Mit seinen wunderschönen Blumenrabatten und majestätischen Bäumen ist der 26 Hektar große Ebertpark die bedeutendste Grünfläche Ludwigshafens. Generationen von Menschen haben hier ihre Seele baumeln lassen, das Parkfest oder eine der zahlreichen Kultur-, Gewerbe- und Sportveranstaltungen besucht.

Flamingos im Ebertpark.

Die Förderung der städtischen Wirtschaft sollte Ludwigshafen ab 1924 aus der schweren Not in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg herausführen. Unter größten Anstrengungen wurden in einem halben Jahr aus "Wasserlöchern" ein Messegelände, mehrere Gastronomie-Gebäude und die beeindruckende Ausstellungshalle errichtet.

Ebertpark im Mai 1925 feierlich eröffnet

Die feierliche Eröffnung des Ebertparks mit Süddeutscher Gartenbau- (SÜGA) und Landwirtschaftsausstellung fand an Pfingsten am 28. Mai 1925 statt. Von allen Veranstaltungen erzielte die SÜGA die größte Wirkung. Für ganz Süddeutschland war damals eine solche Parkanlage einzigartig, die Presse lobte unentwegt und große Festumzüge trugen zu einer mitreisenden Euphorie in der Stadt bei. Genau das Richtige nach der langen Not. Alle Festivitäten hatten ein glückliches Ende mit Ausnahme der SÜGA. Schlechtes Wetter, zu hohe Preise und Misswirtschaft häuften hohe Schulden auf. Nur durch die umstrittene Übernahme der Verbindlichkeiten der Gartenbauausstellung durch die Stadt Ludwigshafen konnte die neue Anlage gerettet werden.

Die hohe Besucherzahl von über 400 000 im Sommer 1926 bestätigte die Verantwortlichen in ihrem Bemühen, die Grünanlage weiter auszubauen. Noch im gleichen Jahr wurde die Konzertmuschel errichtet und der Park mit dem Weiher nach Süden erweitert. Eine Planung von 1927 mit neuen Flächen im Süden und Norden wies dem Park das Ausmaß zu, das er heute besitzt.

Beliebter Ort für Kulturveranstaltungen

Bisweilen tägliche Sommerkonzerte des Pfalzorchesters und Theatervorführungen an den Wochenenden formten früh einen sehr beliebten Ort der Kultur. 1933 bis 1945 bekam die Grünanlage den Namen Hindenburgpark und wurde zu einem zentralen Platz der politischen Propaganda. 1935 eröffnete der Tierpark, dessen Bärenzwinger die Hauptattraktion war. Weitere Umgestaltungen scheiterten jedoch am Zweiten Weltkrieg, der im Park eine große Zerstörung hinterließ.

Blütezeit in den 1950-er Jahren mit vielen Stars

Bis 1952 waren die wichtigsten Kriegsschäden behoben. Die zentrale Anlage am Sternbrunnen mit dem Turmrestaurant konnte wieder hergestellt werden. Anschließend sorgten viele Stars der Bühne und der Musik für die kulturelle Blütezeit. Seit 1951 wird das erstmals 1904 auf der Parkinsel gefeierte Parkfest im Ebertpark veranstaltet und die Feiern am 1. Mai setzten die Tradition politischer Kundgebungen fort.

Nachdem die Grünfläche 1954 das große Spielgelände an der Pettenkoferstraße erhalten hatte, kamen weitere Elemente hinzu. 1962 wurden der Minigolfplatz, 1965 die Eberthalle und 1966 der Quellgarten eingeweiht. Bis 1975 kamen der Rosengarten und das Spielgelände nördlich der Eberthalle hinzu. Somit hatte der Park zu seinem 50. Geburtstag seinen heutigen Umfang erreicht.

Danach hätte die Anlage zweimal Bestandteil von großen Gartenschauplänen werden sollen. In derselben Zeit stauten sich aber bis in die 1990er-Jahre umfangreiche Sanierungsarbeiten auf. Seit Jahren sorgten viele kleine Schritte für wirksame Erneuerungen im Park. 2001 wurde die Naturschutzsäule am Weiher eingeweiht, die als Symbol für das gestiegene bürgerschaftliche Engagement gelten kann. Der Förderkreis Ebertpark e.V. unterstützt seit 2005 die Parkentwicklung tatkräftig. Den größten Schritt unternahm die Wohnungsbaugesellschaft GAG mit der Modernisierung des Turmrestaurants und der Konzertmuschel. Beide zieren seit 2011 als architektonisches Kleinod die Anlagen mit dem rauschenden Sternbrunnen im Zentrum.

Viele attraktive Beete, neue Sitzbänke, Laternen und Wege, drei Spielplätze und die Minigolfanlage laden zur Erholung und zum Naturgenuss in den abwechslungsreichen Ebertpark ein. Zum 90. Geburtstag bleiben jedoch noch einige Hausaufgaben, wie zum Beispiel die Erneuerung von Rosen- und Quellgarten.

"Der Ebertpark"

Das circa 200 Seiten umfassende Buch "Der Ebertpark" von Werner Appel ist für 21,80 Euro beim Förderkreis Ebertpark e. V. erhältlich. Zwei Euro von jedem verkauften Buch kommen dem Förderkreis Ebertpark e. V. zu Gute.