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Niedrigenergie- und Passivhäuser

Niedrigenergiehaus

Ein Niedrigenergiehaus ist bereits Stand der Technik. Für die Raumheizung braucht es 30 bis 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a), das einem Verbrauch von drei bis sieben Litern Heizöl entspricht. Die wichtigsten Merkmale eines Niedrigenergiehauses sind:

  • eine sehr gute Wärmedämmung von Außenwänden, Dachflächen und Fenstern
  • eine optimierte Heizungsanlage
  • passive Solarenergienutzung
  • energiesparende Warmwasserbereitung
  • kontrollierte Wohnungslüftung und gegebenenfalls Wärmerückgewinnung

Ein gutes Beispiel für ein gelungenes Niedrigenergiehaus im Bestand ist ein altes Meisterhaus in der BASF-Werkssiedlung "Alte Kolonie". Dank innovativer Technik ist es der LUWOGE, dem Wohnungsunternehmen der BASF, hier gelungen, dass ein über 100 Jahre altes Gebäude mit 85 Prozent weniger Primärenergie auskommt.

Passivhaus

Bei einem Passivhaus ist nur noch der geringe Restwärmebedarf von 15 kWh/m²a notwendig. Es kommt völlig ohne konventionelle Heizung aus.

Das Immobilienunternehmen GAG hat im Neubaugebiet Notwende/Melm die Passivhaustechnik in Mieteinfamlienhäusern in Holzständerbauweise umgesetzt. Ein weiteres Beispiel ist das "Büro-Passivhaus luteco" der GAG in der Technologiemeile am Donnersbergweg. Es ruht auf 39 Erdsonden aus Beton, die 95 Meter tief verankert sind und die Erdwärme zu den Wärmepumpen bringen. Der jährliche solare Gewinn der Photovoltaikanlage entspricht dabei dem Stromverbrauch der Wärmepumpen, ist demnach energieneutral. Mittels der zusätzlichen Polysyroldämmung und dreifach verglasten Fenstern braucht dieses Haus keine zusätzliche Energie mehr. Die GAG hat in der Hoheloogstraße in bestehenden Sechs-Familienhäusern aus den 60er-Jahren durch eine energetische Sanierung einen "Passivhausstandard" erreicht.

Des Weiteren hat die LUWOGE in der Eschenbachstraße 46 moderne Mietwohnungen im Reihenhausstil mit einem Heizwärmebedarf von umgerechnet nur einem Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr fertiggestellt. Durch die nach Süden ausgerichteten Fenster der Wohn- und Schlafräume gelangt viel Sonnenwärme in die Reihenhäuser. Dies trägt wesentlich zur Raumerwärmung bei. Um diese Wärme im Haus zu halten, sind alle Fenster dreifach verglast und zwischen den Scheiben mit Edelgas gefüllt. "Eingepackt" wird jedes Haus zusätzlich mit einer mindestens 30 Zentimeter dicken Schicht des BASF-Dämmstoffs Neopor. Ein spezielles Belüftungssystem mit Wärmerückgewinnung sorgt für Frischluft. Insgesamt lassen sich durch diese kontrollierte Lüftung 85 Prozent der Wärme rückgewinnen.

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