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neueLu September/Oktober 2009

100 Jahre Arbeiterliteratur

Ausstellung in der Stadtbibliothek mit seltenen Publikationen

Unter dem Thema "Was bildet den Arbeiter? 100 Jahre Arbeiterliteratur 1875-1975" informieren vom 1. bis 26. September  in der Stadtbibliothek, Bismarckstraße 44-48, Exponate aus der Sammlung Becker über das Arbeitermilieu. Den Eröffnungsvortrag  zur Ausstellung, die von der "Initiative Buchkultur: Das Buch" veranstaltet wird, hält am 31. August, 19 Uhr, Prof. Dr. em. Michael Erbe, Universität Mannheim. Den musikalischen Part übernehmen die Frankenthaler Naturfreunde.

"Was bildet den Arbeiter?"

Im Rahmen der Reihe "Ludwigshafen sammelt" gibt der stellvertretende Leiter des Stadtarchivs, Dr. Klaus J. Becker, zum zweiten Mal einen Einblick in sein umfangreiches Privatarchiv zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Rheinland-Pfalz. Diesmal liegt der Schwerpunkt auf der facettenreichen Publikationstätigkeit der unterschiedlichen Organisationen der deutschen Arbeiterbewegung zwischen 1875 und 1975. Neben Dokumenten von SPD, USPD, KPD oder SAP werden unter anderem zahlreiche Gewerkschaftspublikationen sowie frauen- und jugendspezifische Materialien präsentiert. Regionale und internationale Aspekte werden ebenfalls berücksichtigt. Aufgezeigt wird die ursprüngliche Geschlossenheit der Arbeiter, die faktisch "von der Wiege bis zur Bahre" reichte und über den gesellschaftspolitischen Bereich hinaus auch die Freizeitkultur umfasste.
Dargestellt werden in rund 40 Bilderrahmen und sechs Vitrinen zum Beispiel eine Erstausgabe des "Vorwärts", frühe Werksausgaben der sozialistischen Vordenker Marx, Engels und Lenin, aber auch deren sozialdemokratische Kritiker wie Lassalle und Bernstein. Es folgen seltene Aufnahmen aus der Deutschen Revolutionszeit 1918/19,  unter anderem von der Beerdigung Rosa Luxemburgs, ein Wandprofil von Friedrich Ebert, Liederbücher noch aus der Zeit der Sozialistengesetze und Tarnschriften der verbotenen KPD. Im Mittelpunkt stehen selten gewordene Publikationen aus der Weimarer Republik, die von ihren Vorbesitzern vor den Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten gerettet wurden und heute einen hohen Sammlerwert haben. Dr. Becker hält am 17. September, 19.30 Uhr, den Vortrag "Vom Werdegang eines Arbeiters. Eine reale Fiktion" und führt  durch die Ausstellung am: Freitag, 4. September, 16 Uhr, Donnerstag, 10. September, 18 Uhr, Dienstag, 15. September, 16 Uhr, Mittwoch, 23. September, 18 Uhr.
Informationen : Dr. Klaus J. Becker, Telefon 504-3015, Marita Hoffmann "Initiative Buchkultur", Telefon 68 50 275, Internet: www.buchkultur.org.

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