Die Stadt Ludwigshafen am Rhein erkennt seit 2011 den Nationalen Integrationsplan an. Darüber hinaus gibt es weitere Initiativen zur besseren Zusammenarbeit in Sachen Integrationsförderung.

Von links: Thomas Wagner (Haus der Diakonie Ludwigshafen), Karl Fischer (Caritaszentrum Ludwigshafen), Holger Scharff (AWO Stadtkreisverband Ludwigshafen), Bürgermeister Wolfgang van Vliet, Anja Hölscher (Jobcenter Vorderpfalz Ludwigshafen), Beatrix Sch

Der Nationale Integrationsplan

Der Stadtrat hat am 5. September 2011 zugestimmt, dass Ludwigshafen die Empfehlungen der Bundesvereinigung der Kommunalen Spitzenverbände im Nationalen Integrationsplan (NIP) annimmt.

Der NIP formuliert klare Standards und Ziele und ist ein tragfähiger gesellschaftlicher und politischer Konsens über die Notwendigkeit von Integration und Integrationsförderung. Mit seinen rund 400 Selbstverpflichtungen aller Beteiligten - von Bund, Ländern, Kommunen, Migrantenorganisationen, gesellschaftlichen Institutionen und Wohlfahrtsverbänden - hat er unverkennbar eine enorme Dynamik in der Integrationspolitik entfaltet. Der Fortschrittsbericht 2008 zum NIP ist eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der Selbstverpflichtungen aller Beteiligten.

Im Jahr 2007 wurde der NIP von der Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und Migrantenorganisationen beschlossen. Politik, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen verständigten sich erstmalig darauf, dass Politikfeld der Migration und Integration abzustimmen und gemeinsam zu verantworten. Die Beteiligten haben sich dazu verpflichtet, eigene Beiträge in ihren Zuständigkeitsbereichen zu leisten. Auch die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände hat stellvertretend für die Kommunen Selbstverpflichtungen formuliert.

Ludwigshafener Erklärung

Im Rahmen des 2. Integrationsgipfels am 21. Juni 2011 im Rathaus unterzeichneten Vertreterinnen und Vertreter der Wohlfahrtsverbände, der Arbeitsagentur und der Stadt die "Ludwigshafener Erklärung".

Die Stadt Ludwigshafen am Rhein wurde damals von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, als einer von insgesamt 18 Modellstandorten für das Modellprojekt "Integration verbindlicher machen - Integrationsvereinbarungen erproben" ausgewählt. Die Unterzeichner sahen in dieser Auswahl eine Anerkennung der bisherigen Integrationsarbeit Ludwigshafens und begrüßten das Modellprojekt als einen weiteren wichtigen Schritt zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland.

Das Modellprojekt wurde wissenschaftlich begleitet und lief bis Ende 2012.

Kooperationsvereinbarungen

Die Unterzeichner der "Ludwigshafener Erklärung" stimmten darin überein, dass das Modellprojekt dazu beiträgt, die in Ludwigshafen bereits seit vielen Jahren geförderte Willkommenskultur für Migrantinnen und Migranten weiter zu intensivieren und die Partizipationsmöglichkeiten für Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen. Das Modellprojekt wurde dazu genutzt, die Netzwerkarbeit auszubauen sowie standardisierte Arbeitsabläufe und -strukturen zu verfestigen, wobei die Unabhängigkeit jeder teilnehmenden Institution und Organisation gewahrt bleibt. Die Unterzeichner betonen bei der Umsetzung die Bedeutung einer wohnortnahen und lebensweltlichen Ausrichtung von Angeboten, damit Migrantinnen und Migranten schnell und aktiv an der Aufnahmegesellschaft teilhaben können.

Die Träger der Migrationsberatungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt Stadtkreisverband Ludwigshafen, das Caritas-Zentrum Ludwigshafen und das Haus der Diakonie Ludwigshafen), die Arbeitsagentur, das Jobcenter und die Abteilung Aufenthaltsrecht des städtischen Bereichs Bürgerdienste erarbeiteten daraufhin Kooperationsvereinbarungen zur besseren Vernetzung ihrer Zusammenarbeit im Bereich der Integrationsarbeit für Migrantinnen und Migranten. Die entsprechenden Papiere wurden in einer Feierstunde im Ludwigshafener Rathaus am Dienstag, 21. August 2012, unterzeichnet.

Die Kooperationsvereinbarungen sehen vor, dass sich die genannten Institutionen umfassend abstimmen und ihre Klientinnen und Klienten aktiver als bisher auf die bestehenden Angebote der jeweils anderen Einrichtungen hinweisen. Die unterzeichnenden Einrichtungen werden unter anderem sicherstellen, dass die jeweils anderen Institutionen auf aktuelles Infomaterial zugreifen können. Geplant sind auch Hospitationen sowie jährlich stattfindende Treffen auf Geschäftsführerebene.

Diese Netzwerkarbeit wurde als "best practice"-Beispiel in einen Handlungsleitfaden für Kommunen und Beratungsdienste aufgenommen, herausgegeben von Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer. Der Handlungsleitfaden ist ein Ergebnis des Modellprojekts "Integration verbindlicher machen - Integrationsvereinbarungen erproben". Auch nach Beendigung dieses Projekts soll die Netzwerkarbeit in Ludwigshafen weiter ausgebaut werden.