Mit Bundesfördermitteln können ab Mitte Juli an 21 Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs Fahrradabstellanlagen errichtet oder erweitert werden. Damit ist es im Ludwigshafener Stadtgebiet an insgesamt 33 Stellen möglich, sein Rad an modernen und zweckmäßigen Bügeln sicher abzustellen und dann mit der Stadtbahn oder einem Bus weiterzufahren. In Fachkreisen heißt dieses Modell Bike&Ride.

Beate Roesner und Prof. Dr. Joachim Alexander von der Stadtverwaltung übergaben die Bike&Ride-Anlage Rheingönheim im Juli 2016.

Die Standorte der einzelnen Abstellanlagen wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der städtischen Verkehrsplanung unter Beteiligung der Ortsbeiräte auf der Grundlage einer Bedarfsanalyse an einzelnen Haltestellen ermittelt.

Standorte teilweise überdacht

Die kleinste Anlage besteht aus acht Fahrradbügeln, die größte mit 38 neuen Fahrradbügeln befindet sich an der Endhaltestelle Rheingönheim. Hier gibt es ein hohes Potenzial sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils als auch für Nutzerinnen und Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs aus dem südlichen Umland. Diese ist wie die Stationen an der Endstelle Oggersheim, an den Haltestellen Rohrlachstraße, Hoheneckenstraße, Hauptbahnhof und Luitpoldhafen überdacht. Insgesamt wurden an neuen Standorten als auch an bestehenden Standorten knapp 300 Fahrradbügel neu installiert, womit sich die Gesamtzahl auf 900 Bügel erhöht.

Wünsche aus dem Projekt City West berücksichtigt

Der Bau von Bike&Ride-Anlagen spielt auch im Hinblick auf das Projekt City West eine große Rolle. Aus den Bürgerbeteiligungen ging hervor, dass der ÖPNV und die Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer verbessert werden sollte. Auf diesen so genannten nichtmotorisierten Individualverkehr (Fußgänger und Radfahrer) bezogen sich allein über 200 Beiträge aus der Bürgerschaft. Durch diese hohe Anzahl wurde deutlich, dass diese Thematik von großer Bedeutung ist. Im Zusammenhang mit dem Abriss der maroden Hochstraße Nord und dem Bau der neuen ebenerdigen Stadtstraße sowie den damit einhergehenden Verkehrsbehinderungen spielt das Fahrrad insbesondere auch in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine wichtige Rolle. Radverkehr konsequent zu fördern, ist darüber hinaus ein wesentlicher Baustein in Richtung klimafreundliche Mobilität. Die Förderung von Bike&Ride ist im Ludwigshafener Klimaschutzkonzept - Teilkonzept "Klimafreundliche Mobilität" ebenso wie im Gesamtverkehrskonzept als zielführende Maßnahme enthalten. Neben der Einrichtung des Fahrradvermietsystems Next Bike konnte eine weitere Maßnahme aus diesem Konzept umegsetzt werden. Dadurch wird die Verknüpfung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel Fahrrad und ÖPNV deutlich verbessert und somit attraktiver.

Der Neubau und die Erweiterung bestehender Bike&Ride-Anlagen "KSI: Erweiterung des Bike&Ride-Anlagen an ÖPNV-Verknüpfungsstellen" mit dem Förderkennzeichen 03K01816 wurde durch die Förderzusage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ermöglicht. Insgesamt erhält die Stadt Ludwigshafen hier eine Zuwendung aus Bundesmitteln von circa 40.000 Euro. Das Projekt kostet insgesamt 100.000 Euro.

Bestandsaufnahme und Handlungsbedarf

Aufgrund der aktuellen Forderungen zur Umsetzung der Maßnahmen aus dem Gesamtverkehrsplan 2020 und der Klimaschutzkonzeption wurde im Sommer 2014 eine Überprüfung des Bestands an Radabstellanlagen an wichtigen Haltestellen des ÖPNV vorgenommen. Darauf aufbauend erfolgte unter Berücksichtigung weiterer Rahmenbedingungen eine Bedarfsermittlung hinsichtlich zusätzlicher Radabstellanlagen an Verknüpfungspunkten mit dem ÖPNV. Das Ziel ist dabei, durch eine effektive Radverkehrsförderung auch in Kombination mit dem ÖPNV einen Beitrag zum Klimaschutz im Stadtgebiet von Ludwigshafen zu leisten.

Denn durch die Einrichtung von Bike+Ride-Anlagen ist sowohl die Steigerung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im intermodalen Verkehr als auch eine verstärkte  Fahrradnutzung zu erwarten. Beides kann zur Emissionseinsparung beitragen. Denn durch eine attraktive Fahrradanbindung an den ÖPNV in Form von bereits vorhandenen Radwegen und den geplanten Abstellanlagen wird gleichzeitig auch die Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel gefördert. Insbesondere trifft dies für jene Stadtbereiche zu, welche nicht ausreichend vom ÖPNV bedient werden können. Hier ist die Vernetzung zwischen dem individuellen  Radverkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln nötig, um die Flexibilität in der Mobilität für die  dort wohnende Bevölkerung zu steigern. So kann das Angebot sicherer Fahrradabstellplätze auch neue Zielgruppen ansprechen, die bisher den Pkw genutzt haben, weil  an der relevanten Haltestelle keine sicheren Abstellmöglichkeiten vorhanden sind. Durch eine B+R-Anlage kann das Fahrrad nun als Zubringerverkehrsmittel von der Wohnung zur Haltestelle genutzt und auch in der Nähe der Haltestelle sicher und idealerweise wettergeschützt abgestellt werden. Auf diese Weise werden sowohl das Fahrrad als auch der ÖPNV attraktiver, ergänzen sich gegenseitig und ziehen so potenziell neue Kunden auch für den ÖPNV an.