Kleingartenanlagen haben in Deutschland eine mehr als hundertjährige Tradition. In Ludwigshafen entstand die erste Kleingartenanlage im Jahre 1921 im Stadtteil Friesenheim.

Kleingartenanlage in Oppau.

Kleingartenanlagen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Leipziger Arzt Dr. Schreber propagiert, um vor allem den Arbeiterfamilien der Industriestädte gesündere Lebensbedingungen durch Aufenthalt und Betätigung in freier Natur zu ermöglichen. Durch Eigenanbau von Obst und Gemüse konnte für die oft sehr dürftigen finanziellen Einkünfte ein Ausgleich geschaffen werden.

Sinnvoll genutzte Freizeit für Tausende

In heutiger Zeit ist die Erholungsfunktion der Kleingärten vorrangig und in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Geschosswohnungsbau der Großstädte zu sehen, bei dem eine Zuordnung des Gartens zur einzelnen Wohnung nicht möglich ist.

Kleingartenanlage in der Pfingstweide.

In Ludwigshafen entstand die erste Kleingartenanlage im Jahre 1921 im Stadtteil Friesenheim, drei weitere Anlagen in anderen Stadtteilen kamen in den Jahren 1939 und 1940 hinzu. Im Zuge der Aufbauleistungen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in den 1950er Jahren die Einrichtung von Dauerkleingartenanlagen fortgesetzt, für die als bevorzugten Standorte die vorhandenen oder geplanten Grünzüge und die Randbereiche der Stadtteile im Übergang zur freien Landschaft ausgewählt wurden. Damit konnte der angestrebten Erholungsfunktion in besonderem Maße Rechnung getragen werden, zumal mit der zunehmenden Motorisierung der Entfernung zwischen Gärten und Wohnung nicht mehr die entscheidende Rolle zukam.

Im Stadtgebiet Ludwigshafen gibt es derzeit zwölf Kleingartenvereine mit 13 Dauerkleingartenanlagen mit insgesamt 2.006 Parzellen, die eine Gesamtfläche von circa 96 Hektar abdecken.

Kleingärten bieten Erholung mitten im Grünen.

Dem Grundsatz, dass die Kleingartenanlagen einen wesentlichen Bestandteil des öffentlichen Grüns darstellen und damit allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich sein sollen, wird von Seiten der Kleingärtnerei dadurch Rechnung getragen, dass alle Anlagen tagsüber geöffnet und stets in einem guten Pflegezustand sind.

Durch die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen dem Stadtverband der Kleingärtner und der Stadtverwaltung konnten in der Vergangenheit wiederholt Anerkennungen für die Gestaltung und den Ausbau der Anlagen verbucht werden. So wurden für die besonderen Leistungen auf diesem Gebiet im Rahmen des Wettbewerbes "Gärten im Städtebau" von Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau seit 1961 mehrere Medaillen entgegengenommen.