Aus Sicherheitsgründen dürfen LKW ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht die Hochstraße Süd nicht mehr befahren.

Da aus baulichen Gründen im Bereich der Auffahrten Heinigstraße und Lorientallee keine baulichen Elemente installiert werden können, werden diese Auffahrten für LKW und PKW gesperrt. Für Feuerwehr und Rettungsdienste stehen Einfahrtsmöglichkeiten zur Verfügung.

Diese Maßnahmen sind notwendig, da sich viele LKW-Fahrer die seit Mitte Oktober 2017 aufgestellten Schilder zur Sperrung der Hochstraße Süd für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht so gut wie nicht beachten. Nach übereinstimmenden Beobachtungen von Verwaltung und Polizei hatten sich nur wenige Verkehrsteilnehmer an die Beschilderung gehalten. Eine stärkere Überwachung des LKW-Verbots ist dauerhaft nicht machbar und wäre nicht zielführend.

Vollsperrung für LKW unumgänglich

Das geltende LKW-Verbot ist aufgrund des Ergebnisses einer umfangreichen statischen Berechnung des Bauwerks zwischen der Konrad-Adenauer-Brücke und der Saarlandstraße, auch Pilzhochstraße genannt, erforderlich.

Die Vollsperrung für Lastkraftwagen ist unumgänglich, um die Belastung des Brückenbauwerkes auf ein sicheres Maß zu reduzieren. Die einzelnen Brückenteile der 58 Jahre alte Hochstraße Süd wurden in einer steten Abfolge saniert. Jetzt ist es an der Zeit, die Pilzhochstraße zu ertüchtigen und wie aus den Gutachten zu entnehmen ist, besteht dringender Handlungsbedarf.

Während der Grundlagenermittlung für die Sanierungsplanung der Pilzhochstraße wurden im Jahre 2016 umfangreiche Substanzuntersuchungen an dem Bauwerk durchgeführt. Durch endoskopische Kameraaufnahmen, Bauteilöffnungen, speziellen Baustoffuntersuchungen, Chlorid- und Radarmessungen konnten die Schäden fachgerecht erfasst und die notwendigen Instandsetzungsarbeiten exakt definiert werden. Im Ergebnis sind die Fugenbereiche zwischen den einzelnen Brückenteilbauwerken so stark mit Chloriden belastet, dass diese Bereiche abgebrochen und anschließend wieder neu aufgebaut werden müssen, um die Standsicherheit des Bauwerks für die Restnutzungsdauer zu gewährleisten. Damit verbunden ist ein Eingriff in das Tragwerk der Brücke. Um die Auswirkungen der Sanierungsmaßnahmen auf das Tragwerk der Brücke abzuschätzen, wurde eine Nachrechnung eines Teilbauwerks beauftragt.

Ergebnis weiterer Untersuchungen

Festgestellt wurde, dass die Brückenplatte aus Beton mit 30 Zentimetern Höhe zu dünn und mit zu wenig Stahl armiert ist. Materialproben mit chemischer Analyse haben gezeigt, dass der Beton in den Fugen der einzelnen Brückenteile so stark mit Chlorid belastet ist, dass er abgebrochen und ersetzt werden muss. Problematisch hierbei ist, dass in den Fugen auch die Ankerköpfe der Stahlspannglieder liegen, die vom Salz angegriffen sind. Zu den Besonderheiten der Pilzhochstraße zählen außer den Lagern, welche im Jahre 2015 und 2016 an den Stützen ausgetauscht wurden, auch die so genannten Querkraftkopplungen. Diese befinden sich dort, wo zwei Teilbauwerke zusammenstoßen. Hier bewegt sich die Fahrbahnplatte relativ stark auf und ab, was durch die Querkraftkopplungen gleichmäßig auf die benachbarte Fahrbahnplatte verteilt wird. 

Abgestimmtes Verkehrsleitsystem

Ein durch die Sperrung für den LKW-Verkehr erforderliches Verkehrsleitsystem wurde mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Landesbetrieb für Mobilität (LBM) abgestimmt. Mit den beiden Industrie- und Handelskammern (IHK) Pfalz und Rhein-Neckar werden Gespräche geführt, um großräumige Lösungen zu finden. Die Innenstadt Ludwigshafens ist weiterhin über die Hochstraße Nord, Abfahrt Heinigstraße, und der Stadtteil Süd über die Pylonbrücke erreichbar. Die Zu- und Abfahrten zur BASF bleiben unverändert. LKW, die von Mannheim kommen, werden nach der Konrad-Adenauer-Brücke über die Abfahrt Lichtenberger Ufer, die Rheinuferstraße weiter auf die Hochstraße Nord Richtung Bad Dürkheim geleitet. In der Gegenrichtung wird der LKW-Verkehr von der A 650 und von der Bruchwiesenstraße auf die Hochstraße Nord geleitet.

Pilzhochstraße

Ein Teilbereich der Hochstraße Süd (B 37), zwischen der Konrad-Adenauer-Brücke und der Saarlandstraße, ist die Pilzhochstraße. Der Brückenzug der Pilzhochstraße ist circa 500 Meter lang und trägt zwei Fahrspuren je Fahrtrichtung. Sie wurde im Jahre 1959 erbaut. Die Pilzhochstraße besteht aus zehn Teilbauwerken. Jedes Teilbauwerk ist ein eigenständiges Brückenbauwerk und besteht aus zwei beziehungsweise drei Einzelstützen. Es gibt bei jedem Teilbauwerk immer einen festen Pilz und ein bis zwei bewegliche Pilze. Die Konstruktion besteht aus den Pilzstützen, die jeweils auf Pfählen gegründet sind. Die Pilzstützen tragen über vier Vouten (welche als Arme betrachtet werden können)  die darüber liegende Fahrbahnplatte tragen.

Von 1985 bis1988 fand die letzte grundhafte Instandsetzung der Pilzhochstraße statt. Hierbei wurden die Kappen abgebrochen und durch neue ersetzt. Gleichzeitig wurden der Fahrbahnbelag und die Abdichtung aufgenommen und entsprechend neu hergestellt. Die ursprünglichen Querkraftkopplungen an den Fugen wurden korrosionsgeschützt. Zusätzlich wurden an der Untersicht der Fuge neue Stahlquerschnitte eingebracht, um die Funktion der ursprünglichen Querkraftkopplungen zu übernehmen. Die Lager in den Stützen wurden von 2015 bis 2016 ausgetauscht.

Bereits getätigte Brückensanierungen

Die Rheinvorlandbrücke, zwischen 1956 und 1959 errichtet, wurde zwischen 2003 und 2005 neu gebaut. Der aus dem Jahr 1968 stammende „weiße Teil“ der Hochstraße Süd wurde in den Jahren 2004 bis 2006 saniert. Von 2004 bis 2008 wurde der Korrosionsschutz der Pylonbrücke, Baujahr 1968, in mehreren Schritten ersetzt. Die Übergangskonstruktionen der Pylonbrücke folgten in den Jahren 2013 bis 2015. Weiterhin wurden 2015 die Gleise der Straßenbahn auf der Konrad-Adenauer-Brücke, Baujahr 1958, erneuert. Von 2015 bis 2017 wurden an der Brücke Bruchwiesenknoten, Baujahr 1968, die Fahrbahndeckschicht erneuert, der Beton instandgesetzt und die Übergangskonstruktion ausgetauscht.

Verkehr

Die Hochstraße Süd fungiert als Hauptverbindungsachse zwischen der Vorderpfalz und Mannheim. Die Verkehrsbelastung beträgt vor der Auffahrt der Mundenheimer Straße 52.000 Fahrzeuge pro Tag. Über die Mundenheimer Straße kommen noch einmal 7.000 Fahrzeuge pro Tag hinzu. Von den insgesamt 59.000 Kraftfahrzeugen am Tag sind 100 Busse, circa 700 Lastzüge und circa 2.000 LKW durch die LKW-Sperre betroffen.

Gremien bezüglich der Pilzhochstraße

Bau- und Grundstücksausschuss 13. Januar 2014: Erneuerung der Lagerkonstruktion im Abschnitt Pilzhochstraße, Maßnahmegenehmigung und Vergabe der Ingenieurleistung.

Bau- und Grundstücksausschuss 18. April 2016: Vergabe der Ingenieurleistungen bis zur Entwurfsplanung für die grundhafte Instandsetzung der Hochstraße Süd - Abschnitt Pilzhochstraße.

Bau- und Grundstücksausschuss 28. November 2016: Vergabe der Prüfingenieurleistungen zur grundhaften Instandsetzung der Hochstraße Süd - Abschnitt Pilzhochstraße.

Bau- und Grundstücksausschuss 18. September 2017: Bekanntgabe der notwendigen LKW-Sperre. In einem nächsten Schritt werden die mit der Bietergemeinschaft und dem Prüfingenieur entwickelten Sanierungsmöglichkeiten vorgestellt.