Stadt warnt vor Herkulesstauden

Die Stadtverwaltung warnt davor, Herkulesstauden zu berühren. Die auch als Riesenbärenklau bekannte Pflanze enthält Substanzen, die beim Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen können. Der Kontakt mit dem Pflanzengift kann - in Kombination mit Sonnenlicht – auf der Haut schwere, stark juckende und langanhaltende Hautentzündungen hervorrufen. Die an Verbrennungen erinnernden Ausschläge und nässenden Wunden heilen oft erst nach Wochen aus. Neben diesen sichtbaren Folgen können auch an heißen Tagen Substanzen der Pflanze an die Umgebungsluft abgegeben werden, so dass bereits der Aufenthalt in Pflanzennähe zu Atemnot oder akuter Bronchitis führen kann. Besonders gefährlich ist die Herkulesstaude für spielende Kinder, wenn diese mit den großen Blättern in Berührung kommen. Kommt es trotz Vorsichtsmaßnahmen zum Kontakt mit dem Riesenbärenklau sollte man Sonneneinwirkung vermeiden, bis die Erscheinungen abgeklungen sind. Es ist hilfreich, die betroffenen Stellen sofort gründlich mit Wasser und Seife zu reinigen. Bei starken Hautreaktionen sollte man einen Arzt aufsuchen.

Wird der Riesenbärenklau im Garten entdeckt, sollte er bekämpft werden. Bei der Entfernung von Herkulesstauden ist es wichtig, ausreichende Schutzkleidung wie lange Hosen, dicker Pullover und Handschuhe zu tragen. Zusätzlich sollte man sich im Gesicht und an den Händen mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor schützen. Die Entfernung der Pflanzen sollte nach Möglichkeit bei geringer Lichteinstrahlung erfolgen, also in der Dämmerung oder bei starker Bewölkung. Am unproblematischsten und wirksamsten ist es, die Pflanzen im April oder Mai, wenn das Wachstum beginnt, auszugraben bis in eine Tiefe von circa 15 Zentimetern, so dass die gesamten Regenerationsanlagen der Pflanze entfernt werden. Während der Blüte ab Juni müssen zuerst die Blütendolden abgehackt werden, bevor der Rest der Pflanze entfernt wird. Die Blütendolden sollten verbrannt oder über den Restmüll entsorgt werden, um ein Aussamen zu verhindern. Meistens befinden sich bereits Samen im Boden. Diese bleiben jahrelang keimfähig. Eine mehrfache Nachsorge ist deshalb unbedingt zu empfehlen.

Die Herkulesstaude stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Wegen ihrer imposanten Erscheinung wurde sie im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt und gerne in Gärten und Parks gepflanzt. Seit einigen Jahrzehnten breitet sich die zwei bis vier Meter hoch werdende Staude auch in Rheinland-Pfalz immer stärker aus. Sie wächst an Brachflächen, Straßen- und Bachrändern als auch in privaten Gärten und bildet große, weiße Blütendolden. Ihre Vermehrung erfolgt über eine große Anzahl von Samen, die bis zu zehn Jahre keimfähig bleiben. Sie sind sehr leicht und schwimmfähig und werden meist mit dem Wind oder durch Gewässer mit Überschwemmungsgebieten verbreitet. Als so genannter "Neophyt" breitet sie sich extrem aus, bildet Massenbestände, unterdrückt die heimische Flora und löst Erosionsschäden aus. Vor allem aber ist sie gefährlich für den Menschen.

Wer Herkulesstauden im Stadtgebiet Ludwigshafen entdeckt, sollte diese beim Bereich Umwelt, Armin Gabriel, Telefonnummer 504-2624, melden.