Das Jahr 2006 markiert ein wichtiges Datum in der rheinland-pfälzische Kindertagesstättenpolitik.

Das zweijährige Kind, das bislang in einer Krippengruppe  betreut werden konnte, wurde zum Kindergartenkind. Schrittweise wurde dieser Rechtsanspruch bis zum 1. August 2010 von der Einführung der Gebührenfreiheit begleitet. 2013 kam der bundesweite Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in Einrichtungen und Kindertagespflege für einjährige Kinder hinzu.

Die Stadt Ludwigshafen stellte sich mit zwei Ausbauprogrammen den Herausforderungen, welche die neuen Rechtslagen nach sich zogen: 

Ausbau von 2006 bis 2017 Kindergartenjahr 2017/18 Beginn Ausbau 2006
Kindergartenplätze 6.500 5.207
Krippenplätze 290 158

Der sprunghafte Anstieg der Geburtenzahlen und der Zuzüge nach Ludwigshafen seit dem Jahr 2013 erfordert einen weiteren Ausbau der Kapazität der Kindertagesstätten. Der Stadtrat hat 2016 ein nachhaltiges Ausbauprogramm beschlossen:

Ausbau von 2006 bis 2021 Ausbauziel Kindergartenjahr 2017/18 Beginn Ausbau 2006
Kindergartenplätze 7.676 6.500 5.207
Krippenplätze 460 290 158

Mit dem Ausbau der Platzkapazitäten einher geht der Ausbau der Ganztagesplätze für Kindergartenkinder im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt. Dies unterstreicht die Anstrengungen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Ausbau Ganztagesplätze 2006 bis 2021 Ausbauziel Kindergartenjahr 2017/18 Beginn Ausbau 2006
Ganztagesplätze in Kindergärten 3.427 2.822 1.143

Aktueller Überblick (Stand 1. Dezember 2017)

KTS Gneisenaustraße

Die Kindertagesstätte Gneisenaustraße ist ein sechsgruppiger Neubau mit vier geöffneten Kindergartengruppen mit je 25 Plätzen, davon je sechs Plätze für Zweijährige und je zwölf Ganztags-Plätze sowie zwei Krippengruppen mit je zehn Plätzen. Insgesamt verfügt die KTS über 120 Plätze. Das Baugrundstück ist rund 2.000 Quadratmeter groß, die KTS selbst ist auf einem rund 500 Quadratmeter großen Baufeld an der Südostkante des Grundstücks entstanden. Auf rund 1.200 Quadratmetern ist ein kindgerechtes Außengelände entstanden. Zusätzlich wurden fünf Stellplätze für Autos und 15 Fahrradabstellplätze angelegt. Die KTS liegt in unmittelbarer Nähe zur KTS Karl-Krämer-Straße und zur Ludwig-Wolker-Freizeitstätte.

Die Gesamtkosten betragen rund 3,7 Millionen Euro. Für den Bau wurden aus dem Sondervermögen Kinderbetreuungsausbau der Bundesrepublik Deutschland rund 620.000 Euro Fördermittel bewilligt.

KTS Ludwig-Bertram-Straße

Die KTS Ludwig-Bertram-Straße wird ihren Betrieb ab 1. Januar 2018 mit neuer Leitung und neuem Team zunächst mit einer Kindergartengruppen mit 25 Plätzen für Zwei- bis Sechsjährige als Übergangslösung insbesondere für den Stadtteil Oggersheim wieder aufnehmen. Die weiteren Gruppen insbesondere für die Stadtteile Oggersheim, Mitte und Süd sollen im Laufe der nächsten Monate in Betrieb gehen.

Kinderhaus am Ebertpark

Das Kinderhaus am Ebertpark feierte am 8. November 2017 Richtfest. Der aus den 1960er Jahren stammende Altbau wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Bereits durch die Auslagerung der Kinder in ein Ausweichquartier auf einen im Ebertpark direkt an das Außengelände der Kita angrenzenden Bolzplatz konnten neu 9 weitere Kindergartenplätze angeboten werden. Nach Inbetriebnahme des Neubaus im Sommer 2018 werden dem Stadtteil Friesenheim 75 zusätzliche Kindergartenplätze zur Verfügung stehen.

Neubauten für KTS Oppau, KTS Schanzstraße und KTS Süd

Die Kindertagesstätten Oppau, Schanzstraße im Hemshof und Süd sollen abgerissen und um jeweils drei Gruppen erweitert wieder aufgebaut werden. Die KTS Oppau bleibt in Betrieb, der Neubau wird auf dem angrenzenden Bolzplatz-Gelände errichtet. Das alte Kita-Gebäude in Oppau kann bei Bedarf als Übergangslösung in Betrieb bleiben, um den Spitzenbedarf für die kommenden Jahre abzudecken.
Das Ausweichquartier für die KTS Schanzstraße entsteht derzeit in der Pettenkoferstraße. Der Umzug ist für Februar 2018 geplant. Für die KTS Süd wird im Frühjahr 2018 am Lichtenberger Ufer ein Ausweichquartier errichtet, das bereits um drei Gruppen erweitert wird. Es soll im Sommer 2018 in Betrieb gehen.

Neubau an der Berliner Straße/Ecke Wörtstraße

Auf einem  Gelände an der Berliner Straße/Ecke Wörthstraße soll eine sechsgruppige Kindertagesstätte mit 135 Plätzen im Stadtteil Mitte neu entstehen.

Neubau an der Adolf-Diesterweg-Straße

Eine siebengruppige Kindertagesstätte mit 145 Plätzen wird in der Adolf-Diesterweg-Straße im Stadtteil Oggersheim gebaut.

Neubau an der Dörrhorststraße/Ecke Westendstraße

Aktuell in der Planung ist ein dreigruppiger Neubau in der Dörrhorststraße/Ecke Westendstraße im Stadtteil Mitte.

Weitere Projekte

In den städtischen Kindertagesstätten in Edigheim sollen weitere Plätze durch Umstrukturierungen, also ohne größere Baumaßnahmen angeboten werden.
In der Wattstraße in Mundenheim wurde ein Gebäude angemietet, das der Eigentümer in eine dreigruppige Kindertagesstätte mit 75 Plätzen umbaut. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2018 vorgesehen.

In Rheingönheim ist die Öffnung von zwei so genannten Regelgruppen für Zweijährige in der KTS Brückweg ausreichend, um den Bedarf zu decken. Die Umwandlung der Plätze kann zum Januar 2018 erfolgen.

Für den im Ausbaupaket vorgesehenen Standort am Koschatplatz im Stadtteil Süd mit fünf Kindergarten- und einer Krippengruppe wird noch ein Alternativ-Standort gesucht.

Freie Träger

Elf Projekte sind bei freien Trägern, nämlich bei der Protestantischen Kirche und beim Klinikum, in den Stadtteilen Oggersheim/Melm, Pfingstweide, Edigheim, Oppau, Friesenheim, West, Mundenheim, Maudach und Gartenstadt vorgesehen. Die Stadt Ludwigshafen ist derzeit mit den kirchlichen Trägern beziehungsweise den jeweiligen Kirchengemeinden in Gesprächen zur Finanzierung der durch diese Projekte zusätzlich entstehenden 500 Kindergarten- und 60 Krippenplätze. Gesprächstermine sind noch in diesem Jahr vereinbart. Es ist davon auszugehen, dass die Verhandlungen im ersten Quartal 2018 beendet sind und dann zügig Architekten beauftragt werden und die Bauplanungen beginnen können. Es ist das Ziel der Stadt Ludwigshafen, dass auch bei den freien Trägern die Baumaßnahmen bis spätestens Ende 2021 abgeschlossen sind. Die Vorhaben sind aufgrund der Struktur bei Trägern und Grundstückseigentümern komplexer und aufwendiger als bei Vorhaben der Stadt.