Zwischen den Städten Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen sowie dem RNV und dem VRN wurde eine Arbeitsgruppe aus den sachbefassten Ämtern und Bereichen eingerichtet, die sich im Rahmen der Masterplanung bereits in mehreren Runden mit den stadtübergreifenden Themen umweltfreundliche Mobilität und umweltsensitives Verkehrsmanagement, ÖPNV und Pendlerradwege beschäftigt.

Ein großer Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen zur Reduzierung der verkehrsbedingten Schadstoffemissionen bietet Lösungsmöglichkeiten für die gesamte Metropolregion, in der starke Einpendler-Beziehungen in die Städte Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg bestehen. Maßnahmen zur Schadstoffminderung in den Städten liegen daher auch im Umland. Ziel ist es, einen gemeinsamen Masterplan mit drei Teilbereichen zu erstellen, der einen übergreifenden Part enthält, aber auch die Spezifika der einzelnen Städte berück-sichtigt.  Es zeigt sich in den bisher zwischen Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim geführten Gesprächen, dass das Thema Verkehrsinformation, Verkehrslenkung und Steuerung des Individualverkehrs an den so genannten Hot Spots der Belastungen mit die höchsten Effekte zur Reduzierung zeigen kann, indem Bypass-Lösungen, aber auch die Vergleichmäßigung des Verkehrs durch intelligente, umweltsensitive Verkehrssteuerung und Information der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer realisiert wird.

Zentrale Themen für alle Städte sind

  • Förderung des Radverkehrs
  • Elektrifizierung des Verkehrs
  • E-Busse im Linienverkehr
  • emissionsfreie städtische Nutzfahrzeuge
  • Förderung des Umstiegs auf emissionsarme Mobilität
  • Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge
  • Green City Logistik
  • umweltsensitive Verkehrssteuerung

Die Arbeiten laufen in allen drei Städten auf Hochtouren, damit der Zeitplan für die Erstellung der Masterplanung eingehalten werden kann. Abgabetermin ist der 31. Juli 2018. Gleichzeitig hat der Bund vorweg Fördermaßnahmen für Elektromobilität eröffnet (Beschaffung von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur).

Für die Begleitung der Maßnahmen wird von allen drei Städten das Büro AViso aus Aachen beauftragt, das sowohl die übergreifenden Aspekte wie auch die jeweils spezifischen Besonderheiten betrachten soll. Im Rahmen der Erstellung des Masterplanes sollen alle skizzierten Maßnahmen nochmals in Hinblick auf ihre Wirksamkeit, Kosten und Umsetzungszeitraum bewertet und priorisiert werden. Damit ist dieser Masterplan seitens des Bundes dann Voraussetzung für die Beantragung der meisten konkreten Maßnahmen. Die Stadt Ludwigshafen sieht die nun bewilligten Planungsmittel als Grundlage für  eine umfassende Projektförderung; auf diese hofft die Stadt im nächsten Schritt im zweiten Halbjahr 2018.

Besonderheit in Rheinland-Pfalz ist die Bereitstellung einer Million durch das Wirtschaftsministerium. Hierbei sollen vorweg schon die Initiierung und Durchführung von Maßnahmen, die schon aus der Luftreinhalteplanung für den Hot Spot Heinigstraße entwickelt wurden, beschleunigt werden. Hierzu zählen insbesondere die Förderung umweltsensitiver Verkehrssteuerung über die Aufrüstung des Verkehrsrechners, Förderung des Fahrradverleihsystems, Nachrüstung von Bussen zur Vereidung und Verminderung von Emissionen.

Masterplan und "Dieselgipfel"

Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen erhalten rund 570.000 Euro für die Erstellung des Masterplans "Green City". Darin sollen Sofortmaßnahmen zur Luftreinhaltung verankert werden. Drei Wochen nach dem "Dieselgipfel" in Berlin haben die drei Städte vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Förderbescheid für ihr gemeinsames Förderprogramm, den Masterplan "Green City", erhalten. Der Bund unterstützt den Masterplan damit zu 100 Prozent. Die Projekte des Masterplans sollen kurzfristig zu einem spürbaren Rückgang der Stickstoffdioxidbelastung führen und die Luftqualität verbessern. Die Zusage ist auch deshalb so wichtig, weil sie teilweise die Voraussetzung ist für die Einreichung weiterer Förderanträge im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität.

Aktuelle Situation Luftreinhaltung Ludwigshafen

Im Stadtgebiet von Ludwigshafen werden vom Landesamt für Umwelt, Rheinland-Pfalz im Rahmen des Zentralen Messnetzes Immissionsschutz aktuell drei Messstationen betrieben: Ludwigshafen-Oppau, Ludwigshafen-Mundenheim und Ludwigshafen-Heinigstraße. An der Messstation Ludwigshafen-Heinigstraße wird seit 2006 der Stickstoffdioxidimmissionsgrenzwert mit Toleranzmarge von 48 μg/m³ – seit 2010 der gültige Stickstoffdioxid-Jahresimmissionsgrenzwert von 40 μg/m³ - überschritten. Aktuell wurde für 2016 eine Überschreitung von 6 μg/m³ festgestellt. Die Luftreinhaltepläne beinhalten bereits umfangreiche Maßnahmenpläne, die die sichere Einhaltung des Jahresimmissionsgrenzwerts für Stickstoffdioxid bis spätestens 2020 gewährleisten sollten. Dies kann aufgrund der aktuellen Entwicklung der Fahrzeugflotte nicht eingehalten werden, da die Fahrzeuge, insbesondere Dieselfahrzeuge , die maßgebliche Anteile an der Überschreitung der Stickstoffdioxidbelastung haben, höhere Stickoxidemissionen ausstoßen als angenommen.