26. Januar bis 28. Juli

Römischer Hortfund aus Rheingönheim, Foto: Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz

Gemeinsam mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Landesarchäologie Rheinland-Pfalz, Außenstelle Speyer, und in Kooperation mit dem Förderverein für einen Archäologiepark Rheingönheim zeigt das Stadtmuseum im Rathaus-Center ab 26. Januar 2018 die erste Sonderausstellung dieses Jahres: "Die Römer in LU - Zwei Kastelle, eine Siedlung und ein Gräberfeld". Zum ersten Mal präsentiert damit das Stadtmuseum in einer Ausstellung Ergebnisse der Ausgrabungen der beiden Militärlager aus dem 1. Jahrhundert, die sich in einem Ackerboden im heutigen Ludwigshafener Stadtteil Rheingönheim befinden. Anhand eines Überblicks zur lokalen römischen Vergangenheit erfahren Besucherinnen und Besucher Spannendes über die Lebensumstände in dieser Zeit. Neben einer Vielzahl originaler Artefakte aus Rheingönheim illustrieren Landkarten, zeichnerische Rekonstruktionen des Lagerlebens, Fotografien und ein Modell den Alltag der römischen Soldaten am Rhein und ihr direktes Umfeld. Die Ausstellung ist bis 28. Juli zu sehen. Die Eröffnung war am Donnerstag, 25. Januar 2018, 18 Uhr.

Die Ausstellung wurde großzügig gefördert durch die Stiftung der ehemaligen Stadtsparkasse Ludwigshafen.

Donnerstag, 7. Juni 2018 um 19 Uhr

Zeitscheibe(n). Die spätrömische Zeit zwischen Main und Pfälzerwald

Ein Blick vom obergermanischen Limes des 3. Jh. im Osten über das Neckarmündungsgebiet mit dem Zentralort Lopodunum/Ladenburg über die spätantike Pfalz zu den Höhen des Pfälzerwaldes im Frühmittelalter zeigt die späte Römerzeit als eine dynamische Epoche voller Veränderungen. Am Rhein als Grenzregion bündelten sich viele Einflüsse aus der Ferne. Hier formten "Einheimische" und "Zugezogene" eine neue Kultur.

Referent: Dr. Roland Prien, Archäologe an der Universität Heidelberg (HCCH - Heidelberg Center for Cultural Heritage) und Koordinator des Master-Studiengangs "Cultural Heritage und Kulturgüterschutz" 

Donnerstag, 5. Juli 2018 um 19 Uhr

Der Militärplatz Ludwigshafen-Rheingönheim - ein Hotspot römischer Macht am Oberrhein im 1. Jahrhundert n. Chr.

Das Hilfstruppenkastell Rheingönheim lag lange im Schatten besser bekannter römischer Zentren wie etwa Mainz, Speyer oder Straßburg. Grabungen in jüngerer Zeit haben nun unseren Kenntnisstand deutlich verbessert: So konnte der Nachweis erbracht werden, dass in Rheingönheim (zumindest kurzfristig) eine Legion stationiert war. Auch zu der bisher fast völlig im Dunkeln liegenden Entwicklung des Platzes nach Aufgabe der Militärlager liegen nun Informationen vor. Das reichhaltige Fundmaterial gibt Hinweise auf die Datierung der Lager, auf Handelsverbindungen und Produktionsprozesse vor Ort sowie auf den Alltag der Soldaten wie Zivilisten. Im Rahmen des Vortrages wird die Geschichte des Militärplatzes darüber hinaus in einen größeren historisch-geographischen Kontext gestellt.

Referent: Dr. Thomas Maurer, Archäologe und Gebietsreferent beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Dienststelle Regensburg. Dr. Thomas Maurer war maßgeblich an den jüngsten Grabungskampagnen in Rheingönheim beteiligt.

Donnerstag, 19. Juli 2018 um 19 Uhr

Schmelztiegel Eisenberg - die Geschichte eines Gewerbeviertels im römischen Vicus von Eisenberg

Am Beginn der römischen Siedlung von Eisenberg steht die industrielle Herstellung von Eisen, bei der die Belieferung des Militärs, auch in Rheingönheim, eine große Rolle gespielt haben dürfte. Daraus erwächst ein römischer Mittelpunktort, der zu den größten römischen Siedlungen auf dem Gebiet der heutigen Pfalz zählte. Aktuelle Ergebnisse der Auswertung eines zentralen Siedlungsareals zeichnen das detailreiche Bild einer mehr als vierhundertjährigen Ortsgeschichte, die unser Wissen um manch einen Aspekt erweitert, der einen staunen lässt. Begeben Sie sich mit auf eine Reise durch die Entwicklung eines Gewerbeviertels, das eindrucksvoll belegt, wie stark das vielfältige persönliche Schaffen der Menschen dort mit den großen Ereignissen der Zeit verknüpft war.

Referent: Arno Braun M.A., Archäologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Altertumswissenschaften der Universität des Saarlandes und Lehrbeauftragter am Institut für Altertumswissenschaften des Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Samstag, 16. Juni 2018 ab 15 Uhr

Exkursion vor Ort, gebührenfrei und ohne Voranmeldung:

Der Förderverein für einen Archäologiepark Rheingönheim, die Direktion Landesar-chäologie, Außenstelle Speyer und das Stadtmuseum Ludwigshafen laden herzlich ein zur einer vor-Ort-Begehung am Standort der beiden Kastelle. Teils in römischer Gewandung berichten Vereinsmitglieder über die Ziele Ihres Vereins und zeigen, was von den unterhalb des Ackerbodens und Deichs befindlichen Kastellen mit etwas geschultem Blick noch heute gesehen werden kann. Dr. Ulrich Himmelmann, Landesarchäologe für die Pfalz, erläutert die Ausgrabungsgeschichte und die Befundsituation. Unter der Anwesenheit des Rheingönheimer Ortsvorstehers Herrn Wilhelm Wißmann werden zudem erstmalig Informationstafeln für Spaziergänger enthüllt und der Öffentlichkeit übergeben, die über die Geschichte der beiden Auxiliarlager informieren. Für Getränke und Kleinigkeiten zu Essen ist gesorgt.

Lage: Rheingönheim, Straße: K7 /Verlängerung "Hoher Weg" in Richtung Altrip auf der Höhe der Bushaltestelle "Rehbach" (Linien 570 und 582). Parkplätze in der un-mittelbaren Umgebung sind vorhanden.