Das Quartier West wurde im Jahr 2001 ins Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. Bis mindestens Ende 2016 soll die Förderung weiter bestehen.

Ausgangslage

Der Stadtteil West ist der kleinste Stadtteil in Ludwigshafen. Obwohl er in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum liegt, ist er von den umliegenden Stadtteilen weitgehend isoliert. Außerdem weist gerade dieses Quartier eine hohe Verdichtung infrastruktureller, sozialpolitischer und beschäftigungspolitischer Probleme auf.

Das Quartier West ist gekennzeichnet durch zahlreiche strukturelle Probleme, teilweise im Wohnbereich. So hat gerade dieses Quartier mit einem besonders hohen Anteil an kleinen Wohnungen zu kämpfen, die dem Bedarf an großem Wohnraum für Familien nicht gerecht werden. Dazu kommen schließlich noch eine nicht ausreichend ausgebaute Infrastruktur und eine nicht hinreichende Versorgung mit Ärzten. Eine äußerst lückenhafte Einzelhandels- und Dienstleistungsstruktur ist in diesem Zusammenhang auch zu benennen. Aufgrund dieser Probleme sowie aufgrund des Fehlens von Vereinen und Interessenvertretungen sowie der Präsenz eines als "Sozialer Brennpunkt" ausgewiesenen Gebietes in unmittelbarer Nähe, haben sich trotz verbesserter Wohnqualität in den letzten zwei Jahrzehnten die sozialen Probleme in diesem Stadtteil stark konzentriert.

Zu den gravierendsten Problemen zählt eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit, die mit 25,7 Prozent (Dezember 2011) weit über dem städtischen Durchschnitt liegt. Ebenfalls weit über dem gesamtstädtischen Anteil liegt der Prozentsatz der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung. Den Stadtteil kennzeichnet zudem ein überdurchschnittlich hoher Anteil nichtdeutscher Bevölkerung (28,3 Prozent, Dezember 2011). Innerhalb der Bevölkerung Ludwigshafens sind die jüngeren Altersgruppen (bis 30-Jährige) im Stadtteil West deutlich überdurchschnittlich repräsentiert. Das Bildungsniveau im Quartier ist unterdurchschnittlich, nur ein geringer Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler besucht weiterführende Schulen.

Ziel des Programms war daher eine Verbesserung der Infrastruktur und des Wohnumfeldes bei gleichzeitiger Auffächerung des Wohnungsangebotes. Altbauten wurden modernisiert.

Im sozialen Bereich standen auf der Agenda:

  • Verbesserung der sozialen Infrastruktur
  • Verbesserung des Angebotes an bedarfsgerechten Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten
  • Maßnahmen für eine sichere Stadt
  • Förderung der Stadtteilkultur (alte Traditionen erhalten, neue Traditionen schaffen)
  • Entwicklung eines Bürgerbewusstseins für den Stadtteil unter Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unterstützung örtlicher Potenziale
  • Förderung eines neuen, positiven Images des Stadtteils
  • Unterstützen von kultureller und sozialer Vielfalt im Quartier

Ausblick

Wichtig ist vor allem die Verbesserung der sozialen Infrastruktur. Dazu zählt auch das Angebot von Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit einem bereits bestehenden Angebot im Stadtteil. Ein wichtiges Ziel wird das Erhalten und Schaffen von Traditionen im kulturellen und sozialen Bereich sein. Liebgewonnene Traditionen sind der Sommertagsumzug mit der Winterverbrennung, der mit den Kindertagesstätten durchgeführt wird, und das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaumes auf dem Rudolf-Hoffmann-Platz vor dem ersten Advent.

Angestoßen werden soll eine Nutzung der Räume des Bürgertreffs für Ausstellungen und kleinere kulturelle Events. Ein weiteres Ziel stellt die Verbesserung des Angebotes an bedarfsgerechten Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten gemeinsam mit Kooperationspartnern im Quartier dar. Zur weiteren Verbesserung des Images des Stadtteils tragen auch saubere Straßen und eine von allen getragene Verantwortung für den Stadtteil bei.

Beispiele für Projekte

Spielplatz Volkerstraße

Auf rund 1.000 Quadratmetern haben die Kinder 2005 hier eine neue Spieloase erhalten. Vier Spielbereiche stehen ihnen dabei zur Verfügung: Der Kinderspielplatz besteht aus einer Sandfläche, einem kleinen Hügel und einem Klettergerät mit Rutsche. Der Schulkinderbereich enthält ein Kombinationsspielgerät aus Holz sowie eine Vogelnestschaukel. Die Streetballanlage ist auch für ältere Kinder gedacht. Die große Spielwiese bietet weitere Spielmöglichkeiten.

Sommertagsumzug

Beim Sommertagsumzug wird der Winter verabschiedet. Mit Liedern und Tänzen stellen Kinder die Jahreszeiten dar und abschließend verbrennen sie mit Hilfe ihrer Eltern einen Schneemann. Der Umzug findet jährlich unter der Beteiligung der Kindergärten des Stadtteils statt.

Sauberes West

Wer wohnt nicht lieber in einem sauberen Umfeld? Also sollte doch jeder mit gutem Beispiel vorangehen. Bei der Aktion "Sauberes West" handelt es sich um eine jährliche Aktion, die der Marketing-Verein Ludwigshafen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bürgertreff West und den engagierten Bürgerinnen und Bürgern der Interessengemeinschaft West durchführt.

Kinderfest in West

Das Kinderfest in West findet als Fest für die Kinder direkt nach Schuljahresbeginn als Kooperationsprojekt aller gesellschaftlichen Einrichtungen im Stadtteil statt.

Des weiteren finden regelmäßig im Quartierbüro Infoveranstaltungen und Ausstellungen statt.