Auf die Besucherinnen und Besucher des Wilhelm-Hack-Museums warten 2017 neue Ausstellungprojekte, die sich der zeitgenössischen Kunst ebenso widmen wie den Werken aus der eigenen Sammlung. Außerdem stehen in diesem Jahr wieder das in Fotobiennale umbenannte Fotofestival sowie drei spannende junge Künstlerinnen und Künstler in der Rudolf-Scharpf-Galerie auf dem Programm.

Wie gestalten wir unsere Lebensumwelt in Zukunft?

"Wie gestalten wir unsere Lebensumwelt in Zukunft?", fragt der zeitgenössische Künstler Tomás Saraceno (Jahrgang 1973) und stellt ab 11. Februar seine faszinierenden Antworten im Wilhelm-Hack-Museum vor. Inspiriert von biologischen Netzstrukturen, Seifenblasengeometrien oder astrophysikalischen Verbindungen entwickelt der aus Argentinien stammende Künstler gemeinsam mit Ingenieuren, Architekten oder Biologen raumgreifende Kunstwerke und reagiert so auf globale ökologische Themen. Neben den Großinstallationen bilden die von Spinnen produzierten 3D-Modelle einen weiteren Höhepunkt der Schau, die bis zum 30. April zu sehen ist.

Die andere Seite. Erzählungen des Unbewussten

Der österreichische Grafiker Alfred Kubin entführte seine Leser 1909 in ein Traumreich und beschreibt in seinem Roman "Die andere Seite" einen fernen Ort, wo kein Wunsch unerfüllt bleibt. Ausgehend von Kubins Roman und künstlerischem Frühwerk, das durch eine fantastische und mythische Bildwelt geprägt ist, spürt die Ausstellung Die andere Seite. Erzählungen des Unbewussten vom 25. Mai bis 13. August im Wilhelm-Hack-Museum Surreales in der Gegenwartskunst auf und zeigt zahlreiche zeitgenössische Positionen, die an das Unbewusste unseres Bewusstseins heranführen.

Biennale für aktuelle Fotografie

Farewell Photography: Unter diesem Titel stehen von 9. September bis 5. November bei der ersten Biennale für aktuelle Fotografie (ehemals Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg) die großen Umbrüche der zeitgenössischen Bildkultur im Mittelpunkt. Im Wilhelm-Hack-Museum befragt die Biennale die materiellen und ideellen Bruchstellen, die mit dem Medienwechsel von analog zu digital auf dem Spiel stehen. Als Gegenpart dazu wird auch die Öffnung und Erweiterung von fotografischen Praktiken, des Bildraums, der Formate und die damit einhergehenden veränderten Leseweisen thematisiert.

Stimme des Lichts. Delaunay, Apollinaire und der Orphismus

Die Ausstellung Stimme des Lichts. Delaunay, Apollinaire und der Orphismus krönt das Ausstellungsjahr 2017: Denn trotz seiner Bedeutung für die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert wurde der Kunstrichtung "Orphismus" bisher keine umfassende Themenschau gewidmet. Das Wilhelm-Hack-Museum stellt ab 2. Dezember die verschiedenen Schwerpunkte der orphischen Ästhetik sowie die Bedeutung des Lichts und der Farbe vor. Die Werke von Robert und Sonia Delaunay stehen im Zentrum der Präsentation, die im Kontext von zahlreichen Werken von Paul Klee, August Macke oder Franz Marc gezeigt werden.

Rudolf-Scharpf-Galerie

Mit stilllebenhaften Inszenierungen und präsenter Malerei des italienischen Künstlers Manuele Cerutti, großformatigen Arbeiten der ersten Einzelpräsentation des Künstlers Enrico Bach sowie den überwältigenden Werken der im Iran geborenen Künstlerin Toulu Hassani warten spannende künstlerische Ansätze des Künstlernachwuchses auf die Besucherinnen und Besucher in 2017.

Aus der Sammlung

Einer der radikalsten Schritte in der Kunst fand um das Jahr 1912 statt. Künstler wie Wassily Kandinsky und Piet Mondrian lösten sich von der Darstellung figürlicher Motive und entwickelten völlig ungegenständliche Kompositionen. Die Sammlungspräsentation ABSTRAKTIONEN - Werke aus der Sammlung von Popowa bis Nicolai ist noch bis 5. Juni zu sehen und ermöglicht einen Streifzug durch die vielfältigen Entwicklungsrichtungen der abstrakten Kunst von ihren Anfängen bis heute.

Ab Sommer 2017 zeigt sich die Sammlung des Wilhelm-Hack-Museums in neuer Präsentation: Wie können in der bildenden Kunst Geschichten erzählt werden, wenn sich die Darstellung nur auf wenige Momente beschränkt? Diese und andere Fragen rund ums Geschichtenerzählen in der Kunst stehen im Zentrum der Ausstellung. Zu sehen sind unter anderem Werke von Max Beckmann, Joseph Beuys, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker und Daniel Spoerri.