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Rede von Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse zum Festakt zur Verleihung des Maximilianstalers und der Bürgerschaftsmedaille am Donnerstag, 5. Dezember 2002, 18 Uhr, Stadtraatssaal

Rede zur Verleihung des Maximilianstaler und der Bürgerschaftsmedaille (pdf-Dokument)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass Sie heute so zahlreich hierher in den Stadtratssaal gekommen sind, um einige Persönlichkeiten zu ehren, die sich in hervorragender Weise um unser Gemeinwesen verdient gemacht haben.

Besonders begrüßen möchte ich ...

Meine Damen und Herren,

in den Vereinigten Staaten ist die Frage "And what is your social activity?" fester Bestandteil jedes Party-Smalltalks.

Und jeder, der etwas auf sich hält, hat eine positive Antwort auf diese Frage.

Bei uns in Deutschland ist es dagegen keineswegs selbstverständlich, etwas zu tun, wofür man keine unmittelbare Gegenleistung erhält. Wer seine Zeit, seine Ideen und seine Arbeitskraft unentgeltlich zur Verfügung stellt, läuft Gefahr, oft nicht verstanden zu werden.

Zumindest sieht er sich häufig der verständnislosen Frage ausgesetzt: "Was bringt Dir das (eigentlich)?"

Diejenigen, die wir heute mit dem Maximilianstaler und mit der Bürgerschaftsmedaille auszeichnen, haben diese Frage nie angefochten.

Sie wissen um die große Bedeutung des Ehrenamtes, das heiße des Einsatzes für die verschiedensten Aufgaben in unserer Gesellschaft.

Und auch das soll gesagt werden: Dass stets eine große innere Bereicherung mit diesen Tätigkeiten verbunden ist.

Denn der Mensch, das wussten schon die alten Griechen, ist ein Wesen, das sich nicht selbst genug ist, sondern das sich erst in der Gemeinschaft mit anderen entfalten und, wenn man es so sagen will, verwirklichen kann.

Ich glaube, dass alle, die wir heute auszeichnen, bestätigen können, dass ihnen ohne ihr jeweiliges persönliches Engagement etwas fehlen würde, das sie nicht missen möchten.

Die Geehrten haben sich in verschiedenen Bereichen beteiligt. Aber allen Tätigkeiten war gemeinsam, dass sie eine große Bedeutung für die Allgemeinheit hatten.

Da zugegeben werden muss, dass diese enormen Bemühungen oftmals nicht angemessen anerkannt und gewürdigt wurden, ist heute, am Tag des Ehrenamtes, der richtige Zeitpunkt, ihrer Leistungen zu gedenken.

Der Maximilianstaler erinnert von seinem Namen her an unseren Stadtgründer, König Maximilian von Bayern.

Mit ihm wollen wir Menschen auszeichnen, die Grundlegendes für unser Gemeinwesen geleistet haben.

In diesem Jahr sind das Frau Elisabeth Rickal und Herr Rudolf Keppe.

Elisabeth Rickal:

Liebe Frau Rickal, Sie wurden 1934 in Essen geboren, und haben bis heute viele Ämter bekleidet.

Nach Schule und Studium waren Sie seit 1957 Lehrerin in Essen und seit 1973 Schulleiterin an der Diesterwegschule in Ludwigshafen-Oggersheim.

Die Liste Ihrer Ehrenämter reicht von der Diözesanjugendführerin des BDKJ in ihrer Heimatstadt Essen im Jahre 1965 bis zur Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz - Ruanda, ein Amt, das sie bis 1991 begleiteten.

Sie waren von 1974 - 1984 Mitglied des Stadtrates in Ludwigshafen und von 1980 - 1984 Mitglied des Landtages in Mainz.

Zudem waren Sie Kreisvorsitzende der hiesigen CDU von 1977 - 1987

- in den siebziger Jahren war eine Frau in einem solchen Amt noch eine Sensation - und Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Kultusministerium von 1984 - 1991.

Es gibt viele Gründe, Sie, verehrte Frau Rickal, zu ehren.

Aber für die heutige Auszeichnung ist etwas ausschlaggebend, das sich wie ein roter Faden durch Ihr Leben zieht:

Der Einsatz für die junge Generation.

Sie sind von Ihrer Ausbildung her Lehrerin - ich habe es bereits erwähnt.

Und alle, die bei Ihnen in der Schule waren, sagen, dass Sie eine gute und vorbildliche Lehrerin waren.

Sie haben sich aber auch außerhalb der Schule, wo immer sie konnten, für die Belange von Kindern und Jugendlichen eingesetzt.

Sie engagierten sich im Bundesjugendkuratorium und im Deutsch-Französischen Jugendwerk.

Sie waren Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes in Rheinland-Pfalz und Sie sind Vorsitzende des Kindergartenvereins Ruchheim.

Kinder, das wissen wir alle, sind die Zukunft unserer Gesellschaft.

Gerade hier haben Sie sich in den letzten Jahren besonders engagiert.

Sie haben sich um diese Zukunft verdient gemacht.

Ich denke, es ist erlaubt, wenn ich meinen persönlichen Dank anschließe für viele gute Ratschläge in Bezug auf meine öffentlichen Aufgaben.

In Anerkennung aller Verdienste überreiche ich Ihnen heute den Maximilianstaler.

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!

Rudolf Keppe:

Sie kommen wie Elisabeth Rickal aus der kirchlichen Jugendarbeit.

Schon in jungen Jahren leiteten Sie Jugendgruppen an der Erlöserkirche in der Gartenstadt.

Seit 1966 sind Sie dort Presbyter, seit 1984 Vorsitzender des Presbyteriums.

Sie geben einen Gemeindebrief in der Erlöserkirche heraus und als Lektor halten Sie regelmäßig Gottesdienste.

Zudem gehören Sie dem Förderverein für Kirchenmusik an der Erlöserkirche an. Die Patenschaft mit der Kirchengemeinde in Oranienbaum ist auf Ihre Initiative hin gegründet worden.

Ebenso waren Sie an der Patenschaft mit der Gemeinde Romford (Havering) beteiligt.

Sie sind Schriftführer des Evangelischen Krankenpflegevereins Gartenstadt und sitzen im Verwaltungsausschuss der Ökumenischen Sozialstation Ludwigshafen Südwest.

Darüber hinaus sind Sie ab 1973 Mitglied der Bezirkssynode Ludwigshafen und war von 1979 bis 1996 lange Zeit deren Vorsitzender.

Ebensolang waren Sie Mitglied im Bezirkskirchenrat. Auch Ihr karitatives Engagement ist bemerkenswert: Die Suppenküche ist auf Initiative von Ihnen gegründet worden. Sie organisieren für die Erlöserkirche den Helferdienst und bringen Brot und Kuchen für die Bedürftigen bei.

Kurz: Sie sind ein Mann mit zahlreichen Ämtern und Aufgaben.

Dabei sind Sie in Ihrem Auftreten bescheiden und zurückhaltend, kein Mann der großen Worte sondern ein Mann der Tat.

Bei allen großen Aufgaben vergessen Sie nie den einzelnen Menschen.

Unauffällig und ohne großes Aufsehen kümmern Sie sich um diejenigen, die Hilfe brauchen.

Sie sind ein Mit-Mensch im besten Sinn des Wortes, und dafür wollen wir Ihnen heute danken.

Für Ihren unermüdlichen Einsatz für die Menschen in unserer Stadt erhalten Sie heute den Maximilianstaler.

Meine herzliche Gratulation!

Eine demokratische Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass die Bürgerinnen und Bürger sich aktiv an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligen.

Einige, die das in vorbildlicher Art und Weise tun, wollen wir heute mit der Bürgerschaftsmedaille der Stadt Ludwigshafen ehren.

Es sind:

Herr Karlheinz Dischler,

Herr Heinz Erdmann,

Frau Ida Frey,

Herr Stefano Mangiapane,

Frau Eleonore Mühlhölzer,

Frau Dina Pfirrmann,

Herr Karl Heinz Ries,

Frau Erika und Herr Hans Ritthaler

sowie Herr Herman Walther.

Karl-Heinz Dischler:

Sie sind seit über 40 Jahren Mitglied der IG Chemie-Papier-Keramik, der jetzigen IG BCE.

Sie waren seit 1961 Vertrauensmann und haben ihren Sachverstand seit 1986 auch als Mitglied des Bezirksvorstands und in der Tarifkommission Rheinland-Pfalz/Saarland eingebracht.

In der Firma Raschig haben Sie seit 1965 als Betriebsratsmitglied und seit 1984 bis zu Ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben im April des Jahres als Vorsitzender des Betriebsrates die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit großem Engagement vertreten.

Sie sind eine herausragende Persönlichkeit der Arbeitnehmerschaft in Ludwigshafen, die sich für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in unserer Stadt eingesetzt hat.

Dies ist nicht mehr selbstverständlich und zeigt Ihre soziale Kompetenz.

Dafür wollen wir Ihnen heute mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille danken.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Ehrung.

Heinz Erdmann:

Sie haben sich vier Jahre lang als Mitglied des Gemeinderates Ruchheim und nach der Eingemeindung weitere zehn Jahre lang als Mitglied des Ortsbeirates für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Ruchheim eingesetzt.

Fast 20 Jahre lang führten Sie den Vorsitz des CDU-Ortsverbandes Ruchheim. Sicherlich ein sehr langes und stetiges kommunalpolitisches Engagement.

Darüber hinaus waren Sie ca. 25 Jahre Mitglied im Verwaltungs- und im Pfarrgemeinderat der Kath. Pfarrei "St. Cyriakus" sowie ca. 24 Jahre Erster Vorsitzender des dortigen Kirchenchors.

Sie gehören zu den Menschen, bei denen viele Fäden zusammenlaufen, die sich unglaublich viel Zeit nehmen für unser Gemeinwesen und ohne die die lokale Selbstverwaltung in Staat und Kirche nicht möglich wäre.

Sie fühlen sich in Ihrer Heimatgemeinde Ruchheim sehr verbunden und engagierten sich deshalb ein Vierteljahrhundert in der Kommunalpolitik und in der Katholischen Kirche.

Dafür wollen wir Ihnen heute mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille danken.

Meinen herzlichen Glückwunsch.

Ida Frey ist mit 87 Jahren eine der Ältesten, die wir geehrt haben. Das freut mich deshalb ganz besonders.

Liebe Frau Frey, Sie waren nach dem Zweiten Weltkrieg am Wiederaufbau der Rheingönheimer Pfarrkirche beteiligt. Sie haben damals viele Spenden gesammelt, tatkräftig selbst mit angepackt und als "Trümmerfrau" selbst Ihren Beitrag zur Wiederherstellung der evangelischen Kirche geleistet.

Später engagierten Sie sich unter anderem jahrzehntelang für die Bahnhofsmission, für den evangelischen Frauenbund, für das Diakonische Werk, das Gustav-Adolf-Werk und für "Brot für die Welt", für die drei letzteren als eifrige, beständige Sammlerin. Solche Menschen sind rar geworden.

Ja und seit über 50 Jahren sind Sie Mitglied des evangelischen Frauenbundes der protestantischen Pfarrei in Rheingönheim, seit 1993 deren Ehrenvorsitzende. Seit 1954 leisten Sie dort wertvolle Trauerarbeit bei Hinterbliebenen von Mitgliedern.

Sie gehören zur Generation der sogenannten Trümmerfrauen, von deren - aus heutiger Sicht - unvorstellbaren Aufbauarbeit wir heute immer noch zehren, und Sie haben ein Leben lang im Engagement für den Nächsten nicht nachgelassen. Sie haben sprichwörtlich Ihr Zuhause in der evangelischen Kirche.

Dafür wollen wir Ihnen heute mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille danken. Ich beglückwünsche Sie herzlich dazu!

Stefano Mangiapane:

Sie wurden 1932 in Tropina / Italien geboren, wären wahrscheinlich beleidigt, wenn ich Sie als "gebürtigen Italiener" bezeichnen würde, denn Sie sind Italiener durch und durch. Aber Sie leben seit Anfang der 60-er Jahre in unserer Stadt. Über 35 Jahre haben Sie als gelernter Schlosser in der BASF gearbeitet.

Seit 1968 sind Sie Mitglied des Presbyteriums der Protestantischen Friedenskirchengemeinde. Sie waren der erste Kirchenvorstand in der Bundesrepublik Deutschland. Noch heute gehören Sie dem Presbyterium an und haben im Kirchenbezirk Ludwigshafen in vielen Gremien mitgearbeitet. Sie sind ein treuer Kirchgänger, kümmern sich um die Finanzen, pflegen die Außenanlage der Kirche und wirklich: keine Arbeit ist Ihnen zu gering.

Zu Beginn der 70-er Jahre haben Sie als evangelischer Christ zunächst Gottesdienste in italienischer Sprache gehalten und später eine Sozialberatung, Sprachkurse und Begegnungsnachmittage für Ihre Landsleute organisiert.

Sie waren überzeugt, dass Italiener, die in Deutschland arbeiten, hier ihre eigene Identität bewahren sollen und zugleich selbstständig und autonom am gesellschaftlichen und kirchlichen Leben teilhaben sollten. Sehr geehrter Herr Mangiapane, Sie waren eine gute Anlaufstelle für Ihre Landsleute.

Sie haben damit einen wichtigen Beitrag zur Integration geleistet, für die wir Ihnen heute mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille danken wollen. Herzlichen Glückwunsch!

Eleonore Mühlhölzer:

Sie engagieren sich seit langem, und zwar seit 1975 ehrenamtlich im Führungskreis alleinerziehender Mütter und seit 1980 in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands auf Ludwigshafener Dekanatsebene.

Sie gehören zu den Frauen der ersten Stunde im Ludwigshafener Frauenhaus.

Seit 1979 kann diese im wahrsten Sinne des Wortes notwendige Einrichtung auf die ehrenamtliche Mitarbeit von Eleonore Mühlhölzer zählen. Seit 1990 sind Sie dort auch im Vorstand ehrenamtlich aktiv.

Neben diesem wichtigen Einsatz sind Sie seit 1992 Schöffin am Amtsgericht Ludwigshafen und seit 1999 Mitglied des Ortsbeirats Mundenheim. Ihr kommunalpolitisches Engagement zeigt sich in der Mitgliedschaft im Vorstand des CDU-Ortsverbandes Mundenheim, dem Sie seit 1995 angehören.

Überregional engagierten Sie sich im Bundesarbeitskreis "Gewalt gegen Frauen", der sich vierteljährlich in Bonn versammelte und Aktionen startete, um die Öffentlichkeit auf diese Problematik aufmerksam zu machen, unter anderem bei den Katholikentagen in Aachen, Mainz, München und Dresden.

Für dieses vielfältige Engagement wollen wir Ihnen heute mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille danken. Ich beglückwünsche Sie herzlich dazu!

Dina Pfirrmann:

Sie gehören zu denjenigen, die nach dem Krieg die Arbeiterwohlfahrt in der Gartenstadt aufgebaut haben.

Über 30 Jahre lang - von 1956 bis 1989 - waren Sie im Vorstand des Ortsvereins aktiv und haben geholfen, wo immer Sie konnten, davon 16 Jahre als 1. Vorsitzende und 17 Jahre als Kassiererin. Anschließend wurden Sie dort zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit Frau Anna Krauß leiteten Sie gemeinsam die Nähschule der AWO von 1950 - 1971; Sie begleiteten regelmäßig Kindertransporte der AWO und unserer Stadtverwaltung.

Bemerkenswert ist Ihre aktive Mithilfe bei Veranstaltungen der Altenhilfe und die Betreuung von Kindern und Senioren an der Blies. Sie waren zudem einige Jahre beim Lotsendienst im Klinikum Ludwigshafen und 12 Jahre Mitglied der Gruppe "Besuchsdienst im städtischen Alten- und Pflegeheim Gartenstadt".

Außerdem waren Sie von 1964 - 1979 Mitglied des Ortsbeirats Gartenstadt, von 1966 - 1996 Vorstandsmitglied der Sozialgemeinschaft und von 1966 - 1977 Schöffin am Jugendgericht.

Sie sind eine herausragende Persönlichkeit im sozialen Bereich unserer Stadt, die sich stets mit vorbildlichem Engagement für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen eingesetzt hat.

Dafür wollen wir Ihnen heute ausdrücklich mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille danken. Meine allerherzlichsten Glückwünsche!

Karl Heinz Ries:

Sie sind aus dem sportlichen Leben unserer Stadt nicht mehr wegzudenken.

Sie gehörten 1963 zu den Gründern des ABC Ludwigshafen und waren sechs Jahre dessen Vorsitzender und anschließend viele Jahre in weiteren Vorstandsfunktionen tätig.

Sie engagierten sich seit 1975 im Stadtverband, für Leibesübungen (LSV), zuerst als stellvertretender Vorsitzender, ab 1983 als Vorsitzender, zugleich als Sportkreisvorsitzender für die Stadt Ludwigshafen. Seit 1986 führen Sie die Geschäfte des Ludwigshafener Sportförderkreises, den Sie zusammen mit dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Ludwig ins Leben riefen. Von 1968 bis 1985 waren Sie im Vorstand bzw. Beirat des Leichtathletikverbandes Pfalz.

Sie setzten Akzente bei den Stadionsportfesten, der Sportwoche im Rathaus-Center 1991 sowie unzähliger Sportveranstaltungen in Ludwigshafen mit überörtlicher Bedeutung.

Sowohl als Aktiver als auch als Funktionsträger haben Sie in den letzten vier Jahrzehnten die Sportstadt Ludwigshafen maßgeblich mit geprägt. Ohne Sie hätte es zahlreiche sportliche Highlights, die wir in den vergangenen Jahren in Ludwigshafen erleben konnten, nicht gegeben.

Dafür wollen wir Ihnen heute mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille danken.

Erika und Hans Ritthaler:

Ausgehend von Ihren Berufen, Sie beide sind von Beruf Gärtnerin bzw. Gärtner und Gartenbauingenieure, verbindet Sie seit Ihrem Studium ein sehr intensives Interesse für die Natur und die Landschaftsentwicklung. Sie gehörten 1994 zu den Wegbereitern und Gründern der Interessen- und Fördergemeinschaft Landschaftsschutzgebiet Maudacher Bruch (IFLM e.V.). Ziel dieses Vereins ist der Naturschutz, die Landespflege, die Jugend- und Erwachsenenbildung, Führungen sowie die Unterstützung der Verwaltung, bei Pflegemaßnahmen.

Wesentlichen Anteil hat die IFLM an der Erstellung der Pflege- und Entwicklungsplanung des Maudacher Bruchs, die auch finanziell durch den Verein unterstützt wurde. Sie ist wesentliche Grundlage zur Erhaltung des einmaligen Moorgebietes. Über 446 krautige Pflanzenarten wurden nachgewiesen, davon 26 besonders gefährdete Arten. Schon seit Mitte der 80-er Jahre leisten Sie beide einen unverzichtbaren Beitrag zur Erfassung und Erhaltung der Flora und Fauna des wichtigsten Landschaftsschutzgebietes in unserer Stadt. Hierzu existieren einige Veröffentlichungen, vor allem die 1989 im Eigenverlag veröffentlichte Schrift zur artenschutzorientierten Grünflächenpflege.

In zahlreichen Führungen haben Sie Jugendlichen und Erwachsenen einen Zugang zum Verständnis dieses faszinierenden Ökosystems eröffnet.

Diese Verdienste von Ihnen, sehr geehrte Eheleute Ritthaler, um das Maudacher Bruch wollen wir heute mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille würdigen.

Hermann Walther:

85 Jahre alt, der heute krankheitsbedingt nicht anwesend sein kann, ist so etwas wie der gute Geist des August-Wagner-Hauses in der Luitpoldstraße in Friesenheim.

11 Jahre lang war er Vorsitzender des dortigen Haus- und Heimbeirates.

Von Beruf Maler mit einer sehr guten Gesellenprüfung war er 10 Jahre bei der Firma Fickeisen und später bei der BASF und bei Giulini. Darüber hinaus war er im Ruhestand Vorstandsmitglied im Stadtverband der Senioren, Gründungsmitglied des Seniorenrates in Ludwigshafen, Vertreter aller Heimbeiräte in Ludwigshafen, Vertreter aller Hausbeiräte in Rheinland-Pfalz und Seniorenvertreter bei der Landesregierung in Mainz.

Möglich war dieses Engagement nur mit der Unterstützung seiner Frau Hella. Sie betreut ihn auch jetzt bei seiner schweren Erkrankung. Dafür will ich Ihnen bei dieser Gelegenheit sehr herzlich Danke sagen.

Heute wollen wir Ihrem Mann mit der Verleihung der Bürgerschaftsmedaille danken. Stellvertretend darf ich diese an seine Frau übergeben. Liebe Frau Walther, bitte wünschen Sie ihrem Mann im Namen aller hier Anwesenden alles Gute, vor allem Gesundheit und Wohlergehen! Von hier aus meine herzliche Gratulation!

Meine Damen und Herren,

jeder der Menschen, die wir heute ausgezeichnet haben, hat seine eigene Geschichte, aber zu jeder dieser Geschichten gehört das, was die Amerikaner social activity nennen.

Und jeder der heute Geehrten wird ihnen mit großer Begeisterung von seiner social activity erzählen, und davon, wie diese Aktivität sein Leben bereichert hat.

Und ich hoffe, dass Sie alle genau das tun und damit vor allem junge Menschen für eine ehrenamtliche Tätigkeit, auf welchem Gebiet auch immer, begeistern können.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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