Weil der Hochhausbereich des Rathauses bis Ende des Jahres geräumt werden muss, beginnt ab Anfang November für einen Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung der Umzug in Ausweichquartiere. Die neuen Büros wurden im Gebäude der ehemaligen Hauptpost, im Rheincenter und im Faktorhaus angemietet, sie befinden sich also in der Nähe des Rathauses und sind auch weiterhin gut erreichbar. Wichtige Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger werden vorerst im Rathaus bleiben.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die ihre Büros in den Stockwerken 6 bis 15 haben, werden ab November 2016 in angemieteten Gebäuden in der Nähe des Rathauses untergebracht. Die Stadtverwaltung kann auch nach dem Umzug problemlos und ohne weite Anfahrtswege erreicht werden. Der Umzug startet Anfang November und wird bis Ende des Jahres andauern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze bis zur 5. Etage haben, können vorerst im Rathaus bleiben. Damit sind wichtige Anlaufstellen wie unter anderem die Bürgerdienste, das Standesamt, die Einbürgerungsdienste, die Schulbauchausleihe oder auch die Stadtkasse am gewohnten Ort erreichbar. Auch der Stadtrat und die Ausschüsse tagen weiterhin im Rathaus.

Die Umzüge der verschiedenen Bereiche beginnen an den Freitagen des 4., 11. und 18. November sowie 9. und 16. Dezember jeweils ab 14 Uhr und erfolgen über das Wochenende. Im Gebäude der ehemaligen Hauptpost, Eingang Jaegerstraße 1, wird zukünftig das Büro der Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse mit der Bürgerberatung und der Gleichstellungsstelle sowie das Büro des Beigeordneten Klaus Dillinger, der Bereich Bauverwaltung mit der Submissionsstelle und der Bereich Personal zu finden sein. Im selben Gebäude, Eingang Rathausplatz 17, werden sich dann die Bereiche Stadtentwicklung und Recht mit dem Stadtrechtsausschuss befinden. In den Rheincenter am Rathausplatz 10-12 zieht das Büro der Beigeordneten Prof. Dr. Cornelia Reifenberg sowie die Bereiche Kultur, Schulen, Revision und Öffentlichkeitsarbeit. Im Faktorhaus am Berliner Platz 1 werden zukünftig das Büro des Beigeordneten Dieter Feid, der Bereich Finanzen mit der Steuerverwaltung sowie die Bereiche Organisation, Beteiligungsmanagement, Immobilien und der Personalrat anzufinden sein. Die Benckiser-Villa, Ludwig-Betram-Straße 8, ist für diese Phase des Umzugs noch nicht vorgesehen.

Alle Informationen dazu sind auch auf einem Flyer zusammengefasst, der bei den Bürgerservices kostenlos zur Verfügung gestellt wird und zum herunterladen bereitsteht.

Warum muss das Rathaus geräumt werden?

Das Ludwigshafener Rathaus wurde von 1976 bis 1978 gebaut und 1979 in Betrieb genommen. Es ist gut 71 Meter hoch und wurde nach Plänen der Architekten Dorp und Schmidt errichtet. Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben dort derzeit noch ihren Arbeitsplatz. Mittlerweile weist das Gebäude altersbedingt erhebliche Mängel auf. Dies betrifft unter anderem die Löschwasserleitungen und die Gebäudetechnik. Weiterhin müssen die Fassade und das Dach saniert sowie Sanitäreinrichtungen und Installationen erneuert werden. Nach umfangreicher Überprüfung der Sicherheitstechnik im Rahmen so genannter Gefahrenverhütungsschauen (GVS) sowie einer kritischen Bewertung der Bauabläufe haben Feuerwehr und Bauaufsicht festgelegt, dass aufgrund festgestellter Mängel zehn Stockwerke des Hochhauses bis zum 31. Dezember 2016 geräumt werden müssen. Eine Sanierung im laufenden Betrieb erwies sich als nicht umsetzbar und unwirtschaftlich. Obwohl in den vergangenen Jahren immer wieder in Teilbereichen saniert wurde, um das Haus betriebsfähig zu halten und die Sicherheit zu gewährleisten, ist nun ingenieurtechnisch ein Punkt erreicht, der eine Generalsanierung nahelegt.

Da man sich von den Stockwerken 1 bis 5 neben den vorhandenen Treppenhäusern über das Erdgeschoss beziehungsweise über die Dachterrasse in Sicherheit bringen kann, können diese bis zum Beginn der anstehenden Sanierungsarbeiten weiter genutzt werden.

Rückblick

Erste größere Sanierungsarbeiten wurden in Folge einer Gefahrenverhütungsschau im Jahr 1998 vorgenommen. Damals haben Feuerwehr und Bauaufsicht gravierende Mängel wie beispielsweise fehlende Brandabschottungen bei den Leitungen der Haustechnik zwischen den einzelnen Brandabschnitten, fehlende Brandmeldeanlagen und Rauchabzugssysteme im Bereich der Flucht- und Rettungswege festgestellt.

Gefahrenverhütungsschauen werden aufgrund der gesetzlichen Vorgaben (LBauO und GVSLVO) im Interesse der Sicherheit aller in regelmäßigen Abständen in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäuden etc. vorgenommen. Als Konsequenz wurde auf Grundlage der Landesbauordnung eine bauaufsichtliche Verfügung erlassen: Wesentliche Mängel wurden mit zwei Sofortmaßnahmenpaketen bis zum Jahr 2002 beseitigt. Parallel hierzu wurde die Asbestsanierung von 1998 bis 2005 durchgeführt und abgeschlossen. In deren Zuge mussten, neben asbesthaltigen Schottungen und Rohrverkleidungen, alle Verkleidungen der Wärmepumpen, die asbesthaltig waren, durch asbestfreie Verkleidungen ersetzt werden. Im Zuge weiterer Sanierungsarbeiten wurden sowohl der organisatorische als auch der technische Brandschutz in den vergangenen Jahren immer wieder angepasst und verbessert. Hierzu gehören der Einsatz einer flächendeckenden Brandmeldeanlage, der Rückbau der Brandlasten in den Fluren, eine Warnanlage zur Information der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Besucherinnen und Besucher.