Das Quartier wurde 2000 in das Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. Seit 2003 gibt es ein Quartiersbüro, in dem sich vor Ort ein Quartiersmanager und eine Verwaltungskraft um die Belange der Bewohnerinnen und Bewohner kümmern.

Die Skaterbahn, Teil der Jugendfreizeitanlage an der IGSLO, wurde 2012 eingeweiht.

Im größten Soziale-Stadt-Quartier in Ludwigshafen wohnten Ende 2014 mehr als 7.200 Einwohnerinnen und Einwohner auf einer Fläche von rund 94 Hektar. Das Quartier ist baulich geprägt von Hochhäusern und mehrgeschossigen Wohnblocks aus den 1960er und 1970er Jahren einerseits und Reihen- und Einfamilienhäusern in den Randbereichen andererseits. Etwa 85 Prozent des Wohnungsbestandes sind Mietwohnungen.

Ausgangslage

Das Wohnumfeld bestand überwiegend aus unattraktiven Freiflächen mit geringer Aufenthaltsqualität. Besonders für die vielen Kinder und Jugendlichen standen fast nur abgenutzte Spielplätze mit geringem Spielwert zur Verfügung. Besonders hoch war das Defizit in qualitativer und quantitativer Hinsicht bei Aufenthaltsräumen für ältere Kinder und Jugendliche.

Die Freiflächen der drei im Fördergebiet liegenden Schulen und einer Kindertagesstätte waren stark sanierungsbedürftig. Gerade bei den Schulen liegt ein großes Potenzial, Angebote für verschiedene Altersgruppen bei den Kindern und Jugendlichen aus dem Wohngebiet auch außerhalb der Unterrichtszeit anzubieten.

In den vielfach überdimensionierten Straßenräumen gab es wenig Begrünung und einen geringen Baumbestand. Das Erscheinungsbild einer Hochhaussiedlung ohne gewachsene Strukturen in Kombination mit der hierdurch hervorgerufenen Anonymität hat Auswirkungen auf das soziale Gefüge. Die Arbeitslosenquote lag mit 17,2 Prozent (2003) über dem städtischen Durchschnitt. Der Anteil der Migrantinnen und Migranten im Gebiet liegt zwar mit 17,9 Prozent unter dem der Gesamtstadt, konzentriert sich aber auf Bereiche im Geschosswohnungsbau. 20 Prozent der Grundschulkinder kamen 1999 aus einem Alleinerziehendenhaushalt.

Es gibt aber nicht nur Probleme und Schwierigkeiten, sondern das Gebiet verfügt auch über viel Potenzial. Dazu gehören der große Anteil an Kindern und Jugendlichen in der Bevölkerung, die vielen Sozial- und Behinderteneinrichtungen im Stadtteil, die ethnische Vielfalt und die insgesamt großzügigen Freiflächen.

Bisherige Arbeit

Eröffnung des Begegnungsplatzes in der Kerschensteiner Straße mit dem neuen Steinbackofen im Mai 2016.

Im Zeitraum von 2003 bis Ende 2015 sind große Anstrengungen unternommen worden, um möglichst viele bauliche Defizite zu beseitigen, aber auch die Nachbarschaft und das Zusammenwirken von den Akteuren im Stadtteil zu stärken. Bis Ende 2015 wurden im Quartier über 3,2 Millionen Euro in investiert. Mit diesen Mitteln wurden 17 öffentliche Bauprojekte, das Quartiersmanagement, Beteiligungsprojekte und Beschäftigungsmaßnahmen gefördert.

Neben dem Umbau der Freiflächen an allen drei Schulen und einer städtischen Kindertagesstätte wurden darüber hinaus bisher drei öffentliche Spielplätze umgebaut. Es gab einen Umbau in der Jugendfreizeitstätte "Ernst Bloch" und der Abenteuerspielplatz in der Speyerer Straße erhielt ein neues Spielhaus. Im Stadtteil gibt es jetzt Spielangebote wie eine mittlerweile überregional genutzte Skaterbahn, einen Beachvolleyballplatz und ein Allwetter-Kleinspielfeld - alles auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule "Ernst Bloch" (IGSLO).

Die Spielwohnung erhielt in den nicht mehr erforderlichen Klassenräumen der Langgwannschule ein neues Domizil und kann nun noch besser in Kooperation mit der Grundschule zusammenarbeiten. Nach langer Bauzeit gelang es auch, den Spielplatz mit einem Backofen in der Kerschensteiner Straße fertigzustellen: Ein Wunsch der anliegenden Bürgerinnen und Bürger, um hier einen generationsübergreifenden Treffpunkt im Wohngebiet zu schaffen.

Das Besondere an diesen Bauprojekten neben dem Einsatz der Fördermittel - derzeit kommen 80 Prozent der förderfähigen Kosten aus dem Programm "Soziale Stadt", im Zeitraum 2014 bis 2017 sogar 90Prozent - ist die umfangreiche Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner des Quartiers beziehungsweise der künftigen Nutzerinnen und Nutzer im Vorfeld der Baumaßnahmen. Es hat sich gezeigt, dass so die Identifizierung mit den neugebauten Anlagen hoch ist und nicht am Bedarf vorbei geplant wird. So gibt es mehr Zufriedenheit und weniger Vandalismus. Die gute Zusammenarbeit während der Beteiligungen hilft, sich gegenseitig kennenzulernen und schafft die Bereitschaft, gemeinsam neue Projekte zu wagen.

Das Zentrum der Arbeit vor Ort liegt im Quartierbüro. Das Quartiersmanagement hat sich zu einer wichtigen Drehscheibe im großen, in den Jahren immer enger gewordenen Netzwerk der vielen an der Gestaltung des Stadtteils Mitwirkenden entwickelt. Die langjährige gute Arbeit hat Vertrauen geschaffen und es gelingt immer besser, Aktivitäten zu bündeln, im ständigen Dialog zu bleiben und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in Aktivitäten einzubinden. Bis Ende 2015 wurden mehr als 1.000 Termine und Veranstaltungen organisiert und begleitet, viele mit immer neuen Kooperationspartnern und der Unterstützung von Sponsoren.

Ausblick

Mit der Fortschreibung des Integrierten Entwicklungskonzepts, dem im Juli 2016 im Stadtrat zugestimmt wurde, wurden nach ausgiebiger Diskussion im Stadtteil die Ziele für die Restlaufzeit fixiert und konkrete Projekte formuliert. Es ist vorgesehen, das Programm Soziale Stadt in Oggersheim West bis Ende 2022 fortzuführen.

Für die letzte Etappe sind zunächst noch wichtige Bauprojekte vorgesehen. Dazu gehören der Umbau der Schuleingangsbereiche der Adolf-Diesterweg-Realschule plus (auch mit Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten für das Quartier), die Herstellung von Barrierefreiheit an wichtigen Punkten im Straßenraum und der Bau eines Kleinkinderbereichs auf dem Abenteuerspielplatz. Das zentrale Projekt, um den Stadtteil sozial zu stärken, wird die Entwicklung eines Nachbarschaftszentrums im Comeniuszentrum sein. Damit sollen die Ergebnisse der Förderung nachhaltig über die Programmlaufzeit hinaus gesichert werden.

Beispiele für Projekte

Baulich-investiv:

  • Neubau des Spielplatzes in der Kerschensteiner Straße als Generationenspielplatz mit Backofen
  • Neubau des Freizeitgelände mit Skateranlage, Beachplatz, Allwetter-Kleinspielfeld und Sitzforum an der IGSLO

    Sozial-integrativ:

    • Aktonstag " Ganz normal anders" für behinderte und nichtbehinderte Menschen
    • Mitmachgarten am Comeniuszentrum mit Kooperationspartnern
    • regelmäßige Quartiersausflüge