11. August 2018 bis 7. Juli 2019

Zwei neue Ausstellungen sind ab Freitag, 10. August 2018, im Wilhelm-Hack-Museum zu sehen: Die neue Präsentation mit Werken aus der Sammlung Bild und Blick – Sehen in der Moderne beleuchtet die vielfältigen Formen des Wahrnehmens, welche die Kunst des 20. Jahrhunderts den Betrachterinnen und Betrachtern bietet. Die Ausstellungsreihe Kabinettstücke widmet sich mit Make Love not War dem 50-jährigen Jubiläum der Studentenbewegung.

Bild und Blick – Sehen in der Moderne

In sieben Kapiteln verfolgt die aus der Museumssammlung kuratierte Ausstellung Bild und Blick – Sehen in der Moderne die Herausforderungen, die das 20. Jahrhundert für Rezipientinnen und Rezipienten bereithält. Welche Rolle wird den Betrachtenden zugewiesen, wenn die Leinwand nicht mehr als "ein offenes Fenster" fungiert, als die sie der bedeutende Kunsthistoriker Leon Battista Alberti im 15. Jahrhundert postulierte?

"Der Betrachter ist im Bild" – mit dieser Formulierung konstatierte Kunsthistoriker Wolfgang Kemp, dass die Rezipientin oder der Rezipient bei der Konzeption eines Kunstwerks mitgedacht und dessen Standpunkt vor dem Bild genau festgelegt wird. Bereits im Mittelalter wurden Bildtafeln als Fenster zu einer anderen Welt verstanden. Dieses Verständnis des Bildes hielt sich über Jahrhunderte hinweg. Der Weg der Abstraktion im 20. Jahrhundert geht mit einer Konzentration auf die malerischen Mittel und die Leinwandoberfläche einher. Die neue Ausstellung thematisiert mit über 70 Werken, wie sich der Verzicht auf figurative und erzählerische Elemente auf die Bildwahrnehmung auswirkt.

Zur Präsentation erscheint ein kostenloses Begleitheft, in dem den Besucherinnen und Besuchern die einzelnen Räume und Themen der Ausstellung erläutert  werden. Zusätzlich gibt es ein Heft in leichter Sprache, welches dazu beitragen soll, das Museum barrierefrei zu gestalten.

Titelbild: Josef Albers, Study to Homage to the Square Star Blue, 1957, Öl auf Hartfaser, 55,9 x 55,9cm, Wilhelm-Hack-Museum, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Make Love not War

11. August bis 18. November 2018

Mit Make Love not War thematisiert das neue Kabinettstück anhand von über 50 Grafiken, Collagen und Objekten verschiedene Aspekte der Studentenbewegung von 1968, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. 

Studentinnen und Studenten in ganz Deutschland riefen vor 50 Jahren zum Protest auf die Straße. Angeprangert wurden das verstaubte Hochschulwesen sowie die verkrusteten Gesellschaftsstrukturen der damaligen Bundesrepublik. Die Große Koalition unter Kanzler Kurt Georg Kiesinger kannte keine nennenswerte parlamentarische Opposition und provozierte eine außerparlamentarische. Der studentische Protest richtete sich gegen die fehlende Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, die weltweite atomare Aufrüstung und den Vietnamkrieg.

Das Kabinettstück nimmt Künstlerinnen und Künstler in den Fokus, die sich selbst aktiv an der Bewegung beteiligten oder die zeitaktuellen Themen in ihrer Kunst kommentierten.