Das Quartier West wurde im Jahr 2001 ins Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. Bis mindestens Ende 2022 soll die Förderung weiter bestehen.

Ausgangslage

Der Stadtteil West ist der kleinste Stadtteil in Ludwigshafen. Er liegt in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum, ist jedoch durch Bahnanlagen von den umliegenden Stadtteilen weitgehend isoliert. Dieses Quartier weist eine hohe Verdichtung infrastruktureller, sozialpolitischer und beschäftigungspolitischer Probleme auf.

Das Quartier West ist gekennzeichnet durch zahlreiche strukturelle Probleme.  So hat dieses Quartier mit einem besonders hohen Anteil an kleinen Wohnungen zu kämpfen, die dem Bedarf an großem Wohnraum für Familien nicht gerecht werden. Dazu kommen schließlich noch eine nicht ausreichend ausgebaute Infrastruktur und eine nicht hinreichende Versorgung mit Ärzten. Eine äußerst lückenhafte Einzelhandels- und Dienstleistungsstruktur ist in diesem Zusammenhang auch zu benennen.

Aufgrund dieser Probleme sowie aufgrund des Fehlens von Vereinen und Interessenvertretungen sowie der Präsenz eines als "Sozialer Brennpunkt" ausgewiesenen Gebietes in unmittelbarer Nähe, haben sich trotz verbesserter Wohnqualität in den vergangenen zwei Jahrzehnten die sozialen Probleme in diesem Stadtteil weiterhin stark konzentriert.

Zu den gravierendsten Problemen zählt eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit, die mit 23,4 Prozent (Dezember 2015) weit über dem städtischen Durchschnitt liegt. Ebenfalls weit über dem gesamtstädtischen Anteil liegt der Prozentsatz der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung. Den Stadtteil kennzeichnet zudem ein überdurchschnittlich hoher Anteil nichtdeutscher Bevölkerung (33,9 Prozent, Dezember 2015). Innerhalb der Bevölkerung Ludwigshafens sind die jüngeren Altersgruppen (bis 30-Jährige) im Stadtteil West deutlich überdurchschnittlich repräsentiert. Das Bildungsniveau im Quartier ist unterdurchschnittlich, nur ein geringer Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler besucht weiterführende Schulen.

Ziel des Programms war daher eine Verbesserung der Infrastruktur und des Wohnumfeldes bei gleichzeitiger Auffächerung des Wohnungsangebotes. Altbauten wurden modernisiert.
Im sozialen Bereich standen auf der Agenda:

  • Verbesserung der sozialen Infrastruktur
  • Verbesserung des Angebotes an bedarfsgerechten Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten
  • Maßnahmen für eine sichere Stadt
  • Förderung der Stadtteilkultur (alte Traditionen erhalten, neue Traditionen schaffen)
  • Entwicklung eines Bürgerbewusstseins für den Stadtteil unter Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unterstützung örtlicher Potenziale
  • Förderung eines neuen, positiven Images des Stadtteils
  • Unterstützen von kultureller und sozialer Vielfalt im Quartier

Ausblick

Wichtig ist vor allem die Verbesserung der sozialen Infrastruktur. Dazu zählt auch das Angebot von Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit einem bereits bestehenden Angebot im Stadtteil sowie der Einrichtung eines Treffpunktes für Jugendliche aus dem Quartier. Ein wichtiges Ziel wird das Erhalten und Schaffen von Traditionen im kulturellen und sozialen Bereich sein. Liebgewonnene Traditionen sind der Sommertagsumzug mit der Winterverbrennung, der mit den Kindertagesstätten durchgeführt wird, und das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaumes auf dem Rudolf-Hoffmann-Platz vor dem ersten Advent.

Ein wichtiges Ziel für die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität im Quartier wird die Umgestaltung der zentralen Grünanlage am Rudolf-Hoffmann-Platz sein. Durch behutsame Veränderungen soll erreicht werden, dass der Platz eine höhere Aufenthaltsqualität bekommt. In direktem Zusammenhang zur Umgestaltung dieses Platzes steht eine Nutzung des ehemaligen Weltkriegsbunkers zu einem Ort der Begegnung und des Erinnerns. Als weiteres wichtiges Ziel für die nächsten Jahre steht die Einrichtung eines Quartierszentrums für den Stadtteil auf der Agenda. Zur weiteren Verbesserung des Images des Stadtteils tragen auch saubere Straßen und eine von allen getragene Verantwortung für den Stadtteil bei.

Beispiele für Projekte

Korbschaukel auf dem Spielplatz in der Volkerstraße.

Spielplatz Volkerstraße

Auf rund 1.000 Quadratmetern haben die Kinder im Jahr 2005 hier eine neue Spieloase erhalten. Vier Spielbereiche stehen ihnen dabei zur Verfügung: Der Kinderspielplatz besteht aus einer Sandfläche, einem kleinen Hügel und einem Klettergerät mit Rutsche. Der Schulkinderbereich enthält ein Kombinationsspielgerät aus Holz sowie eine Vogelnestschaukel. Die Streetballanlage ist auch für ältere Kinder gedacht. Die große Spielwiese bietet weitere Spielmöglichkeiten.

Umgestaltung des Friedhof-Vorplatzes

Als Umbaumaßnahme und Verbesserung der Infrastruktur wurde der Haupteingang des Friedhofes an der Bliesstraße neu und benutzerfreundlicher gestaltet.

Bolzplatz und Beachvolleyballplatz Waltraudenstraße

In Verlängerung der Waltraudenstraße direkt nach dem Kindergarten Lummerland wurde eine Sport- und Spielanlage für Jugendliche gestaltet. Der große Bolzplatz lädt zum Spielen ein und wird rege genutzt. Direkt bei dem Bolzplatz befindet sich die Anlage, auf der beim Sommertagsumzug der Winter verbrannt wird, das Kinderfest stattfindet und der Endpunkt des Martinsumzugs ist. Auf dem Bolzplatz wird das Bolzplatzturnier der IG West in Kooperation mit dem Bürgertreff einmal im Jahr ausgetragen. Der vorhandene Jugendspielplatz soll zu einer Treffmöglichkeit für Jugendliche aus dem Quartier aufgewertet werden. In einer Jugendkonferenz werden Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert.

Tradition in West: Sommertagsumzug mit Winterverbrennung.

Sommertagsumzug

Beim Sommertagsumzug wird der Winter verabschiedet. Mit Liedern und Tänzen stellen Kinder die Jahreszeiten dar und abschließend verbrennen sie mit Hilfe ihrer Eltern einen Schneemann. Der Umzug findet jährlich unter der Beteiligung der Kindergärten des Stadtteils statt.

Kinderfest in West

Das Kinderfest in West findet als Fest für die Kinder direkt nach Schuljahresbeginn als Kooperationsprojekt aller gesellschaftlichen Einrichtungen im Stadtteil statt.

Babbelstubb

Im 14-tägigen Rhythmus treffen sich Bürgerinnen und Bürger aus West, um sich in gemütlicher Runde auszutauschen. Meist ist eine Referentin anwesend, die über Themen und Bereiche informiert, die mit der Gruppe abgesprochen wurden.

Strickgruppe

Eine Gruppe Frauen, die gerne strickt, trifft sich regelmäßig in den Räumen des Sozialen Stadt Büros, um gemeinsam zu stricken. Hilfestellung wird gegeben und die Produkte werden regelmäßig an Einrichtungen in Ludwigshafen gespendet.

Spielenachmittage

Mindestens drei Mal im Jahr treffen sich Kinder im Sozialen Stadt Büro, um unter Anleitung eines Mitarbeiters der Werkstatt Jugendförderung und Mitarbeitern des Sozialen Stadt Büros neue und bekannte Brettspiele auszuprobieren.

Wird am 1. Mai aufgestellt am Rudolf-Hoffmann-Platz: der Maibaum.

Maibaumaufstellung

Die traditionelle Maibaumaufstellung wird von der IG West durchgeführt und die Kindertagesstätten beteiligen sich mit Tänzen an dem bunten Nachmittag.

West liest vor

Anlässlich des bundesweiten Vorlesetages am dritten Freitag im November beteiligt sich das Soziale-Stadt-Quartier West in Kooperation mit den Auszubildenden der Sparkasse Vorderpfalz, der Stadtverwaltung, Schülerinnen und Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasiums und Mädchen aus der Zukunftswerkstatt GIRLSPOWER bei der Aktion "West liest vor". Vorgelesen wird in der Grund- und Förderschule Blies, den Kindertagesstätten im Stadtteil, dem Don-Bosco-Hort und der Tagesgruppe West des Ludwigshafener Zentrums für individuelle Erziehungshilfen.

Kleinkindspielplatz Walkürenstraße

Im Spielplatzbedarfsplan für West gibt es noch immer einen Minderbedarf an Spielplätzen, deswegen ist es wichtig, dass der bestehende Spielplatz in der Walkürenstraße überplant und neu gestaltet wird. Hierzu werden die Anwohnerinnen und Anwohner eingeladen.

Des Weiteren finden regelmäßig im Quartierbüro Infoveranstaltungen und Ausstellungen statt.