Ein besonderer Schwerpunkt von "Eltern und Kinder in der Gartenstadt" liegt auf der Entwicklung eines Konzepts zur Beteiligung von Eltern und der Unterstützung in ihrer Erziehungsaufgabe.

Im ersten Jahr 2011 stand die Mitwirkung am Projekt "Elternbeteiligung und Gewaltprävention in Kommunalen Bildungs- und Erziehungslandschaften" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Vordergrund, an dem sich die Stadt Ludwigshafen am Rhein mit dem Stadtteil Gartenstadt als Modellstandort beteiligt hat.

Der Stadtteil Gartenstadt war einer von bundesweit sechs ausgewählten Modellstandorten im Projekt. Die inhaltlichen Schwerpunkte bildeten die Themenbereiche:

  • Auf- und Ausbau von vernetzten Strukturen,
  • Beteiligung der Eltern und
  • Entwicklung von elternorientierten gewaltpräventiven Maßnahmen.

In der Begleitung durch das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism) wurden die Netzwerkstrukturen angelegt und ausgebaut, Mikroprojekte entwickelt, Kommunikationsstrukturen erarbeitet und zwei Fachtage durchgeführt. Vor Ort wird das Projekt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ludwigshafener Zentrums für individuelle Erziehungshilfen (LuZiE) koordiniert.

Mit Unterstützung des Ministeriums für Integration, Frauen, Kinder, Jugend und Familie sowie Spendenmitteln ist es gelungen, die Begleitung durch das ism zu verlängern und die Koordination des Netzwerks für weitere vier Jahre zu sichern. Die Koordination der verschiedenen Akteure der sich entwickelnden Kommunalen Bildungs- und Erziehungslandschaft ist unverzichtbar für eine Netzwerkbildung, die sowohl Kontakte und Beteiligung sichert als auch Verbesserung von Bildungschancen ermöglicht.

Schwerpunktmäßig erarbeiten unterschiedliche Einrichtungen in städtischer und freier Trägerschaft aufbauend auf bereits bestehenden Kooperationsstrukturen weitere Vernetzungen und kooperative Ansätze zur Förderung junger Menschen. Aufmerksam beobachtet wird dabei, inwieweit sich diese Strukturen und Angebote positiv auf das Aufwachsen und die Bildungsperspektiven junger Menschen auswirken. Im Zusammenwirken der verschiedenen Lernorte und Akteure wird das Ziel verfolgt, eine lückenlose Begleitung der Bildungsbiografie junger Menschen zu ermöglichen. Kontinuierliche Bildungsförderung gelingt, wenn die unterschiedlichen Lernorte miteinander verbunden arbeiten, wenn Lernen mit allen Sinnen möglich ist und unterschiedlichste Erfahrungsräume im kulturellen, sozialen, sportlichen und kreativen Bereich als Lernorte eingebunden werden.

Die Erfahrungen aus den vergangenen Monaten zeigen, dass es in einem vernetzten System von Erziehung, Bildung und Betreuung möglich wird, individuell abgestimmte und vielfältige Unterstützungsangebote zu entwickeln und die jungen Menschen mit ihren unterschiedlichen Stärken und Interessen zu erreichen. Ein besonderer Schwerpunkt von "Eltern und Kinder in der Gartenstadt" liegt auf der Entwicklung eines Konzepts zur Beteiligung von Eltern und der Unterstützung in ihrer Erziehungsaufgabe. Dabei soll sowohl die Erziehungskompetenz von Eltern gefördert als auch der besondere Aspekt einer elternorientierten Gewaltprävention berücksichtigt werden.

Am Beispiel des Stadtteils Gartenstadt wird somit exemplarisch erarbeitet, wie eine kommunale Bildungs- und Erziehungslandschaft auf der Basis bereits bestehender Kooperationen entwickelt und ausgebaut werden kann. Die Ergebnisse der Projektphase werden in die Jugendhilfe-, Schulentwicklungs- und Kommunale Bildungsplanung einfließen.

Was zeichnet eine Kommunale Bildungslandschaft aus?

Eine Kommunale Bildungslandschaft ist langfristig angelegt, schafft verbindliche Strukturen der Zusammenarbeit und kooperiert in vernetzten Strukturen im Lebensumfeld der Kinder und Familien.

Sie setzt an den individuellen Potenzialen der Kinder an und fördert diese gezielt. Gemeinsame Bildungsprozesse in unterschiedlichen Kontexten unterstützen die Entwicklung sozialer Kompetenz  und unterstützen die Entwicklung von Resilienz, der Widerstandsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen durch gestärktes Selbstbewusstsein und realistische Selbstwahrnehmung.

Sie stärkt alle Aspekte des Lernens und nutzt unterschiedlichste Lernorte. Gelingende Bildungsbiografien entwickeln sich in gut aufeinander abgestimmten Bildungs- und Erziehungsangeboten im Lebensraum der Kinder und ihrer Familien und eröffnen jungen Menschen verbesserte Bildungs- und Teilhabechancen.

Sie bezieht Eltern als Bildungspartner ihrer Kinder ein. Eltern werden als wichtige Begleiter ihrer Kinder in ihrer eigenen Bildungsbiografie gesehen und in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt und gefördert. Dadurch wird ein gesundes Aufwachsen von Kindern unterstützt.