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Rede zum Neujahrsempfang von Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse

Mittwoch, 9. Januar 2008, 18 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle

Es gilt das gesprochene Wort!

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste,

ich begrüße Sie alle im eigenen Namen, aber auch im Namen meiner Kollegen im Stadtvorstand, ganz herzlich zu unserem traditionellen Neujahrsempfang.

Dass der Neujahrsempfang heute hier in der Friedrich-Ebert-Halle stattfindet, liegt natürlich daran, dass der Pfalzbau zurzeit renoviert wird.

Aber es ist auch ein glücklicher Zufall, denn wir wollen heute auch Dieter Thomas Heck danken, der in dieser Halle jahrzehntelang die Goldene Stimmgabel und andere große TV-Shows moderiert hat. Und deswegen, meine Damen und Herren, freue ich mich sehr, dass Dieter Thomas Heck und seine Frau Ragnhild heute hier bei uns in der Friedrich-Ebert-Halle sind.

Herzlich Willkommen! (Begrüßung der Gäste)

Den Rückblick auf das vergangene Jahr haben wir eben gesehen. Ich habe 2007 alles in allem als ein gutes Jahr empfunden, und ich wünsche Ihnen, dass Sie das für sich genauso sagen können. Und vor allem wünsche ich Ihnen, dass auch das neue Jahr 2008 für Sie alle ein gutes Jahr wird. Ich wünsche Ihnen, dass Sie gesund bleiben und dass sich Ihre Wünsche und Vorstellungen möglichst erfüllen.

Zu den Wünschen und Vorstellungen der Stadt Ludwigshafen möchte ich nun einige Worte sagen.

Meine Damen und Herren, liebe Gäste, ich habe eben schon erwähnt, dass der Pfalzbau zurzeit renoviert wird. Er ist aber nur eine von vielen Baustellen, mit denen wir jetzt und in den nächsten Jahren das Erscheinungsbild der Ludwigshafener Innenstadt positiv verändern wollen. Sie können mir glauben, dass ich als gebürtige Ludwigshafenerin keinen dringenderen Wunsch habe, als unsere Innenstadt aufzuwerten.

Denn die Innenstadt ist Schauplatz des öffentlichen Lebens. Sie bündelt vielfältige gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und künstlerische Aktivitäten und ist Wohnort und Arbeitsplatz für viele Menschen.

Eine der zentralen innerstädtischen Funktionen ist und bleibt der Handel. Ein gutes, ausgewogenes Angebot an Geschäften ist weiterhin der Schlüssel für ein attraktives und lebendiges Zentrum. Diese spezifischen Innenstadtmerkmale gilt es, zur Stärkung der eigenen städtischen Identität zu erkennen, zu pflegen und weiterzuentwickeln.

Genau daran arbeiten wir – und zwar mit einer ganzen Reihe von Projekten und Maßnahmen, die sich im Rahmen der Aktion "Heute für morgen" ineinanderfügen. Mit dem Entwicklungskonzept Innenstadt haben wir eine Gesamtstrategie zum Stadtumbau Ludwigshafens und einen Handlungsrahmen erarbeitet, um die Innenstadt insgesamt mit all ihren Facetten weiterzuentwickeln und vor allem zum Rhein hin neu auszurichten.

Dazu gehören zum Beispiel die Sanierung des Pfalzbaus oder der Bau des neuen Stadtquartiers auf dem Zollhofgelände mit dem ECE-Center. Dazu gehört aber auch eine ganze Palette von vielen Maßnahmen – großen und kleinen zur Aufwertung unserer City insgesamt.

Wir unterstützen dies durch den Einsatz gezielter Förderinstrumente als Anreiz für weitere private Investitionen. Dabei ist entscheidend, dass wir die verschiedenen Maßnahmen in der Innenstadt nicht isoliert betrachten, sondern dass wir sie als Puzzleteile sehen, die sich ineinander fügen und erst zusammen ein richtiges Bild ergeben. Dieses Bild nimmt 2008 mehr und mehr Konturen und Form an.

Auch wenn beim Pfalzbau das Gros der Mittel in die Sicherheit und Technik fließt, nutzen wir doch die Chance, die besondere Stärke des Pfalzbaus, nämlich die in der Region einzigartige Verbindung von Theater- und Kongressbereich unter einem Dach, auszubauen. Wir wollen damit die Position und die Wettbewerbsfähigkeit des Pfalzbaus nachhaltig stärken. Die positive Resonanz, die wir aus dem Veranstaltungs- und Kongressbereich erfahren haben, bestärkt uns in unserem Vorhaben.

Bei der Realisierung des neuen Stadtquartiers am Rhein liegen wir im Zeitplan. Nachdem alle Verträge unterschrieben und der Bebauungsplan verabschiedet ist, will die ECE im Frühjahr mit dem Bau der Rhein-Galerie beginnen. Der Bauantrag liegt bereits vor.

In der Rhein-Galerie entstehen 1000 neue Arbeitsplätze und wir haben die Chance, verlorene Kaufkraft aus der Region zurückzugewinnen. Der Marktführer ECE investiert auf dem Zollhofgelände rund 200 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die städtischen Einnahmen aus der Gewerbesteuer betragen jährlich etwa 130 Millionen Euro.

Ich denke, wenn man sich dies vor Augen hält, werden zwei Dinge deutlich. Nämlich erstens, dass wir starke Partner und kluge Strategien brauchen, um etwas bewegen. Die große Chance, die sich für Ludwigshafen auf diesem Gelände eröffnet hat, können wir nur gemeinsam mit einem privaten Investor nutzen. Alleine hätten wir das Investitionsvolumen, das erforderlich ist, um die Stadt endlich tatsächlich an den Rhein zu bringen, nicht schultern können. Es zeigt aber zweitens eben auch, wie groß das Vertrauen von privaten Investoren in den Standort Ludwigshafen ist und dass es sich gelohnt hat, unermüdlich für den Standort Ludwigshafen zu werben – hier in der Region, aber auch bei überregionalen Veranstaltungen wie zum Beispiel der Expo Real in München. Es ist uns gelungen, eine positive Aufbruchstimmung zu vermitteln.

Ludwigshafen wird zunehmend als aufstrebende, junge Stadt wahrgenommen. Durch geschickte Grundstücksverhandlungen sind wir überdies in der Lage, aus dem Verkaufserlös auch die Infrastruktur um das Center herum entsprechend aufzuwerten. So werden zum Beispiel die Bahnhofstraße und die Kaiser-Wilhelm-Straße neu gestaltet, um eine optimale Verbindung zwischen dem neuen Stadtquartier und der bestehenden Innenstadt zu ermöglichen.

Ein weiterer Schritt, der sich hier einfügt, ist die förmliche Ausweisung von Sanierungsgebieten, die der Stadtrat im Dezember beschlossen hat. Wir haben uns zu diesem Schritt vor allem wegen der Vorteile für die Hauseigentümer, beispielsweise durch Steuerabschreibungen, entschlossen, um mit privaten Investitionen nachhaltige Verbesserungen der Bausubstanz und der Wohnqualität zu erreichen. Die Erfahrungen im Hemshof haben uns gezeigt, dass wir in einem Sanierungsgebiet mit einem Euro von der öffentlichen Hand bis zu 8 Euro privates Kapital aktivieren können. Außerdem wollen wir die Möglichkeiten von Programmen wie Soziale Stadt und LOS weiterhin nutzen, aber auch europäische Mittel aus dem Fonds für regionale Entwicklung, genannte EFRE, einsetzen.

Durch den flexiblen und bedarfsorientierten Einsatz von verschiedenen Förderinstrumenten wollen wir Investitionsanreize schaffen, die allen in der Innenstadt zugute kommen.

Ich denke, das sind gute Rahmenbedingungen, und ich bin zuversichtlich, dass wir damit einen weiteren Investitionsschub für die City auslösen können. Dort ist ja tatsächlich schon einiges in Bewegung gekommen.

Gestern konnten Sie in der Zeitung lesen, dass sich für das ehemalige Union-Kino in der Ludwigstraße, ein Investor gefunden hat. Ich weiß aus zahlreichen Gesprächen, dass es viele Investoren gibt, die zur Zeit über ein neues oder verstärktes Engagement in Ludwigshafener nachdenken, und ich bin deshalb zuversichtlich, dass wir uns auch 2008 noch über manche gute Nachricht aus diesem Bereich freuen dürfen.

Meine Damen und Herren, liebe Gäste,
alle Maßnahmen, die ich bisher zum Umbau der Innenstadt dargestellt habe, sind aber nur ein Teil unserer Pläne zur Stadtentwicklung. Es geht nicht nur um die Innenstadt, sondern es geht darum, Ludwigshafen insgesamt attraktiver zu machen. Und dazu gehören ganz wesentlich natürlich auch die Stadtteile.

  • Die Wohnsituation in der Pfingstweide wird zeitgemäß und den aktuellen Anforderungen gemäß angepasst.
  • In Edigheim wird der Ortskern umgestaltet.
  • In Friesenheim wird das Turmrestaurant im Ebertpark renoviert. Hier wird man künftig auch heiraten können.
  • Für Ruchheim bin ich zuversichtlich, dass die Gespräche mit allen Beteiligten über die den landwirtschaftlichen Durchgangsverkehr am Ende zu einer guten Lösung führen werden.
  • Maudach erhält einen neuen Ortseingang.
  • In der Gartenstadt wird auf dem Gelände der Bezirkssportanlage das Jugendförderzentrum der Dietmar-Hopp-Stiftung fertig gestellt.
  • Im Stadtteil Nord planen wir die Neugestaltung der Rohrlachstraße.
  • Im Süden der Stadt wird der Wöllner-Kreisel gebaut, was eine erhebliche Verkehrsentlastung bedeutet.
  • An den Bahnhöfen in Mundenheim und Rheingönheim tut sich endlich etwas,
  • in Oggersheim wird entlang der Bahnlinie eine Lärmschutzwand entstehen und Westlich B 9 schließt Globus gerade die letzte Baulücke.

Das alles ist wichtig, denn für die meisten Menschen in Ludwigshafen ist nach wie vor der Stadtteil der Ort, der für sie im engeren Sinne „Heimat“ bedeutet.
Dies ist auch ganz natürlich, denn viele dieser Stadteile haben ja auch eine längere Tradition und Geschichte als die Gesamtstadt. So wird Oppau in diesem Jahr zum Beispiel 1200 Jahre alt – ein Jubiläum auf das ich mich schon sehr freue. In ihrer Summe bilden diese alten und traditionsreichen Stadtteile eine junge, dynamische und moderne Stadt. Aber diese Gesamtstadt wäre letztlich nichts ohne ihre Teile.

Liebe Gäste,
ganz ähnlich ist es auch mit der Metropolregion Rhein-Neckar. Als Verbandsvorsitzende liegt mir die Position von Ludwigshafen als eines von drei Oberzentren in der Region besonders am Herzen. Diese Region hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 zu den attraktivsten und wettbewerbsfähigsten Regionen Europas zu gehören. Wir wollen als Stadt Ludwigshafen dabei zu den treibenden Kräften gehören. Die Erfolgsstrategie der Metropolregion hat drei Säulen:

  • Wirtschaft,
  • Wissenschaft
  • und Lebensqualität.

Lassen Sie mich zu allen drei Punkten etwas sagen.

Zum ersten: Dass die Stadt Ludwigshafen ein starker Wirtschaftsstandort ist, weiß jeder. In Ludwigshafen schlägt das industrielle Herz der Metropolregion und von Rheinland-Pfalz. An dieser Stelle möchte ich neben den Großunternehmen ausdrücklich auch die zahlreichen mittelständischen Unternehmen erwähnen,

  • die eben auch erheblich zur Wirtschaftskraft beitragen,
  • die Arbeitsplätze schaffen
  • und sich oft vorbildlich um die Ausbildung kümmern
  • und von denen viele in ihrem Bereich immer wieder Maßstäbe setzen.

Ich bin sehr froh, dass wir diesen Einsatz regelmäßig mit der symbolischen Auszeichnung "Unternehmen des Jahres" honorieren. Aber zu einer wirtschaftlich starken Stadt gehört auch, dass möglichst alle von dieser Stärke profitieren und dass niemand ausgegrenzt wird. Und ganz besonders gehört dazu, dass auch unsere Jugendlichen eine Chance erhalten, von dieser Wirtschaftskraft zu profitieren.

Deshalb war der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit in Ludwigshafen die Nachricht, über die ich mich persönlich im letzten Jahr am meisten gefreut habe.
Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist in Ludwigshafen innerhalb von zwei Jahren um zwei Fünftel zurückgegangen. Die Quote ist von 13,9 auf 8,7 Prozent gesunken. Hier haben sich für viele junge Menschen neue Lebensperspektiven eröffnet. Es hat sich also als vollkommen richtig erwiesen, dass wir unser Hauptaugenmerk auf die jungen Arbeitslosen gelegt haben. Wir geben damit auch ein positives Signal an Hauptschulabsolventen, die in den vergangen Jahren häufig ohne Ausbildungsplatz oder Job geblieben sind. Dies ist mir besonders auch als Leiterin des Arbeitskreises "vitaler Arbeitsmarkt" in der Metropolregion ein großes Anliegen.

Was – um zum zweiten Punkt zu kommen – Wissenschaft und Bildung angeht, so gibt es in der Region sicher größere und traditionsreichere Hochschulstandorte. Aber mit den beiden Fachhochschulen und dem Ostasieninstitut haben wir unsere eigenen Exzellenzen.

Und auf der Ebene darunter müssen wir weiter in unsere Schulen und Kindertagesstätten investieren. Denn die Qualität eines Bildungssystems zeigt sich nicht erst auf der Hochschulebene, sondern wichtig ist, dass wir ein gutes und umfassendes Angebot haben, das sich von der frühkindlichen Bildung über die Schule bis zur beruflichen Bildung und in den Hochschulbereich erstreckt.

Wir werden deshalb in Ludwigshafen das Angebot im Kindertagesstättenbereich weiter ausbauen. Das gilt quantitativ durch die Einrichtung neuer Gruppen dort, wo es einen entsprechenden Bedarf gibt – bis hin zum Neubau von Kindertagesstätten wie jetzt im Stadtteil Süd. Dies gilt aber auch qualitativ durch viele Projekte zum Beispiel im Rahmen der Offensive Bildung. Wichtig ist, dass unsere Kindertagesstätten Orte sind, an denen die Kinder schon früh lernen, neugierig, aufmerksam und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Leitlinie unserer Jugendpolitik ist, dass wir Kinder und Eltern nicht allein lassen. Wir stehen zur Seite, wo auch immer sie unsere Hilfe brauchen.

Dies geschieht natürlich in Kindertagesstätten und Schulen, es geschieht aber auch durch ein eng vernetztes und niedrigschwelliges Angebot der offenen Jugendarbeit, und natürlich durch ein breit gefächertes Engagement der Vereine. Gemeinsam wollen wir alles tun, damit jedem Kind in Ludwigshafen ein guter Start ins Leben ermöglicht wird.

Im Schulbereich werden wir das begonnene Sanierungsprogramm konsequent fortsetzen. In den letzten Jahren haben wir insgesamt 70 Millionen Euro in unserer Schulen investiert. Die Ludwigshafener Schulen sind und bleiben damit der wichtigste Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit. Inhaltlich haben wir ein hervorragendes und breit gefächertes Angebot von der Gesamtschule über das Wirtschaftsgymnasium bis hin zum internationalen Baccalauréat. Umfassend ist das Angebot der Berufsschulen, mit dem wir auch den Bedarf eines weiten Umlands decken. Und ich bin sehr froh darüber, dass wir in Ludwigshafen in jeder Schulform mindestens eine Einrichtung als Ganztagsschule anbieten können.

Bildung findet allerdings nicht nur in der Schule statt. Es ist mir ein großes Anliegen, dass sich auch andere Einrichtungen – und da insbesondere kulturelle Einrichtungen – für Kinder und Jugendliche öffnen. Ich bin deshalb sehr stolz darauf, dass Ludwigshafen in diesem Jahr mit der Medienschule des Theaters im Pfalzbau und dem Projekt "Listen to our future" der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz gleich zweimal in der Liste der "365 Orte im Land der Ideen" unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten vertreten ist.

Das kulturelle Angebot ist – und damit komme ich zum dritten Punkt – ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität in einer Stadt. Dass Hansgünther Heyme jetzt den Kulturpreis des Landes Rheinland-Pfalz erhält, ist in meinen Augen auch eine Anerkennung und Bestätigung für den kulturellen Aufbruch der Stadt Ludwigshafen, den wir in den letzten Jahren eingeleitet haben.

Dieser Aufbruch äußert sich zum Beispiel auch im Festival des deutschen Films mit seiner großartigen Atmosphäre auf der Parkinsel, und er wird sich in der konzeptionellen Neuausrichtung des Wilhelm-Hack-Museums fortsetzen.

Aber Lebensqualität bedeutet natürlich auch Wohnqualität. Durch einen Paradigmenwechsel in der Wohnungsbaupolitik – weg von der Geschossfläche und hin zu Ein- und Zweifamilienhäusern – ist Ludwigshafen vor allem für junge Familien mit Kindern attraktiver geworden.

Aber auch ältere Menschen zieht es zurück in die Stadt. Ich glaube wir dürfen sehr stolz darauf sein, dass wir gerade für unsere Senioren hervorragende Angebote in unserer Stadt vorhalten. Die Pflegeangebote und Pflegesituation sind insgesamt sehr gut, moderne Formen des seniorengerechten Wohnens entstehen derzeit in unseren Neubaugebieten, und nicht zuletzt ist in diesem Zusammenhang das Projekt eines Mehrgenerationenhauses zu erwähnen.

Nach dem Demographiegipfel und einer großen Veranstaltung zum Thema Integration im letzten Jahr möchte ich in diesem Jahr in einer ähnlichen Form die Herausforderungen des Miteinanders der Generationen in unserer Stadt thematisieren. Dies passt auch zum Jahresmotto der Volkshochschule: 2Starke Senioren".

Aufgrund der hervorragenden, innovativen Baupolitik, insbesondere der GAG und der LUWOGE, hat Ludwigshafen sich einen Ruf als heimliche Hauptstadt der Energieeffizienz geschaffen. Bei der Entwicklung zuerst von Niedrigenergiehäusern und später von Passivenergiehäusern haben wir eine europaweit beachtete Vorreiterrolle übernommen. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir mit einem Null-Energie-Quartier am Rheinufer Süd fortsetzen. Und Häuser mit niedrigem Energieverbrauch sind bekanntlich nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, sondern sie schonen auch die Geldbeutel ihrer Bewohner.

Es gibt also viele gute Gründe in die Stadt Ludwigshafen zu ziehen, und dies gilt für alle Altersgruppen. Und tatsächlich ziehen auch wieder mehr Menschen nach Ludwigshafen. Seit sechs Jahren können wir ein leichtes, aber stetiges Anwachsen der Einwohnerzahlen beobachten. Zurzeit leben gut 168.000 Menschen in Ludwigshafen. 2001 lag diese Zahl noch bei 165.000. Diese Entwicklung verläuft kontinuierlich, und wir können zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder eine positive Nahwanderungsbilanz verzeichnen. Das heißt: Es ziehen wieder mehr Menschen aus der Umgebung in die Stadt als umgekehrt.

Noch wichtiger als der Anstieg der Einwohnerzahl ist allerdings das gute Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt. Ich möchte, dass Ludwigshafen Heimat für alle Menschen wird, die hier leben. Egal, ob sie hier geboren sind, oder ob sie aus anderen Teilen Deutschlands oder anderen Ländern der Welt hierher gezogen sind. Ich weiß, dass dies vor allem für die Zuwanderer aus fremden Ländern und anderen Kulturkreisen nicht immer einfach ist. Dabei gilt: Integration ist keine Einbahnstraße. Sie erfordert Offenheit und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, von beiden Seiten. Deshalb – und ich sage dies besonders gerne in Anwesenheit von Frau Staatsministerin Prof. Böhmer – wollen wir uns auch an der Initiative"Orte der Vielfalt" der Bundesregierung beteiligen. Dabei geht es um ein klares Bekenntnis, zu Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Und es geht darum, deutlich zu machen, dass Ludwigshafen eine Heimat ist für alle Menschen, die diese Werte teilen.

Ein besonderes Anliegen ist mir die Integration von Zuwanderern in das Wirtschaftsleben. Wir haben uns deshalb gezielt mit ausländischen Unternehmern in Ludwigshafen zusammengesetzt, um zwei Dinge zu erreichen: Erstens wollen wir helfen, Jugendliche mit Migrationshintergrund gezielt in Ausbildungsverhältnisse zu vermitteln. Und zweitens wollen wir die Ludwigshafener Unternehmen mit ausländischen Inhabern dazu animieren, auch selber vermehrt Ausbildungsplätze anzubieten.

Für Alteingesessene wie für Zuwanderer gilt gleichermaßen: Die Heimat Ludwigshafen besteht zuerst und vor allem aus einem lebendigen sozialen Netzwerk, aus Nachbarn, die einander kennen, die sich gegenseitig unterstützen und die gemeinsam ihr Lebensumfeld mitgestalten. Die Stadt kann dieses Netzwerk nicht knüpfen. Das müssen die Menschen schon selber tun: durch ihr Engagement in Kirchen, Parteien und Vereinen oder punktuell ohne festen institutionellen Rahmen. Die Stadt – also Rat und Verwaltung – können bildlich gesprochen nur einige Pflöcke einrammen, an denen dieses Netwerk einer aktiven Bürgergesellschaft aufgehängt werden kann. Denn „die Stadt“ – das sind ja eigentlich gar nicht wir in Rat und Verwaltung, sondern das sind die Menschen, die in dieser Stadt leben und sich engagieren.

"Die Stadt", meine Damen und Herren, das sind Sie alle. Und erst durch Sie wird diese Stadt lebendig und attraktiv. Dafür möchte ich mich heute bei allen bedanken,  die sich in Ludwigshafen und für Ludwigshafen engagieren:

  • in Rat und Verwaltung,
  • ganz besonders bei meinen Kollegen im Stadtvorstand,
  • in Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und Kirchen,
  • bei Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen
  • in der Großindustrie und im Mittelstand,
  • in Handwerk und Handel,
  • in den Sportvereinen
  • oder in den Vereinigungen zur Pflege von Kultur und  Brauchtum,
  • Natur- und Umweltschutz
  • und in vielen privaten Initiativen und Projekten.

Ich denke, dass wir auf ein gutes Jahr 2007 zurückblicken können, und ich freue mich zusammen mit Ihnen auf ein neues Jahr 2008, in dem wir Begonnenes fortführen und vollenden, Neues anfangen und die Stadt insgesamt wieder einen großen Schritt nach vorne bringen werden. Wir werden den eingeschlagenen Weg weiter gehen, und ich bin zuversichtlich, dass sich das neue Vertrauen in den Standort Ludwigshafen auch 2008 vielfach durch Investitionen bestätigt. Diese Erfolgsgeschichte möchte ich gerne gemeinsam mit Ihnen, meine Damen und Herren, fortschreiben.

Liebe Gäste,
auch im Jahre 2008 wird es wieder die vielen bewährten Veranstaltungen geben, auf die wir zu Recht stolz sein können. Hierzu zählen

  • hervorragende Fasnachtsveranstaltungen,
  • viele sportliche Höhepunkte wie der MLP-Marathon, der Stadtlauf, und die Süddeutschen Meisterschaften der Leichtathleten, aber auch die Mini-Fußball-EM der Ludwigshafener Grund- und Förderschulen,
  • das Ludwigshafener Stadtfest, dieses Mal mit einem besonderen Schwerpunkt wegen der Jubiläumsfeierlichkeiten mit unseren Partnerstädten Pasadena, Lorient, Dessau und Antwerpen,
  • die vielen Stadtteilfeste, Straßenfeste und Kerwen, auf denen das gesellige Miteinander gepflegt wird,
  • bis hin zum Oktoberfest.

All diese vielen traditionellen Veranstaltungen, Sportveranstaltungen oder kulturelle Höhepunkte machen das Stadtleben in unserer Stadt aus. Und viele von diesen Veranstaltungen wären ohne ein hohes bürgerschaftliches Engagement nicht möglich. Viele dieser Veranstaltungen sind getragen von Vereinen und dafür möchte ich auch heute ganz herzlich danken. Das soziale, kulturelle und sportliche Leben wird eben von diesem bürgerschaftlichen Engagement geprägt. Für mich war es deshalb ein schöner Zufall, dass mein erster offizieller Termin in diesem Jahr der Empfang der Sternsinger war. Auch das ist ja eine Form des ehrenamtlichen Engagements.

Und wenn man sieht, mit welchem Eifer sich Ludwigshafener Kinder für ihre Altersgenossen in benachteiligten Regionen der Welt einsetzen, dann muss einem – glaube ich – um die soziale Gesinnung unserer Gesellschaft in der Zukunft nicht bange sein. Und deshalb glaube ich, dass auch dieses Jahr unter einem guten Stern steht.

Darauf will ich mit Ihnen heute beim Umtrunk nach dem offiziellen Teil des Programms anstoßen. Ich freue mich jetzt schon auf viele Begegnungen und Gespräche mit Ihnen im neuen Jahr. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes, glückliches und gesundes neues Jahr 2008.

 

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