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Schillerroute

Routenverlauf Mannheim

Der Routenverlauf in Mannheim

Die Schillerroute auf Mannheimer Gemarkung verläuft in einer Art Schleife durch Teile der Innenstadt. Es geht vom Mannheimer Schloss in die Quadrate der Innenstadt ehe die Strecke zum Schloss zurückgeführt und dann nach Ludwigshafen weitergeführt wird. Es werden im Wesentlichen acht Stationen, die an die Zeit Schillers in Mannheim erinnern, aufgezeigt. Die Stationen sind das Mannheimer Schloss, der Schillerplatz, der Gasthof "Fliegender Holländer", das Museum Schillerhaus, die ehemaligen Standorte der Mannheimer Zeichnungsakademie und des Rheintores, das Museum Zeughaus sowie der Schlossgarten.

1. Station: Mannheimer Schloss

Antikensaalgalerie

Das Mannheimer Schloss wurde in den letzten Jahren aufwändig renoviert. Die wiederhergestellten historischen Räume der ehemaligen Residenz der Kurfürsten laden dabei ebenso zum Besuch ein wie die ehemalige Hofkapelle (heute Schlosskirche) und ganz besonders die Antikensaalgalerie. Schiller weilte am 14. April 1784 - einen Tag vor der Mannheimer Erstaufführung von "Kabale und Liebe" - im Schloss, als ein mit Wasserstoff gefüllter Heißluftballon des in Mannheim wirkenden Physikers, Meteorologen und Sprachforschers Johann Jacob Hemmer (1733 bis 1790) abstürzte. Die einzig bekannte Adresse Schillers in Mannheim ist das Hubertushaus in L 2,1. Am Quadrat N 2 steht das Denkmal für Wolfgang Heribert von Dalberg, Mannheims ersten Intendanten des Nationaltheaters. In N 3,4 befindet sich das ehemalige Stadtpalais der Dalbergs, das "Dalberghaus".

2. Station: Schillerplatz

Das Schillerdenkmal

Der frühere Theaterplatz - seit 1862 Schillerplatz - füllt das gesamte Quadrat B 3 aus. In der Nordostecke ist das von Carl Cauer (1828 bis 1885) geschaffene Schillerdenkmal aufgestellt, das ursprünglich seit 1862 auf demselben Platz in der Mitte vor dem Nationaltheatergebäude mit Blick zur schräg gegenüberliegenden Jesuitenkirche stand. Im Jahr 1777 war die "Deutsche Schaubühne", das Nationaltheater, auf B 3 eröffnet worden. Fünf Jahre später wurden hier Schillers "Räuber" uraufgeführt. In den 1850er-Jahren erfolgte ein grundsätzlicher Umbau des Hauses. 1943 fiel das traditionsreiche Gebäude dem Krieg zum Opfer. Auf dem Schillerplatz stehen mehrere Informationstafeln zur Geschichte von B 3 und dem Schicksal des Nationaltheaters.

3. Station: "Fliegender Holländer"

Gaststätte "Fliegender Holländer"

In unmittelbarer Nähe zum Schillerplatz lät in C 3,20 der Gasthof "Fliegender Holländer" zur Rast ein. Das Haus ist eine veritable Schillerstätte: In einem Teil des Gebäudes befand sich die nicht konzessionierte Weinwirtschaft der Weinhändler Hunzinger, die Friedrich Schiller gern besucht haben soll. Überliefert ist, dass eine Laube im Hof des Anwesens sein Lieblingsplatz gewesen sei. Dort pflegte er bei manchem Schoppen Wein gern zu dichten. Andererseits schreibt Schiller im Winter 1783 aus Mannheim, dass er "mit mehr Vergnügen Bier trinke." Hier gilt dann eben: Das ein tun, dass andere nicht lassen!

4. Station: Museum Schillerhaus

Museum Schillerhaus

Seit dem Schillerjahr 2005 ist in B 5,7 das "Museum Schillerhaus" eingerichtet, Mannheims erstes und bisher einziges Literaturmuseum. Im Erdgeschoss ist hier eine etwa halbstündige Multivision zum Leben Friedrich Schillers in Mannheim zu sehen. Im Quadrat B 5 existierten im 18. Jahrhundert mehrere Gartenhäuser. Heute ist nur noch das Gartenhaus in B 5,7 vorhanden. Es vermittelt eine anschauliche Anmutung über die Mannheimer Wohnverhältnisse zu Schillers Zeit. In dem heute nicht mehr vorhandenen Haus neben B 5,7 haben ab dem Frühjahr 1785 Anton und Anna Hölzel gelebt, bei denen Schiller aus- und eingegangen ist, auch weil dort sein Stuttgarter Freund und "Fluchthelfer" Andreas Streicher wohnte.

5. Station: Mannheimer Zeichnungsakademie

Die Zeichnungsakademie

In F 6,1 befand sich einst die Mannheimer Zeichnungsakademie mit ihrem berühmten Antikensaal: "Der heutige Tag war mein seligster, so lang ich Deutschland durchreise. [...] Ich komme aus dem Saal der Antiken zu Mannheim. Hier hat die warme Kunstliebe eines deutschen Souverains die edelsten Denkmäler griechischer und römischer Bildhauerkunst in einem kurzen geschmackvollen Auszug versammelt ...", so schreibt Friedrich Schiller in seinem - fiktiven - "Brief eines reisenden Dänen", den er 1875 in der 1. Lieferung seiner "Rheinischen Thalia" in Mannheim veröffentlichte. Das Archäologische Seminar der Universität Mannheim hält mit der Einrichtung des Antikensaalgalerie im Schloss die Erinnerung an diese untergegangene Schöpfung des 18. Jahrhunderts wach.

6. Station: Rheintor

Das Rheintor

Bei D 7,2 stand eines der vier Mannheimer Stadttore, das Rheintor. Es war in das Festungswerk eingefügt. Von hier aus machte sich Friedrich Schiller an manchem Abend auf den etwa einstündigen Fußweg nach Oggersheim. Gegenüber - in D 6,11 - befand sich das Gasthaus "Zum silbernen Schlüssel", in dem der Dichter auf dem abendlichen Nachhauseweg hin und wieder eingekehrt sein soll.

7. Station: Zeughaus

Museum Zeughaus

In der Zeit von 1777 bis 1779 wurde auf dem Quadrat C 5 das Zeughaus errichtet. Nach seiner Generalsanierung ist es am 24. Januar 2007 als Museum Zeughaus wieder eröffnet worden. Die frühklassizistische Erscheidungsform wird durch "Lux", die zurzeit größte Fassadeninstallation Europas der Künstlerin Elisabeth Brockmann, auf spielerische Weise aufgelöst. Im 3. Obergeschoss im Rahmen der Theatergeschichtlichen Ausstellung kann man sich anhand vieler kostbarer Originale einen bilderreichen Eindruck von Friedrich Schillers Zeit in Mannheim verschaffen. Vor dem Haus, auf dem heutigen Toulonplatz, befindet sich eine Standpunkte-Stele mit Informationen zur Geschichte des Quadrats C 5.

8. Station: Schlossgarten

Denkmal am Mannheimer Schloss

Vor der Weiterfahrt in Richtung Ludwigshafen und Oggersheim lockt noch ein Denkmal von beeindruckender Art, das 1907 im ehemaligen Friedrichspark, heute Schlossgarten, errichtet wurde. Es ist dem Andenken von Anna Hölzel gewidmet. Sie und ihr Mann retteten den - wie so häufig in diesen Jahren - zahlungsunfähigen Schiller im Sommer 1784 mit einer beträchtlichen Geldsumme vor seinen Gläubigern. Auch in diesem Fall freilich nicht auf Dauer!

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