11. Februar bis 30. April 2017

: In der größten Salzpfanne der Erde, dem Salar de Uyuni in Bolivien, ließ Tomás Saraceno 2015 eines seiner Flugobjekte aufsteigen. (Aerocene, launches Salar de Uyuni, Bolivia, 2015 © Photography by Studio Tomás Saraceno, 2015)

Seine Arbeit versteht Tomás Saraceno als stetige Forschung, als Reaktion auf globale Themen wie die zunehmende Unbewohnbarkeit der Erde oder ökologische Probleme. Seine neueste Vision: Aerocene, das Zeitalter der Luft, in dem ein Fortbewegen ohne jeden Treibstoff und Motor möglich ist. Bis 30. April zeigt die Ausstellung Tomás Saraceno – Aerosolar Journeys im Wilhelm-Hack-Museum (WHM) faszinierende, fliegende Skulpturen und lädt zum Mitreisen ein.

Dass Kunst die Welt verändern kann, davon ist der international bekannte Forscher unter den zeitgenössischen Künstlern, Tomás Saraceno, Jahrgang 1973, überzeugt. Inspiriert von physikalischen und biologischen Formen wie Seifenblasengeometrien oder Spinnennetzen entwickelt er in Zusammenarbeit mit Biologen, Ingenieuren oder Architekten großformatige Skulpturen und Installationen. So gehört etwa seine Arbeit Cloud Cities – eine große begeh-bare Installation mit schwarzen elastischen Schnüren, die spinnennetzähnlich durch den Raum führen – zu seinen bekanntesten und ist nur ein Beispiel für Saracenos Idee einer "realisierbaren Utopie".

Die Ausstellung im WHM zeigt seine neue Vision: Aerocene, das Zeitalter der Luft. Hier entwickelt Saraceno fliegende Skulpturen, die in einer langen Reise um die Welt fliegen können – und das ohne die Verwendung von fossilen Brennstoffen, Solarzellen, Motoren, Batterien oder synthetischen Gasen. Am Tag erhalten die Skulpturen allein durch Sonnenwärme, in der Nacht durch die Infrarot-Strahlung der Erdoberfläche Auftrieb. Erste Testflüge hat es bereits gegeben und erste Piloten werden eigens hierzu ausgebildet.

Gigantische Skulptur aus gebrauchten Plastiktüten

Neben den faszinierenden Aerocene-Visionen sind im Wilhelm-Hack-Museum auch die Anfänge der Aerocene-Forschung zu sehen: Das Museo Aero Solar, eine gigantische Skulptur aus gebrauchten Plastiktüten, die für alle Besucherinnen und Besucher begehbar ist und wie eine Kathedrale der Nachhaltigkeit erscheint. Tomás Saraceno und eine große Museo-Aero-Solar-Gemeinschaft sammelten gebrauchte Plastiktüten und prüften das umweltverschmutzenden Produkt hin auf sein Potential für das künftige Zusammenleben in der Luft. Mittlerweile umfasst die Sammlung mehr als 20.000 Plastiktüten, die in Ländern wie Kolumbien, Kuba, Frankreich, Deutschland, Italien, Palästina, den Vereinigte Arabische Emirate und der USA zusammengetragen wurden.

Ludwigshafen hebt ab

Während der Ausstellung im WHM entsteht ein eigenes, neues Ludwigshafener Museo Aero Solar. Alle sind dazu eingeladen, mitzumachen und benutzte Plastiktüten in eine fliegende "Leichter-als-Luft-Skulptur" zu verwandeln: entweder bei Kursen oder Terminen wie der Art Lounge am 16. März, 18 bis 22 Uhr, oder bei einer großen Workshop-Woche vom 18. bis 23. April jeweils von 13 bis 18 Uhr.