Die Stadt Ludwigshafen hat den Lärmaktionsplan 2013/15 für Straßen-, Schienen- und Industrielärm erarbeitet. In diesem werden Lärmquellen, durchgeführte Maßnahmen und Planungen sowie Vorschläge zur weiteren Lärmminderung erfasst. Bürgerinnen und Bürger können sich bis 6. Juni 2016 am Verfahren beteiligen

Die Haupteisenbahnstrecken, wie hier im Bild der S-Bahn-Halt Mitte, gehören zu den Verkehrswegen, die für die erste Stufe des Lärmaktionsplans der Stadt kartiert wurden.

Gemäß der Richtlinie für die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm, die die Europäische Union (EU) erlassen hatte, erstellte die Stadt Ludwigshafen erstmals 2007 eine Lärmkartierung und 2008 einen Lärmaktionsplan. Vorgeschrieben ist, beides alle fünf Jahre zu aktualisieren.

Offenlage

Mit der jetzigen Offenlegung des Lärmaktionsplanes können Bürgerinnen und Bürger und Anregungen und Hinweise für die weitere Planung geben. Der Plan kann vom 25. April bis 23. Mai 2016 beim Bereich Umwelt, Bismarckstraße 29, Zimmer 508/509 montags bis donnerstags von 9 bis 12 und von 14 bis 16 und freitags von 9 bis 12 Uhr eingesehen werden. Mit Andrea Blank, 0621 504-2400, oder mit Karl-Heinz Gräf, 0621 504-2401, kann auch ein Termin außerhalb dieser Zeit abgestimmt werden. Anregungen können über die Offenlage hinaus bis zum 6. Juni 2016 schriftlich abgegeben werden.

Maßnahmen

Ein gesetzlicher Anspruch auf Lärmminderung entsteht durch die Lärmkarten oder Aktionspläne nicht. Trotz geringer öffentlicher Mittel sind seit der ersten Phase der Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung dennoch insbesondere im Bereich der Bundesbahn Maßnahmen durchgeführt worden oder gerade in der Planungsphase angelangt.

So wurden im Bereich der Zufahrt zum Kombiverkehrsterminal (KTL) der BASF SE durch Bahn, BASF und KTL erhebliche vorsorgeorientierte Lärmschutzmaßnahmen für die anliegenden Bewohnerinnen und Bewohner ergriffen. Aus dem bundesweiten Lärmsanierungsprogramm finanzierte die Bahn auch Maßnahmen zwischen Oggersheim und der Innenstadt sowie aktuell Maßnahmen im Bereich Mundenheim.

Zu den möglichen Lärmschutzmaßnahmen, die in einer Stadt wie Ludwigshafen ergriffen werden könnten, zählen unter anderem Geschwindigkeitsreduzierungen oder lärmmindernde Straßenoberflächen. Andere Maßnahmen, wie beispielsweise Lärmschutzwände, benötigen viel Platz. Deshalb sind derartige bauliche Veränderungen im Innenstadtkern so gut wie ausgeschlossen.
Darüber hinaus kann jeder einzelne etwas gegen den "Umgebungslärm" tun. Eine Möglichkeit wäre lärmminderndes Autofahren oder das Auto stehen zu lassen und mit dem Rad zu fahren. Wie das gehen kann und wie Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen motiviert werden können, wurden  zwei vom Land Rheinland-Pfalz geförderten Pilotprojekten zum Fahrradverleihsystem und zum Thema umweltangepasstes Fahren umgesetzt.

Lärmaktionsplan 2013/2015

Im Nachgang zur Kartierung erfolgte durch die Stadt erstmals in 2013 eine Beteiligung der Öffentlichkeit. Im Rahmen der Mitwirkung der Öffentlichkeit sind insgesamt 237 Rückmeldungen mit konkreten Vorschlägen zu Lärmschutzmaßnahmen eingegangen. 168 dieser Rückmeldungen beziehen sich nur auf Straßen als Lärmquellen, 32 beziehen sich nur auf die Bahn als Lärmquelle, 23 bezogen sich auf Straße und Bahn als Lärmquelle.

Durch die Rückmeldungen aus der Bürgerbeteiligung wurde deutlich, dass sehr oft Geschwindigkeitsbeschränkungen (113 Rückmeldungen) bzw. Kontrollen der Geschwindigkeit (109 Rückmeldungen) als Maßnahmen genannt wurden. Im Bereich der kommunalen Zuständigkeit hat die Verknüpfung der vorhandenen städtischen und übergeordneten Planungen mit der Lärmaktionsplanung eine zentrale Bedeutung für eine nachhaltige kommunale Lärmschutzpolitik.

Folgende Maßnahmen stehen für die Stadt dabei im Vordergrund:

  • Förderung Umweltverbund (ÖPNV/Radverkehr/Fußgängerverkehr)
  • Vorgaben für Lärmschutz im Rahmen der Bauleitplanung
  • Im Rahmen von Städtebaulichen Sanierungen, der Stadtumbau, die Städtebauförderung etc.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) lief bis 30. Juni 2015 bzw. 15. Dezember 2015. Konkrete Ergebnisse für Ludwigshafen liegen nicht vor. Mit der Offenlegung des Lärmaktionsplanes in Anlehnung an die üblichen Fristen können nun die Bürger und Betroffene entsprechende Anregungen und Hinweise für die weitere Planung geben.

Lärmkartierung 2012 und 2015

Die bis zum 30. Juni 2012 zu erstellende Lärmkartierung für Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohner, Hauptverkehrsstraßen mit mehr als drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr, Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr und bestimmten lärmrelevante Industrieanlagen ist in den von der Stadt Ludwigshafen zu erfüllenden Teilen erfolgt.

Die Stadt Ludwigshafen hat die Lärmkartierung des Straßenverkehrs, des sonstigen Schienenverkehrs - also nicht die DB-Strecken, sondern die Hafenbahn und die schienengebundenen Strecken der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH - und der IVU-Anlagen für ihr Stadtgebiet nach der Verordnung über die Lärmkartierung (34. Bundes-Immissionsschutzverordnung) in Verbindung mit dem Bundes-Immissionsschutzgesetz durchgeführt. Die Ergebnisse liegen vor.

Mit der Lärmkartierung erfolgt die Darstellung von Informationen über die aktuelle Lärmsituation anhand eines Lärmindexes. Ein Lärmindex ist eine physikalische Größe für die Beschreibung des Umgebungslärms, der mit gesundheitsschädlichen Auswirkungen in Verbindung steht. Lden ist eine von der EU neu eingeführte Größe (den = day-evening-night = Tag-Abend-Nacht). Dieser Lärmindex ist ein Indikator für die Bewertung der allgemeinen Lärmbelästigung über den gesamten Tag (24 Stunden). Lnight ist ein Lärmindex für die Nacht für den Zeitraum zwischen 22 und 6 Uhr (acht Stunden).

Ergebnisse IVU-Anlagen

Ergebnisse Straßenverkehr

Ergebnisse Schienenverkehr (Straßenbahnen, Hafenbahn)

Lärmkartierung Bahnlärm durch das Eisenbahnbundesamt (EBA)

Die erste Veröffentlichung durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) erfolgte im Januar 2015. Eine überarbeitete Version wurde im Juni 2015 in veröffentlicht. Mehr Informationen zur Lärmkartierung gibt es auf der Lärmkarte des Eisenbahn-Bundesamts.

Im Rahmen der Lärmaktionsplanung wurden die Ergebnisse der Bahn durch die Stadt überrechnet auf die einzelnen Stadtteile heruntergebrochen, um die Betroffenheiten, aber auch Wirkungen von Lärmschutzmaßnahmen besser abschätzen zu können.