildungen, deren Inhalte eng am Situations­ansatz ausgelegt sind. Zudem haben wir es geschafft, ein Netzwerk der Kindertagesstätten aller drei Träger zu installieren und damit eine gute Basis der kollegialen Beratung gelegt. Um die Nachhaltigkeit der Prozesse auch über die Offensive Bildung hinaus zu sichern, sind wir im Moment dabei Entwicklungswerkstätten für Erziehungs- und Leitungskräfte einzurichten", so Projektleiterin Ilona Ujma.
"Mit ´Qualität von Anfang an´ können wir in den Kindertagesstätten in Ludwigshafen ein herausragendes Qualitätsmanagementsystem installieren, das im Rahmen der Nationalen Qualitätsinitiative von Wissenschaft und Praxis entwickelt wurde und dessen Inhalte in enger Beziehung zu den Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz stehen", erläutert Jugenddezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg den hohen pädagogischen Stellenwert des Projektes.
Die Kinder haben übrigens beschlossen, ihre Eltern zu fragen, ob die Kindergruppe sie zu Hause besuchen darf. Dann könnte jedes Kind der Gruppe die Wohnung zeigen und vorstellen, was es daran besonders schön findet. Und außerdem meinte der sechsjährige Philipp "es ist doch eh alles Geschmackssache".
"Qualität von Anfang" an ist eines von sieben Projekten der "Offensive Bildung", die zum Ziel haben, die frühkindliche Bildung in Kindertagesstätten zu fördern. Die innovativen Projekte wurden im Jahr 2005 von dem städtischen Träger sowie den evangelischen und katholischen Trägerorganisationen in Ludwigshafen aus der Praxis heraus entwickelt. Sie werden trägerübergreifend in rund 90 Kindertagesstätten umgesetzt und von anerkannten Bildungsexperten begleitet. Unterstützt werden die Projekte durch die BASF. ujma

Was gibt’s?

Spielhaus Hemshofpark

Gräfenaustraße 53 - 57, Telefon 504-3407: 7. September, 10 Uhr, Frauenfrühstück; 14. bis 16. September, Freizeit in Ilsfeld; 19. September, 14 Uhr, Schwimmen; 20. September, Aktion im Hemshofpark zum Weltkindertag; 27. September, Kinonachmittag; 8. bis 12. Oktober, Herbstferienpro­gramm: Zirkus Zapp Zarap, Mitmachzirkus, Infos und Anmeldung im Spielhaus; 25. Oktober, Kinonachmittag; 31. Oktober, Halloween-Party

Jugendfreizeitstätte Edigheim

Bgm.-Fries-Straße 3, Telefon 504-2857: 1. und 2. Septem­ber, Edigheimer Quetschekerwe mit Kinder- und Jugendpro­gramm; 10. Oktober, 15 Uhr, Herbstkindertag; 31. Oktober, 15 Uhr, Halloween-Kinderparty, 19 Uhr, Disco für Jugendliche

Jugendfreizeitstätte Pfingstweide

Budapester Straße 41, Telefon 504-2856: 19. bis 21. September, 15 bis 18 Uhr, 4. Projektwoche „Fit für Ausbildung und Beruf”; 5./6. Oktober, 17 bis 2 Uhr, 3. Mitternachtsfußball-Turnier für Jugendliche von 15 bis 21 Jahre; 12. Oktober, 17 Uhr, Kinotag; 17. bis 19. Oktober, Herbstfreizeit für Jugendliche von 12 bis 16 Jahre; 27. Okto­ber, 14 Uhr, Spielaktionen beim Scheierfest

Jugendfarm Pfingstweide

Athener Straße 3, Telefon 504-2855: 8. September, 13 bis 18 Uhr, Spieleparcours beim Bruchfest in Maudach; 29. September, 10 bis 16 Uhr, Kinderolympiade, Grundschule Pfingstweide; 31. Oktober, Halloween, Übernachtung auf der Jugendfarm

Spielmobil Rolli

8. bis 19. Oktober, Herbstferienprogramm; 23. bis 26. Oktober, Rolli kommt nach Mundenheim, Wasgaustraße

Spielwohnung III

Hemshofstraße 27, Telefon 504-2854: 8. bis 19. Oktober, Herbstferienprogramm, nähere Infos gibt es in der Spielwoh­nung

AK Mädchenarbeit

2. Mädchenfußballturnier am 22. September, 12 Uhr, Evan­gelische Jugendfreizeit­stätte Gartenstadt; Anmeldung bis 17. September und Informationen: Mädchentreff, Rohr­lachstraße 67, Telefon 504-2849.

 

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