Der Startschuss für die Sanierung des Bibliotheksgebäudes in der Bismarckstraße fiel im Januar 2014 mit dem Beginn des ersten Bauabschnitts.

In der ersten Bauphase konnte die Fassade der Bibliothek energetisch saniert werden.

In dieser Bauphase wurden das Dach und die Fassade energetisch modernisiert. Im Bereich des Übergangs vom Hauptgebäude zum Binderbau entstand ein neues Treppenhaus, das nach Abschluss der zweiten Bauphase der internen Erschließung des öffentlichen Bereiches dient. In diesem Treppenhaus wurde auch ein Aufzugsschacht hergestellt. Der Einbau des Aufzugs erfolgte nun in der zweiten Bauphase. Damit ist sichergestellt, dass die Stadtbibliothek barrierefrei genutzt werden kann. Die beiden bestehenden seitlichen Treppenhäuser mit den Aufzügen bleiben unverändert. Sie dienen als erster und zweiter baulicher Rettungsweg und werden nach Abschluss der zweiten Bauphase ausschließlich betriebsintern genutzt.

Ergänzend zu den baulichen Maßnahmen wurde bereits in der ersten Bauphase, die bis Ende 2014 dauerte, der bestehende Online-Katalog neu aufgestellt und dabei barrierearm gestaltet.

Durch die Maßnahmen der im August 2015 begonnenen zweiten Bauphase wird die Bibliothek über die Ausweitung der Publikumsflächen als ein im Kern erneuertes Gebäude erlebbar sein. Mit der räumlichen Neuordnung des Erdgeschosses wurde eine offen bespielbare Fläche geschaffen, die Bildungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten bietet und deren Betrieb die eigentliche Bibliotheksnutzung nicht behindert. Zusätzliche Lese-, Arbeits- und Regalflächen entstanden im ersten Obergeschoss durch das Schließen des Treppenhauses sowie durch eine erweiterte Empore. Das dritte Obergeschoss, das bisher als Büro und Magazin genutzt wurde, steht nun ebenfalls für die Besucherinnen und Besucher der Bibliothek zur Verfügung. Die Einteilung der Bibliothek in Lese- und Regalbereiche, Gruppenarbeitsräume und Ruhezonen bildet eine unmittelbar zugängliche und intuitiv erfassbare Orientierung. Ein neues Leitsystem erleichtert den Zugang zu den Etagen. Die zweite Bauphase endet mit der Eröffnung der Stadtbibliothek am 25. August.

Mit der Modernisierung wird Folgendes erreicht:

  • Barrierefreiheit
    Ein neuer Aufzug wird alle Bereiche der Erwachsenenbibliothek barrierefrei zugänglich machen.
  • klarere Erschließung des Gebäudes
    Die Erwachsenenbibliothek (inklusive Musik und Medien) wird durch einen zentralen Eingang erschlossen.
    Für die Erschließung des öffentlichen Bereiches entsteht ein neues internes Treppenhaus.
    Eine zentrale Verbuchungstheke erleichtert den Betrieb – sowohl für das Publikum als auch für das Personal.
  • Raum-Zugewinn
    Durch Erweiterung der Empore im ersten Obergeschoß und den Umbau des dritten Obergeschoßes für den Publikumsbereich werden neue Räume für die Besucherinnen und Besucher geschaffen.
    Es entstehen zusätzliche Arbeitsplätze für Benutzerinnen und Benutzer, dazu gehören auch zwei Studiolos für Gruppenarbeit.
  • Zeitgemäßes Ambiente
    Die Aufenthaltsqualität wird in allen Etagen deutlich verbessert. Im Erdgeschoß entsteht das Lesecafé mit Getränkeautomat, das auch als Veranstaltungsraum genutzt werden kann.
    Alle Sanitäranlagen wurden erneuert. Im Erdgeschoß steht ein behindertengerechtes WC zur Verfügung.
  • Energetische Sanierung
    Es wurde aktuellste Technik für die Klimatisierung des Gebäudes über eine moderne Lüftungsanlage eingebaut.
    Fassade, Dach und Fenster wurden saniert.

Die Kosten für Umbau und Modernisierung der Stadtbibliothek belaufen sich auf rund 8,5 Millionen Euro. Der Umbau wurde in der ersten Bauphase gefördert aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des rheinland-pfälzischen Förderprogramms "Wachstum durch Innovation". Dabei erhält die Stadt 50 Prozent Fördermittel aus EFRE und 30 Prozent Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm des Innenministeriums. Die zweite Bauphase wurde gefördert aus dem Stadtumbauprogramm, in das Mittel des Landes Rheinland-Pfalz und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fließen. In beiden Bauabschnitten hat die Stadt Ludwigshafen je 20 Prozent der Kosten selbst getragen. Die Fördermittel betragen insgesamt rund 6 Millionen Euro.

Verantwortlich für die Modernisierung ist der Bereich Gebäudemanagement der Stadt. Beauftragter Architekt ist Prof. Heribert Wiesemann, Köln. Es ist geplant, weitere Sanierungsmaßnahmen im angrenzenden Bürgermeister-Reichert-Haus umzusetzen. Hier sollen perspektivisch neue Räume für die Kinderbibliothek entstehen, die deutlich größer sind, als die nun zur Verfügung stehenden Flächen. Die Vorplanung läuft, ebenso die Absprachen mit den Zuschussgebern.