Vier Quartiere in Ludwigshafen wurden ins Bund-Länder-Förderprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen. Im Quartier Westend lief das Projekt 2011, in Mundenheim Südost Ende 2013 aus. In West und Oggersheim West dauern die Projekte an.

Soziale Stadt - was ist das?

Das Logo der Städtebauförderung von Bund und Ländern.

Hinter der Bezeichnung "Soziale Stadt" steht ein durch die Aufnahme in das Baugesetzbuch langfristig angelegtes Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm. Die ursprüngliche vollständige Bezeichnung dieses Förderprogramms, das seit 1999 existiert, lautet "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt". Gestartet wurde in 16 Bundesländern mit insgesamt 164 Gebieten in 125 Kommunen. Derzeit sind über 375 Kommunen bundesweit beteiligt.

Mittlerweile heißt das Programm "Soziale Stadt - Investitionen im Quartier", für das im Jahr 2013 vom Bund nur noch Finanzhilfen in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Um das Programmanliegen zu stärken, wurde im Januar 2011 ein bundesweites Bündnis gegründet, dem viele Akteure beigetreten sind. Auch auf der Ebene der Bundesländer haben sich im Nachgang Bündnisse etabliert. So wurde das Bündnis für Soziale Stadtentwicklung in Rheinland-Pfalz im November 2012 ins Leben gerufen. Der Stadtrat der Stadt Ludwigshafen hat in seiner Sitzung vom 24. Juni 2013 beschlossen, diesem Bündnis beizutreten.

Gefördert werden mit diesem Programm Maßnahmen zur Situationsverbesserung in Stadtquartieren mit städtebaulichen und sozialen Problemlagen. Die Zukunftsfähigkeit dieser Viertel lässt sich meist nur durch eine Regeneration von "außen" verbessern, da in den Gebieten selbst die erforderlichen finanziellen und strukturellen Ressourcen fehlen. Das Programm gibt hier die notwendigen Impulse. Ausgehend von strukturverbessernden baulichen Investitionen werden durch den integrierten Handlungsansatz vor allem Maßnahmen zur sozialen Stabilisierung und Entwicklung im Quartier entwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Unterstützung von Aktionen und Verbesserungsmaßnahmen, die durch die Bewohnerinnen und Bewohner, die im Stadtteil aktiven Vereine, Verbände und Organisationen sowie die Kommunalverwaltung gemeinsam durchgeführt und getragen werden.

Die Quartiere Westend, Mundenheim Südost und Oggersheim West wurden im Jahr 2000, das Quartier West, das auch als Sanierungsgebiet ausgewiesen ist, 2001 in das Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. Das Westend war gleichzeitig Modellgebiet des Landes Rheinland-Pfalz. Es erfuhr dadurch eine intensive Programmbegleitung durch das Deutsche Institut für Urbanistik in Berlin (DIFU).

Seit 2000 wurden in den Quartieren bereits zahlreiche investive Projekte, Projekte zur Stabilisierung der Bewohnerschaft, zur Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen, zur Integration von Migrantinnen und Migranten und zur Verbesserung des Images der Quartiere in der Gesamtstadt durchgeführt. Die Grundlage hierfür bildeten nicht zuletzt die sogenannten Integrierten Handlungskonzepte, die für jedes Gebiet unter Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern, Vereinen und Institutionen und Kommunalpolitikerinnen und -politikern erarbeitet wurden. Ziele und Maßnahmen wurden festgelegt und anschließend umgesetzt.

Quartiersmanagement

Als ein wichtiges Instrument im Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" gilt das Quartiersmanagement. Die vor Ort eingerichteten Soziale Stadt Büros mit je einem Quartiersmanager und einer Verwaltungskraft dienen als Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger des Quartiers zu allen Fragen und Problemen rund um das Thema "Soziale Stadt". Sie bilden das Schlüsselinstrument der integrierten Stadtteilentwicklung.

Aufgaben des Quartiersmanagements

  • Aktivierung und Beteiligung der Quartiersbevölkerung unter aktiver Mitwirkung der lokalen Wirtschaft, ortsansässiger Institutionen (Schulen, Kindertageseinrichtungen, Kirchen, Polizei) sowie lokaler Vereine, Initiativen und Verbände
  • Vernetzung der im Quartier bereits tätigen beziehungsweise ansässigen Institutionen, Vereine, Verbände und sonstiger lokaler Akteure untereinander
  • Öffentlichkeitsarbeit in Form von regelmäßigen Berichterstattungen in den örtlichen Medien zu Veranstaltungen, Aktivitäten und Projekten im Quartier
  • Begleitung des städtebaulichen Prozesses
  • Entwicklung von Projekten zusammen mit der ortsansässigen Bevölkerung in Rahmen von Arbeitskreisen und -gruppen
  • Zugehen auf Bewohnerinnen und Bewohner bis hin zum Dialog- und Konfliktmanagement
  • Aufbau selbsttragender sowie nachhaltig wirksamer personeller und materieller Strukturen im Quartier, die auch nach Beendigung des Programms im Quartier bestehen