Im Zentrum der Bestände des Stadtarchivs steht das Schriftgut der Stadtverwaltung Ludwigshafen sowie der Verwaltungen ihrer Vorgängergemeinden.

Der Besuch König Ludwig I. von Bayern und seiner Gemahlin Therese in der Rheinschanze, 1829

Die im Stadtarchiv vorhandenen Archivalien reichen von der Gegenwart bis ins 15. Jahrhundert zurück. Diese städtische Überlieferung wird ergänzt durch weitere Archivaliengruppen, die das Leben in der Stadt dokumentieren. Für eine Industriestadt im Westen Deutschlands besonders erfreulich: Die Bestände der Stadt Ludwigshafen sind nahezu ohne Kriegszerstörung ab der Gemeindegründung erhalten.

So verfügt das Stadtarchiv über ein umfangreiches Fotoarchiv mit rund 50.000 Motiven und Hunderttausenden historischer Negative sowie über ausgedehnte Sammlungen an Manuskripten, Plänen, Plakaten und Flugschriften. Außerdem beherbergt das Archiv einen großen Bestand an Druckschriften von Vereinen, Verbänden, Wirtschaftsunternehmen und Kirchen sowie eine Zeitungssammlung, die fast alle je in Ludwigshafen und den Vororten erschienenen Presseerzeugnisse umfasst.

Nachlässe und Firmenarchive

Darüber hinaus verwahrt das Stadtarchiv über 100 Nachlässe. Hierbei handelt es sich vornehmlich um die schriftliche Hinterlassenschaft bedeutender lokalpolitischer Persönlichkeiten, aber auch um das Schriftgut regional und überregional bekannter Künstler mit Ludwigshafener Bezug. Zu den "Highlights" der Nachlässe gehören zweifelsohne die des langjährigen Oberbürgermeisters Werner Ludwig, des Bürgermeisters Ludwig Reichert, des Juristen, Politikers und Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichtes, Friedrich Wilhelm Wagner, der Schriftstellerin Anna Croissant-Rust oder des Hollywood-Regisseurs William Dieterle.

Den Industriestadtcharakter Ludwigshafens manifestiert in den Beständen des Archivs nicht zuletzt das Schriftgut einiger bedeutender Firmen der Stadt. An dieser Stelle ist vor allem das Archiv der Firma Giulini zu nennen, der ältesten Chemiefabrik Ludwigshafens, oder das des Handelshauses Scharpf-Lichtenberger, das bis in 18. Jahrhundert reicht und aus dessen Ansiedlung die Stadt hervorging. Beide Archive genießen als "national wertvolles Archivgut" besonderen Schutz.

Desweiteren wird in den Magazinen des Stadtarchivs aber auch die Überlieferung verschiedener gesellschaftlicher Organisationen, Gewerkschaften und Parteien gelagert, die in der Stadt aktiv sind oder waren. CDU, SPD und Grüne haben ihre örtlichen historischen Archive dem Archiv übergeben, und auch von anderen Parteien findet man zum Teil umfangreiches Material.

Eine umfangreiche und stets wachsende Sammlung zur Arbeiterbewegung in der Stadt gibt Zeugnis von gesellschaftlichen und sozialen Grundtendenzen in der Ludwigshafener Geschichte.
Zudem verfügt die Institution über eine Dienstbibliothek von rund 10.000 Bänden.

Eine genauere Beschreibung der Bestände des Stadtarchivs können den im Haus vorhandenen Verzeichnissen und dem elektronischen Archivrecherchesystem entnommen werden.