Beschäftigungsförderer der Deutschen Großstädte erarbeiten Vorschläge zur besseren Integration von Langzeitarbeitslosen und Flüchtlingen

Der Arbeitskreis der kommunalen Beschäftigungsförderer im Deutschen Städtetag (dem Vertreter von über 20, vor allem größerer Städte aus allen Bundesländern angehören) hat sich am 26. und 27. März 2017 zu seiner turnusmäßigen (54.) Sitzung in der Volkshochschule in Ludwigshafen getroffen. Die Abteilung Beschäftigungsförderung der Stadt Ludwigshafen gehört diesem Arbeitskreis seit über 25 Jahren an.

Aufgaben des Arbeitskreises sind ein Erfahrungsaustausch zu Fragen der kommunalen Beschäftigungsförderung, die Beratung der Gremien des Deutschen Städtetages sowie die Formulierung von Stellungnahmen zu entsprechenden Gesetzesvorhaben des Bundes und zur Bewertung von Modellvorhaben in verschiedenen Ländern.

Ein Schwerpunkt der Beratungen in Ludwigshafen bildete das Thema Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. In den meisten bundesdeutschen Großstädten ist die Entwicklung ähnlich wie in Ludwigshafen: Trotz Rückgang der allgemeinen Arbeitslosigkeit ist zugleich ein sowohl in absoluten Zahlen als auch relativ betrachteter Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit zu verzeichnen. Vor diesem Hintergrund haben die Mitglieder des Arbeitskreises die aktuellen Programme des Bundes zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit "Soziale Teilhabe" und das "ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung Langzeitarbeitsloser" diskutiert und Anregungen zur Optimierung dieser Programme erarbeitet.

Ein weiterer Schwerpunkt waren "Strategien zur Integration von Asylberechtigten und Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt". Erfahrungen in der Umsetzung kommunaler Programme und das Bundesprogramm FIM (Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen), im Prinzip eine niedrige Version von Arbeitsgelegenheiten für Asylsuchende, wurden ausgetauscht und fachliche Eckpunkte für die Integration diskutiert. Ludwigshafen konnte in diesem Zusammenhang das Qualifizierungskonzept der VHS, welches als oberstes Ziel die Integration in Ausbildung und Arbeit hat, vorstellen. Dabei wurde deutlich, dass es bundesweit kaum strukturierte verzahnte Angebote gibt. Auch wenn Teile des Konzepts erst in der Planung sind, ist Ludwigshafen eine der wenigen Städte, in denen die Kommune unter Einbezug vieler Akteure und der Wirtschaft gezielt und strukturiert von Anfang an die Integration der Asylsuchenden in Gesellschaft und Arbeit unterstützt.

Weitere Themen, die die Arbeitsmarktexperten im Rahmen ihrer Tagung in Ludwigshafen behandelten, waren Industrie 4.0, ein Modellprojekt aus NRW zu einem sozialen Arbeitsmarkt, sowie das Thema Fachkräftesicherung. Hierzu wurde ein Projekt des Instituts für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen vorgestellt: "Zeitreich – Zielkonflikte in der betrieblichen Arbeitszeitpolitik lösen".