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Schillerroute

Routenverlauf Oggersheim

Routenverlauf in Oggersheim

Der Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim bildet den Abschluss der Schillerroute. Von der Frankenthaler Straße, der früheren Oggersheimer Allee, kommend, wird zunächst der Queva-Park angefahren, auf dem früher zu Zeiten Schillers der Mittelbau des Oggersheimer Schlosses stand. Weiter geht es dann zur Wallfahrtskirche und dem Schillerplatz. Die letzte Station ist schließlich das Schillerhaus. Früher war dies das "Gasthaus "Zum Viehhof", in dem Schiller unter dem Pseudonym "Dr. Schmidt" wohnte.

1. Station: Oggersheimer Allee

Die Allee heute

Nachdem Mannheim 1720 kurpfälzische Residenzstadt und Oggersheim Sommerresidenz wurde, war eine dauerhafte Straßenverbindung nötig. Ab 1751 wurde deshalb auf Anordnung des Kurfürsten die heutige Mannheimer Straße gebaut. Zunächst nur mit einer Kiesauflage versehen, erhielt sie später eine feste Decke aus Bruchsteinen und eine Drainage. Sie zog sich schnurgerade durch das feuchte Niederungsgebiet und war in regelmäßigen Abständen mit Pappeln bepflanzt. Als Allee war sie weithin sichtbar und setzte einen markanten Akzent in die flache, damals noch unbesiedelte Landschaft. "Recht hübsch", fand sie Schillers Freund Andreas Streicher, "aber die Pappeln seien wohl deshalb angepflanzt, um die flache, kahle, sandige Gegend zu verbergen."

2. Station: Oggersheimer Schloss

Ein Modell des Schlosses

An der Stelle des heutigen Queva-Parks befand sich zu Schillers Zeiten der Mittelbau des Oggersheimer Schlosses. 1720 begann der damalige Erbprinz Josef Carl Emanuel von Sulzbach mit dem Bau eines Sommersitzes in Oggersheim, der in der Folge zu einem Schloss ausgebaut wurde. 1767 erwarb es Kurfürst Carl Theodor, der es seiner Gemahlin Elisabeth Auguste überließ. Sie verblieb mit einem Hofstaat von fast 170 Personen in Oggersheim. Das Schloss verfügte über mehr als 200 Zimmer. Hinter dem Schloss entstand ein weitläufiger und prächtig ausgestatteter Park, mit Brunnenanlagen, Teichen, einem chinesischen Teehaus und der Orangerie, die als Theater- und Konzertsaal genutzt wurde. Das Oggersheimer Schloss wurde 1794 während der Französischen Revolutionskriege zerstört. Das benachbarte Kolpinghaus ist auf den Fundamenten des nördlichen Schlossflügels errichtet.

3. Station: Wallfahrtskirche

Die Wallfahrtskirche in Oggersheim

1729 ließ der kurpfälzische Erbprinz Josef Carl Emanuel von Sulzbach in Oggersheim eine Marienkapelle nach dem Vorbild des italienischen Loreto errichten. Die Kapelle wurde zum Zentrum der Marienverehrung und zur einzigen kurpfälzischen Wallfahrtsstätte. Von 1774 bis 1777 wurde die Kapelle im Auftrag der Kurfürstin Elisabeth Auguste nach Plänen von Peter Anton Verschaffelt mit einer großen Kirche im Stil des italienischen Hochbarock überbaut, wobei die Loretokapelle innerhalb der Wallfahrtskirche erhalten blieb. In der Tabernakelnische der Loretokapelle steht als Arbeit von Paul Egell im Jahre 1746 das Gnadenbild der Madonna, flankiert von zwei betenden Engeln. Die Wallfahrtskirche ist das bedeutendste Baudenkmal Ludwigshafens aus der Barockzeit. Das Gotteshaus stand in unmittelbarer Sichtbeziehung zum Oggersheimer Schloss.

4. Station: Schillerplatz

Schiller-Denkmal auf dem Schillerplatz

1907 wurde auf dem heutigen Schillerplatz vor dem Oggersheimer Rathaus ein Schillerdenkmal des Kaiserslauterer Bildhauers Adolf Bernd errichtet. Es war mit einem Relief seines Weggefährten Andreas Streicher und mit Szenen aus den "Räubern" ausgestaltet und stand auf einer Brunnenschale. Die Bronzebüste wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 1963 wurde der Brunnen in der Raiffeisenstraße an der Ecke zur Wilhelm-Tell-Straße neu aufgebaut und mit einer Bronzebüste von Andreas Streicher versehen, gestaltet von Ernst Graser. Vor dem Rathaus wurde 1955 eine neue Bronzebüste Schillers aufgestellt; entworfen und ausgeführt von dem Saarbrücker Bildhauer Theo Siegle. Aus der Zeit des Dichters ist noch das Erdgeschoß des Wohnhauses von Jakob Derein, in der Frankenthaler Straße 18, erhalten. Er war Schillers einziger Vertrauter in Oggersheim.

5. Station: Schillerhaus

Gasthaus "Zum Viehhof"

Im ehemaligen Gasthaus "Zum Viehhof" in der heutigen Schillerstraße 6 hielt sich Friedrich Schiller mit seinem Freund Andreas Streicher vom 10. Oktober bis zum 30. November 1782 auf. In der Befürchtung, von Spionen seines württembergischen Landesherrn entdeckt zu werden verbarg sich sich Friedrich Schiller hier unter dem Pseudonym "Dr. Schmidt". In der kleinen Stube mit groben Holzdielen schrieb er den "Fiesko" für die Mannheimer Bühne um und beschäftigte sich mit ersten Entwürfen zu "Kabale und Liebe". Das um 1750 erbaute Haus wurde 1956 nach Kriegszerstörungen rekonstruiert und 1959 als Schillergedenkstätte im Obergeschoß eingerichtet. Die Plakette an der Fassade ließ der bayerische König Ludwig I. im Jahre 1856 unterhalb der Fenster von Schillers Zimmer anbringen.

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