In unserer pädagogischen Arbeit setzen wir den Schwerpunkt auf das systemisch-lösungsorientierte Arbeiten, weil wir überzeugt sind, dass die damit verbundene Haltung gegenüber den Menschen, die wir unterstützen, am hilfreichsten für sie ist.

Darüber hinaus setzen wir verstärkt auf Marte Meo, ein videogestütztes Entwicklungsprogramm, das auf einer stark lösungsorientierten Haltung basiert.

Systemisch-lösungsorientiertes Arbeiten

Die systemische Betrachtungsweise hilft das Verhalten von Menschen aus ihren sozialen Bezügen heraus zu verstehen und nicht nur auf die individuellen Eigenschaften eines Menschen zu reduzieren. Verhalten ist immer vom Rahmen abhängig und so sind es die Beziehungen, die sozialen Rollen und Bezüge, die menschliches Verhalten stark beeinflussen. Dies gilt selbstverständlich auch für die Einschätzung von Verhaltensformen von Kindern oder Jugendlichen, die problematisch sind und deswegen Auslöser für eine Hilfe durch das Jugendamt sein können. Leisten wir Hilfe zur Erziehung in einer Familie, so entwickeln die Familienmitglieder ihre Fähigkeiten. Dadurch können sie ihr Verhalten ändern und das wirkt sich nicht nur auf sie selbst, sondern auch auf ihr Umfeld aus.

Die unter anderem von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg entwickelte lösungsorientierte Haltung und Arbeitsweise, die inzwischen verbreitet in der Jugendhilfe zum Einsatz kommt, hat ihre Wurzeln in der systemischen Familientherapie. Sie orientiert sich an den Ressourcen und Fähigkeiten der Menschen und fragt danach, was sich bei ihnen ändern soll und wie dies gelingen kann. Der Blick wird hierbei auf die Zukunft in Richtung der Lösung gerichtet und verzichtet auf eine Problemanalyse. Es ist entscheidend die Familien darin zu unterstützen herauszufinden, was genau sie wollen und wie sie dies ganz konkret erreichen können. Die Familien gehen nur dann erfolgreich ihre Schritte auf dem Weg zur Lösung, wenn es wirklich ihre Lösungsschritte sind, die an ihre Ressourcen und Möglichkeiten anknüpfen und für sie passend sind. In diesem Sinne sind die Familien die Experten, nicht die Fachleute.

Marte Meo

Die von der Niederländerin Maria Aarts entwickelte Marte Meo-Methode bedeutet so viel wie "Aus eigener Kraft". Sie nutzt die Videotechnik, um Fähigkeiten von Menschen sehr gezielt zu entwickeln. Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung der Fähigkeiten mit anderen Menschen in einen gelingenden Kontakt zu kommen, mit ihnen gut zu kommunizieren und mit ihnen gut zusammenzuarbeiten. Viele familiäre Probleme und Konflikte haben mit diesen menschlichen Handlungsfeldern zu tun. Die gezielte Entwicklung der Fähigkeiten, die nötig sind, um kooperativ und konfliktfrei zusammenzuleben, ist daher eine sehr wirksame Form der Unterstützung von Familien.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ludwigshafener Zentrums für individuelle Erziehungshilfen sind im systemisch-lösungsorientierten Arbeiten sowie in der Marte Meo-methode geschult.

Fort- und Weiterbildung

Wir bieten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ludwigshafener Zentrums für individuelle Erziehungshilfen ein umfassendes Fort- und Weiterbildungsprogramm sowie regelmäßige Supervision. Dies gehört zu den Qualitätsstandards unserer Jugendhilfeeinrichtung.

Das Fortbildungsprogramm umfasst jährlich Grundlagen-Fortbildungen zu folgenden Feldern:

  • Lösungsorientiertes Arbeiten
  • Marte Meo
  • wechselnde Fachthemen
  • Erste Hilfe
  • Beteiligung an Fachtagungen verschiedener Themen
  • Vertiefte Fort- und Weiterbildungen gibt es zu den Themen:

    • Lösungsorientiertes Arbeiten
    • Marte Meo
    • Systemisches Arbeiten (zweijährige WB)

Fortlaufend gibt es Begleitgruppen zum Lösungsorientierten Arbeiten und Marte Meo. Darüber hinaus steht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Teilnahme am städtischen Fortbildungsprogramm offen.

Allen Teams haben regelmäßig Supervision, die sowohl als Fallsupervision als auch als Teamsupervision genutzt werden kann. Wir arbeiten mit externen Supervisorinnen und Supervisoren mit systemischer Ausbildung zusammen.