Die Integrierte Leitstelle Ludwigshafen ist am Mittwoch, 7. November 2018, unter anderen im Beisein der Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, des Kämmerers und Feuerwehrdezernenten Dieter Feid sowie des Staatssekretärs im rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur, Randolf Stich, eingeweiht worden.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der am Projekt beteiligten Gebietskörperschaften, Feuerwehren und Rettungsdiensten informierten sie sich dabei vor Ort über die Leistungsfähigkeit und Arbeitsarbeitsabläufe der Integrierten Leitstelle. An dem Projekt beteiligt sind neben dem Land Rheinland-Pfalz und Ludwigshafen die Städte Frankenthal, Neustadt an der Weinstraße und Speyer sowie der Landkreis Bad Dürkheim und der Rhein-Pfalz-Kreis.

In der Integrierten Leitstelle koordinieren rund 90 Frauen und Männer Feuerwehr-, Rettungs- und Katastrophenschutzeinsätze für die gesamte Vorderpfalz, in der rund 600.000 Menschen auf etwa 1.200 Quadratkilometern leben. Das Aufgabengebiet der Disponentinnen und Disponenten, mit denen der Dienst ganzjährig rund um die Uhr verfügbar ist, reicht vom Annehmen und Disponieren des Notrufs 112 und von Hilfeersuchen aller Bürgerinnen und Bürger im Versorgungsbereich, der Entgegennahme aller Brandmeldeanlagen im Einsatzgebiet bis zur Regelung und Koordinierung der Einsätze des Rettungsdienstes.

Ferner unterstützt die Leitstelle die Führung der Feuerwehreinsatzzentralen und ist Alarmierungsstelle zur Erst- und Nachalarmierung von Einheiten und Einrichtungen anderer Hilfsorganisationen. Die Leitstelle wird voraussichtlich mehr als 180.000 Einsätze jährlich koordinieren. Der Spatenstich für das Gebäude mit rechteckigem Grundriss und einer Gesamtfläche von zirka 1.500 Quadratmetern erfolgte Anfang April 2016. Das Zentrum ist eines von acht Integrierten Leitstellen in ganz Rheinland-Pfalz, die in Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Montabaur und Trier in Betrieb sind. Eine weitere soll noch in der Landeshauptstadt Mainz entstehen.

Fehlende EU-Regeln verzögern zunächst das Projekt

Das Land Rheinland-Pfalz hatte die Stadt Ludwigshafen im Oktober 2009 mit dem Neubau einer Integrierten Leitstelle für die Erstalarmierung in der Vorderpfalz beauftragt. Die Vorplanungen wurden in Abstimmung mit dem zuständigen Innenministerium abgeschlossen und ein entsprechender Zuwendungsantrag einschließlich eines Antrags auf Genehmigung einer vorzeitigen Projektumsetzung gestellt.

Im Sommer 2013 wurde die bis dahin fertig geplante und projektierte Maßnahme wegen fehlender EU-Regeln für das öffentliche Beschaffungswesen und für Konzessionsverträge verzögert. Da zu diesem Zeitpunkt unklar war, ob das bestehende System des Rettungswesens als eine Mischung aus Krankentransport und Rettungsdienst weiter Bestand haben kann und ob damit die Auslastung der neuen Leitstelle dauerhaft sichergestellt ist, bewilligte das rheinland-pfälzische Innenministerium das Projekt nicht.

Nachdem die Unklarheiten die Dienstleistungskonzessionen betreffend nach Prüfungen der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd sowie des Landesbetriebs Liegenschaft- und Baubetreuung Ende des Jahres 2014 beseitigt worden waren, konnten die Projektplanungen fortgesetzt werden. Das Innenministerium bewilligte Ludwigshafen im März 2016 einen Förderbescheid in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro für den Bau der Leitstelle. Etwa ein Jahr danach erfolgte der Spatenstich.