Der Stadtrat der Stadt Ludwigshafen hat den Lärmaktionsplan am 12. Dezember 2016 verabschiedet. Bürgerinnen und Bürger konnten sich bis 6. Juni 2016 am Verfahren beteiligen.

Die Haupteisenbahnstrecken, wie hier im Bild der S-Bahn-Halt Mitte, gehören zu den Verkehrswegen, die für die erste Stufe des Lärmaktionsplans der Stadt kartiert wurden.

Gemäß der Richtlinie für die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm, die die Europäische Union (EU) erlassen hatte, erstellte die Stadt Ludwigshafen erstmals 2007 eine Lärmkartierung und 2008 einen Lärmaktionsplan. Vorgeschrieben ist, beides alle fünf Jahre zu aktualisieren.

Maßnahmen

Ein gesetzlicher Anspruch auf Lärmminderung entsteht durch die Lärmkarten oder Aktionspläne nicht. Trotz geringer öffentlicher Mittel sind seit der ersten Phase der Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung dennoch insbesondere im Bereich der Bundesbahn Maßnahmen durchgeführt worden.

So wurden im Bereich der Zufahrt zum Kombiverkehrsterminal (KTL) der BASF SE durch Bahn, BASF und KTL erhebliche vorsorgeorientierte Lärmschutzmaßnahmen für die anliegenden Bewohnerinnen und Bewohner ergriffen. Aus dem bundesweiten Lärmsanierungsprogramm finanzierte die Bahn auch Maßnahmen zwischen Oggersheim und der Innenstadt sowie aktuell Maßnahmen im Bereich Mundenheim.

Zu den möglichen Lärmschutzmaßnahmen, die in Ludwigshafen neu ergriffen werden, zählen unter anderem Geschwindigkeitsreduzierungen (Tempo 30 nachts im Bereich Sternstraße) oder lärmmindernde Straßenoberflächen, die nun auch im Bereich Sternstraße und Lagerhausstraße erprobt werden sollen. Darüber hinaus kann jeder einzelne etwas gegen den "Umgebungslärm" tun. Eine Möglichkeit wäre lärmminderndes Autofahren oder das Auto stehen zu lassen und mit dem Rad zu fahren. Wie das gehen kann und wie Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen motiviert werden können, wurden zwei vom Land Rheinland-Pfalz geförderten Pilotprojekten zum Fahrradverleihsystem und zum Thema umweltangepasstes Fahren umgesetzt.

Lärmaktionsplanung Schiene

Unter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt das Eisenbahn-Bundesamt alle fünf Jahre einen Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes. Ziel der Lärmaktionsplanung ist die Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen. Eine Haupteisenbahnstrecke ist ein Schienenweg mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr. Die gesetzlichen Regelungen finden sich in Paragraf 47 a-f Bundes-Immissionsschutzgesetz (BIm-SchG).

Mit Veröffentlichung der Lärmkartierung hat das Eisenbahn-Bundesamt seit dem 30. Juni 2017 die erste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Lärmaktionsplanung an Haupteisenbahnstrecken des Bundes außerhalb von Ballungsräumen (Stufe III) eingeleitet. Die Beteiligung läuft bis zum 25. August 2017 und ist online unter www.laermaktionsplanung-schiene.de möglich. Es ist aber auch eine schriftliche Beteiligung per Post, Fax oder E-Mail möglich – ein Fragebogen zum Ausdrucken wird auf der Internetseite bereitgestellt.

Lärmaktionsplan 2013/2015

Im Nachgang zur Kartierung erfolgte durch die Stadt erstmals in 2013 eine Beteiligung der Öffentlichkeit. Im Rahmen der Mitwirkung der Öffentlichkeit sind insgesamt 237 Rückmeldungen mit konkreten Vorschlägen zu Lärmschutzmaßnahmen eingegangen. 168 dieser Rückmeldungen beziehen sich nur auf Straßen als Lärmquellen, 32 beziehen sich nur auf die Bahn als Lärmquelle, 23 bezogen sich auf Straße und Bahn als Lärmquelle.

Durch die Rückmeldungen aus der Bürgerbeteiligung wurde deutlich, dass sehr oft Geschwindigkeitsbeschränkungen (113 Rückmeldungen) bzw. Kontrollen der Geschwindigkeit (109 Rückmeldungen) als Maßnahmen genannt wurden. Im Rahmen der Offenlage gingen  27 Anregungen aus der Öffentlichkeit ein.

Im Bereich der kommunalen Zuständigkeit hat die Verknüpfung der vorhandenen städtischen und übergeordneten Planungen mit der Lärmaktionsplanung eine zentrale Bedeutung für eine nachhaltige kommunale Lärmschutzpolitik.

Folgende Maßnahmen stehen für die Stadt dabei im Vordergrund:

  • Förderung Umweltverbund (ÖPNV/Radverkehr/Fußgängerverkehr)
  • Vorgaben für Lärmschutz im Rahmen der Bauleitplanung und bei Genehmigungsverfahren sowie im Rahmen von Städtebaulichen Sanierungen, der Stadtumbau, die Städtebauförderung etc.

Lärmkartierung 2012 und 2015

Die bis zum 30. Juni 2012 zu erstellende Lärmkartierung für Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohner, Hauptverkehrsstraßen mit mehr als drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr, Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr und bestimmten lärmrelevante Industrieanlagen ist in den von der Stadt Ludwigshafen zu erfüllenden Teilen erfolgt.

Die Stadt Ludwigshafen hat die Lärmkartierung des Straßenverkehrs, des sonstigen Schienenverkehrs - also nicht die DB-Strecken, sondern die Hafenbahn und die schienengebundenen Strecken der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH - und der IVU-Anlagen für ihr Stadtgebiet nach der Verordnung über die Lärmkartierung (34. Bundes-Immissionsschutzverordnung) in Verbindung mit dem Bundes-Immissionsschutzgesetz durchgeführt. Die Ergebnisse liegen vor.

Mit der Lärmkartierung erfolgt die Darstellung von Informationen über die aktuelle Lärmsituation anhand eines Lärmindexes. Ein Lärmindex ist eine physikalische Größe für die Beschreibung des Umgebungslärms, der mit gesundheitsschädlichen Auswirkungen in Verbindung steht. Lden ist eine von der EU neu eingeführte Größe (den = day-evening-night = Tag-Abend-Nacht). Dieser Lärmindex ist ein Indikator für die Bewertung der allgemeinen Lärmbelästigung über den gesamten Tag (24 Stunden). Lnight ist ein Lärmindex für die Nacht für den Zeitraum zwischen 22 und 6 Uhr (acht Stunden).

Ergebnisse IVU-Anlagen

Ergebnisse Straßenverkehr

Ergebnisse Schienenverkehr (Straßenbahnen, Hafenbahn)

Lärmkartierung Bahnlärm durch das Eisenbahnbundesamt (EBA)

Die erste Veröffentlichung durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) erfolgte im Januar 2015. Eine überarbeitete Version wurde im Juni 2015 in veröffentlicht. Mehr Informationen zur Lärmkartierung gibt es auf der Lärmkarte des Eisenbahn-Bundesamts.

Im Rahmen der Lärmaktionsplanung wurden die Ergebnisse der Bahn durch die Stadt überrechnet auf die einzelnen Stadtteile heruntergebrochen, um die Betroffenheiten, aber auch Wirkungen von Lärmschutzmaßnahmen besser abschätzen zu können.