Seit 1972 läuft die Sanierung des Stadtteils Nord/Hemshof. Das älteste Sanierungsgebiet in Ludwigshafen umfasst eine Fläche von rund 50 Hektar.

Blick vom Rathausdach auf das Sanierungsgebiet Hemshof.
Das Sanierungsgebiet Hemshof im Überblick.

Sanierungsprobleme sind schon Ende der 1970er Jahre angegangen worden. Der Erfolg zeigt sich heute in einer vergleichsweise niedrigen Leerstandsquote. Der Hemshof ist mit den Neubaugebieten der Stadtteil mit den meisten jungen Familien und damit hat er einen entsprechend jungen Bevölkerungsdurchschnitt. Die Erneuerung des Stadtteils ist weitgehend zu einem Selbstläufer geworden. Über 20 Prozent der Wohnflächen im Sanierungsgebiet wurden in den letzten zehn Jahren entweder neu gebaut oder einer Modernisierung unterzogen.

Die absoluten Zahlen sprechen eine noch deutlichere Sprache. 1968 waren nur 573 Wohnungen mit Bad und Zentralheizung ausgestattet - 2012 dagegen rund 5.500.

Realisierungsstand

Die Sanierung des Stadtteils Nord/Hemshof ist größtenteils abgeschlossen. Folgende Projekte der vergangenen Jahre stehen stellvertretend für alle im Laufe der Sanierung Hemshof durchgeführten privaten und städtischen Sanierungsmaßnahmen:

Sanierung und Modernisierung der größtenteils gründerzeitlichen Mehrfamilienhäuser wie zum Beispiel Welserstraße 7 und 20, Kanalstraße 40, Prinzregentenstraße 29, Seilerstraße 17, Jakob-Binder-Straße 13, 15, 17 und 21, Limburgstraße 12 und 12a, Hartmannstraße 9, 11, 15, 15a, 20 und 43.

Neubau und Baulückenschließung in der Seilerstraße 19 und 23, Marienstraße 14-16, Welserstraße 25a, Hartmannstraße 52a /Kanalstraße 31 und Gräfenaustraße 20-22.

Verbesserung des Wohnumfeldes durch Rückbau vorhandener Nebengebäude, zum Beispiel im Innenbereich des Blockquartiers Marien-/Hartmann-/Prinzregenten- und Kanalstraße mit anschließender Herstellung der so genannten "Rheingoldanlage" mit Kinderspielplatz. Ein weiteres Beispiel ist das Schaffen des Hemshofparkes zwischen Gräfenau- und Hartmannstraße als "grüne Lunge" des Hemshofes und Gestaltung und Herrichtung neuer Plätze. Als ein Beispiel sei hierfür auch die Entkernung der ehemaligen Blindenarbeitszentrale in der Prinzregentenstraße 23 genannt.

Wohnumfeldverbesserungen finden auch im öffentlichen Straßenraum statt. Hierzu zählen die im Laufe der Sanierung Hemshof durchgeführten Umbaumaßnahmen der Goethe-, Welser-, Hartmann- und Rohrlachstraße. Als Beispiel sei an dieser Stelle der Umbau des Goerdeler Platzes aufgeführt. Die Funktionen als Parkplatz, Marktplatz und Veranstaltungsort für Stadtteilfeste konnten durch die Neugestaltung vereinigt werden. Der Rückbau der alten WC-Anlage und Umgestaltung des Trafohauses machten eine Neuanordnung und gleichzeitige Erhöhung der Zahl der PKW-Stellplätze möglich.

Aufenthaltsbereiche an den beiden Platzenden und der Mitte des Platzes wurden geschaffen. Die Ergänzung der Baumstandorte nicht nur an den Rändern, sondern auch in der Mitte des Goerdeler Platzes runden die Aufwertung des Bereiches ab.

Die größte Veränderung und damit verbunden die Steigerung der Aufenthaltsqualität erfuhr die Prinzregentenstraße am Ostrand des Sanierungsgebietes Hemshof. Die ehemalige Hauptverkehrsachse mit Straßenbahn- und Individualverkehr wurde Anfang der 1980er Jahre in eine Fußgängerzone umgewandelt.