Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern erhält Zertifikat zur interkulturellen Kompetenz

Fast 33 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Ludwigshafen haben eine ausländische Staatsbürgerschaft. Entsprechend beeinflusst die kulturelle Pluralisierung der Gesellschaft alle Handlungsfelder und Aufgabenbereiche der Kinder- und Jugendhilfe in erheblichem Maße.

Vor diesem Hintergrund haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Stadt Ludwigshafen am Rhein an einer Weiterbildung zum Thema interkulturelle Kompetenz teilgenommen. Angeboten wurde die Weiterbildung von der bke, der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, als Inhouse-Veranstaltung in der Ludwigshafener Beratungsstelle. So konnten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichzeitig und gleichwertig Kompetenzen und Sicherheit im Bereich interkulturelle Beratung gewinnen. Zielgruppe der Fortbildung sind komplette Teams von Erziehungsberatungsstellen, die sich der Arbeit mit Migrationsfamilien öffnen, interkulturelle Kompetenzen stärken und kultursensible Beratungsarbeit aufbauen oder intensivieren möchten. Gefordert sind persönliche Eigenschaften wie Offenheit, Wertschätzung und Geduld, die sowieso zum Anforderungsprofil an Fachkräfte in der Erziehungsberatung gehören. Darüber hinaus jedoch auch spezielle Kenntnisse, zum Beispiel wie gute Beratung erfolgen kann, wenn das wichtigste Werkzeug, nämlich die gemeinsame Verständigung fehlt und wie Dolmetscher gut integriert werden können.

"Wir müssen auf die gesamte Bevölkerung zugehen, denn unsere Angebote sind für alle Bürgerinnen und Bürger offen. Deshalb begrüße ich es sehr, dass das gesamte Team der Beratungsstelle diesen interkulturellen Ansatz lebt", betonte Prof. Cornelia Reifenberg, Beigeordnete für Kultur, Schulen, Jugend und Familie bei der Zertifikatsübergabe. Die Leiterin des Bereichs Jugendförderung und Erziehungsberatung, Sabine Heiligenthal, verwies auf die besonderen Herausforderungen und Chancen der speziellen Aufgabe und stellte fest: "Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern ist für die Zukunft gut gerüstet. Es ist entscheidend, sich in der beratenden Arbeit immer wieder an den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren, denen wir helfen wollen".

Zum Hintergrund:

Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern ist Teil des Bereichs Jugendförderung und Erziehungsberatung der Stadtverwaltung Ludwigshafen und hat im vergangenen Jahr 1.323 Familien betreut. Mit knapp 60 Prozent lag der Schwerpunkt in der Altersverteilung der Kinder und jungen Menschen zwischen sechs und 15 Jahren. Insgesamt wurden mehr männliche als weibliche Klienten beraten. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund lag bei 41 Prozent. 73 Prozent der Familien oder jungen Volljährigen finanzierten ihren Lebensunterhalt aus Erwerbstätigkeit. Gründe für die Hilfegewährung waren in erster Linie Entwicklungsauffälligkeiten, Belastungen der jungen Menschen durch familiäre Konflikte und schulische und berufliche Probleme.

Die bke ist der Fachverband der Erziehungs- und Familienberatung in der Bundesrepublik Deutschland. In ihr sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erziehungsberatungsstellen organisiert. Seit 1962 bilden die Landesarbeitsgemeinschaften für Erziehungsberatungsstellen die bke.