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Soziale Stadt Quartier Westend

Nach elf Jahren Laufzeit ist im Westend am 31. Dezember 2011 das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt beendet worden. 6,5 Millionen Euro Fördergelder haben der Bund, das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Ludwigshafen am Rhein zur Verfügung gestellt, um die Wohnsituation und das Wohnumfeld zu verbessern und neue Strukturen für Soziale Netzwerke zu schaffen.

Über 11.000 Bürgerinnen und Bürger aller Altersstufen haben sich an den angebotenen Aktionen beteiligt. Allein das Wohnungsunternehmen GAG hat mehr als 28 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Wohnungen im Westend investiert. Mit dem Haus des Jugendrechts, der Außenanlage am Carl-Bosch-Gymnasium und dem Schulhof der Erich Kästner-Schule oder dem Blockinnenbereich der Benckiserstraße wurden zentrale öffentliche Einrichtungen geschaffen oder unterstützt.

Die Wohnqualität konnte so gesteigert werden und das Quartier an Attraktivität gewinnen. So konnten auch Wohnungen als Eigentumswohnungen verkauft werden. Zudem war die Wohndauer der Menschen in ihren Wohnung in den vergangenen vier Jahren stabil oder stieg sogar an. Es hat sich beispielsweise die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner, die zehn Jahre und länger im Westend wohnen von 22,2 Prozent im Jahr 2007 auf 24,6 Prozent im Jahr 2010 erhöht.

Ausgangslage der Wohnsituation

Das Westend ist ein typisches älteres, innenstadtnahes Wohnquartier, das zwischen Hauptbahnhof und City gelegen ist. Städtebaulich stellt es ein relativ einheitliches Quartier dar. In dem 45 Hektar umfassenden Gebiet lebten Ende 2004 rund 5.300 Einwohner. In der Addition der städtebaulichen Mängel und sozialen Faktoren kam es im Gebiet zunehmend zu überforderten Nachbarschaften und daraus resultierenden Konflikten. Die hohe Fluktuation im Quartier führte zu einer Destabilisierung und zeigte zudem, dass das Westend zunehmend mit einem schlechten Image behaftet war.

Charakteristisch für das Westend sind die verklinkerten, fünfgeschossigen Häuser der GAG aus den dreißiger Jahren. Dieser Teil des Wohnquartiers ist von allen Seiten durch zum Teil vierspurige Straßen, Gleisanlagen und Hochstraßen umgeben und wirkt so trotz hervorragender Verkehrsanbindung und innenstadtnaher Lage isoliert.

Durch die mangelnde Qualität und Gestaltung der Verbindungswege (Fuß- und Radwege, Unterführungen) waren sehr unattraktive Bereiche in der Anbindung zu Nachbargebieten entstanden. Nicht zuletzt durch die Ausstattungsmängel der alten GAG-Wohnungen und der schlechten Qualität des Wohnumfeldes änderte sich die Bewohnerstruktur. Einkommensstärkere Familien verließen die Siedlung und wurden durch nachwandernde sozial schwächere Haushalte ersetzt. Der Wohnungsleerstand insbesondere in den GAG-Wohnungen lag mit zehn Prozent überdurchschnittlich hoch.

Zielvorgaben

Maßnahmen: Infrastruktur

  • Verbesserte Anbindung des Quartiers an die Innenstadt
  • Entwicklungsfläche Hauptbahnhof (Umsetzung nur langfristig möglich, aber unter Berücksichtigung auf die Entwicklung des Quartiers).

Maßnahmen: Soziales Leben

  • Stärkung der sozialen Infrastruktur, um das Gebiet für sozialstabile Neumieter interessant zu machen (insbesondere Stärkung und Öffnung der Schulen im Quartier durch Umbaumaßnahmen, Ausbau des bestehenden Angebotes zur Sprachförderung, verstärkte Jugendarbeit etc.)
  • Stärkere Förderung von Eigeninitiative im Quartier
  • Imageverbesserung des Quartiers
  • Beschäftigungsfördernde Maßnahmen sind nur begrenzt möglich, aber verstärkt bildungsfördernde und qualifizierende Projekte (insbesondere für Jugendliche und Migrantinnen und Migranten) anbieten durch Bündelung mit anderen Förderprogrammen

 

 

Ausgewählte Baumaßnahmen

Das "Haus"

Der 1250 Quadratmeter große Platz vor dem Kulturzentrum "Haus" an der Ecke Bahnhof-/Berliner Straße präsentiert sich nach Abschluss einer rund 200 000 Euro teuren Umbaumaßnahme in einem neuen Gesicht. Eine mit Betonplatten gepflasterte und zu einer Größe von 250 Quadratmeter erweiterte Fläche unmittelbar vor dem Haupteingang und dem Café ermöglicht eine großzügige Bestuhlung im Außenbereich. Von diesem oberen Terrain gelangen Besucherinnen und Besucher über eine dreistufige Treppe aus Granit auf den 1000 Quadratmeter großen asphaltierten Platz auf Straßenniveau. Hier laden im Schatten der großen alten Platanen drei jeweils zehn Meter lange Bänke aus Holz zum Verweilen ein. Empfangen werden die Gäste durch das lächelnde Gesicht des Harlekins, der im südwestlichen Bereich des Platzes aufgestellt wurde. Rund 165 000 Euro konnten über das Projekt "Soziale Stadt" finanziert werden.

Blockinnenbereich im Westend

Die Bagger rollten, Erde wurde verschoben und Kies aufgebracht - seit der Sanierung erstrahlt der Blockinnenbereich Benckiser-/Westend-, Bürgermeister-Kutterer- und Bahnhofstraße in neuem Glanz. Neu aufgestellte Garagen, Autostellplätze und eine Grünanlage mit Pflanz- und Rasenfläche, einem Rundweg sowie einem Kinderspielplatz und einer Sitzecke befinden sich nun auf dem 8000 Quadratmeter großen Areal. Möglich war dies durch einen Zuschuss des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt".

 

 

 

 

 

 

Integriertes Handlungskonzept

Um die Arbeit im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt" erfolgreich weiterzuführen, wurde im Zusammenwirken aller Akteure ein Integriertes Handlungskonzept entwickelt.

In diesem Konzept sind die Situation vor Ort beschrieben und die bisher im Quartier erreichten Ergebnisse dokumentiert. Weiterhin werden die noch vorgesehenen Projekte vorgestellt.

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