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 - Ein Ludwigshafener Männerchor von 1862
Die Sehnsucht, kulturelles Erbe zu erhalten, ist in der Stadt weit älter als die Geschichte der Musikschule, wie der Blick um über hundert Jahre zurück zeigt: Der Cäcilienverein in Ludwigshafen bot 1873 erstmals "Gesangskurse für unbescholtene junge Männer" an. Hofopernsänger Starke aus Mannheim gab damals den Ton an. Immerhin 8 Kreuzer kostete die Unterrichtsstunde, dennoch war der Erfolg so groß, dass acht Wochen später Kurse auch für Frauen eingerichtet wurden. 1904 wird eine "Vereinigung Mannheim-Ludwigshafener Musiklehrer" gegründet. Bis 1918 liegt die Musikausbildung Ludwigshafener Jugendlicher in den Händen Mannheimer Pädagogen und der "Hochschule für Musik". In Ludwigshafen entsteht sogar eine Zweigstelle unter Mannheimer Leitung, aus der 1918 eine eigenständige "Pfälzische Musikschule" hervorgeht.
Die Wurzeln der heutigen Städtischen Musikschule liegen in den 50-er Jahren, bei einem Herrn mit Namen Fusser, seiner Tochter und dem Musiklehrer Helmut Rebscher. Fusser unterhält in Ludwigshafen eine Singschule. Als seine Tochter, eine angehende Lehrerin, bei ihrem Praktikum an der Blindenschule Ilvesheim Helmut Rebscher trifft, kommen die richtigen Personen am richtigen Ort zur richtigen Zeit zusammen. Sie beschließßen, die Ludwigshafener Singschule um einen Instrumentalunterricht zu erweitern. Das Konzept und eine gute Portion Gründermut überzeugen den damaligen Leiter des Kulturamtes Karl Nord und den damaligen Oberbürgermeister Dr. Hans Klüber. Die Städtische Musikschule ist geboren.
Am 1. September 1964 nimmt die Musikschule ihre Arbeit auf. Ihr erster Schulleiter Helmut Rebscher (1928–2001) lenkt ihren Aufbau und ihr Geschick bis 1991. Die Anfänge sind klein und bescheiden, aber bürgernah und vor allen Dingen für die Eltern bezahlbar: acht Lehrkräfte unterrichten an acht Zweigstellen die Fächer Klavier, Blockflöte, Gitarre, Violine, Gambe und Trompete. Die Schülerzahl ist bereits nach einem Jahr auf rund 1.000 angestiegen, die Anzahl der Lehrkräfte auf 18. 1966 wird die Musikschule in einen Verein umgewandelt und nennt sich bis 1980 "Sing- und Jugendmusikschule e.V.".
Anfang der 80er Jahre kommt die "Sing- und Jugendmusikschule" wieder in die Obhut der Stadt zurück - ein glücklicher Schritt. Dem Schulverwaltungsamt angegliedert heisst sie fortan "Städtische Musikschule Ludwigshafen". Als diese etabliert sie sich zunehmend. Konzertreihen wie die jährliche "Musikschulwoche" oder "Stadtteilkonzerte" dokumentieren ihre erfolgreiche Arbeit ebenso wie Preise bei "Jugend musiziert". Die regionale Organisation und Durchführung des Wettbewerbs liegt indes auch in den Händen der Schule. Das Fächerangebot erweitert sich um Musiktherapie, klassischen Sologesang und Keyboard. Der Kinderchor "Pfingstspatzen" gibt sein Debüt, die Orchesterarbeit profiliert sich. Ein "Tag der offenen Tür" findet großen Anklang und wird zur jährlichen Tradition. 1988 erhält die Schule mit Attila Deseö einen stellvertretenden Schulleiter.
1991 tritt Helmut Rebscher in den Ruhestand. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgt der Umzug in das eigene Gebäude am Friedrich-Wilhelm-Wagner-Platz. Mehr Platz und mehr Geld, das auch in Form von öffentlichen Geldern fließt, schaffen Entfaltungsmöglichkeiten für die Musikschule.
Der neue Schulleiter Attila Deseö, gebürtiger Budapester, erfahrener Klarinettist und vielseitiger Musikpädagoge, verfolgt den weiteren Ausbau mit Nachdruck. 1991 wird der Förderkreis gegründet und die erste Musikschulzeitung herausgegeben, 1992 das erste Musikschulfest veranstaltet. Eine Elternvertretung stellt die Verbindung zwischen Schule und Elternhaus her. Volker Hafner wird 1992 stellvertretender Schulleiter.
Weitere Meilensteine sind - 1992 der neue Fachbereich "Popularmusik" und die Abteilung Begabtenförderung und Studienvorbereitung.
- Orchesterfreizeiten und Auslandsreisen bereichern und intensivieren die Musikschularbeit. Die Pflege von Städtepartnerschaften wird zum Anliegen. Highlights sind im Jahr 1997 die Reise der Rockband nach Sumgait, und die des Sinfonieorchesters nach Lorient, sowie 2002 eine Fahrt des Kammerorchesters nach Havering.
- Anliegen der Schulleitung ist es auch, die pädagogische Arbeit durch Fachkonferenzen, Arbeitskreise, Workshops und Lehrerfortbildungen zu intensivieren.
- Die Organisation der Schule wird 1998 durch drei Bezirksleiterstellen erweitert, um die Zusammenarbeit mit den allgemeinbildenden Schulen und Kindergärten in den Stadtteilen und die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken.
- 2004 langt die Musikschule noch einmal richtig zu und feiert ihren 40. Geburtstag mit einer Reihe von viel gelobten Veranstaltungen.
Eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre wird sein, das Angebot der Musikschule unbeschadet der Sparzwänge, die der städtische Haushalt auferlegt, aufrecht zu erhalten und den hohen Qualitätsstandard zu erhalten.
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