|
Gerade die Wärmedämmung älterer Gebäude ist ein essentielles Thema für den Klimaschutz. Denn fast alle Häuser, die älter als 15 Jahre sind, weisen "Wärmelöcher" in der Gebäudehülle auf. Dabei können große Energieverluste entstehen.
Durch eine geeignete Fassaden-, Dach- und Kellerdämmung sowie den Einbau von Wärmeschutzfenstern kann der Heizenergieverbrauch bis zu 70 Prozent reduziert werden. Dies macht sich sowohl im Geldbeutel wie auch in der Erdatmosphäre positiv bemerkbar: Je weniger Heizenergie benötigt wird, desto geringere Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid entstehen.
Wer gerne weitgehend umweltschonend Bauen und Sanieren möchte, hat die Möglichkeit natürliche Bau- und Dämmstoffe zu verwenden. Diese enthalten keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe, erzeugen ein gesundes Raumklima und fördern die Wohnqualität. Zudem schonen sie die endlichen Ressourcen Öl und Gas, aus denen vor allem viele konventionelle Dämmstoffe hergestellt werden. Beispiele für umweltverträgliche Baumaterialien im Rohbau sind Kalksandstein, Lehm, Ziegel, Porenbeton, Bims, Poroton und Klimaleichtblock. Für die Wärmedämmung gibt es zahlreiche Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Hanf, Flachs, Schafswolle, Kokosfaser, Kork und Holzweichfaserplatten sowie Cellulosedämmung. Bei der Cellulosedämmung wird Altpapier in die zu dämmenden Bereiche eingeblasen. Für den Innenausbau können Türen, Fenster und Böden aus Massivholz gefertigt werden. Zudem gibt es Bodenbeläge aus Kork, Keramik oder Natursteine. Für die Außenanlagen können beispielsweise Ökopflaster, Natursteine oder Holz verwendet werden.
Nachwachsende Rohstoffe sind weitgehend CO2-neutral, da die Pflanzen während ihres Wachstums Kohlendioxid aufnehmen und das gespeicherte CO2 erst wieder bei dem natürlichen Zerfall der Bau- und Dämmstoffe abgeben. Durch die Nutzung natürlicher Dämmstoffe wird daher der Klimawandel nicht weiter verstärkt. Zudem profitiert die Landwirtschaft von einem verstärkten Absatz nachwachsender Rohstoffe.
Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen werden außerdem vom Bundesverbraucherschutzministerium gefördert.
Ab dem Jahr 2008 soll der von der Deutschen Energie-Agentur entwickelte Energiepass für alle Gebäude verbindlich werden. Er soll ermöglichen, den Energiebedarf von Häusern bundesweit zu klassifizieren und zu vergleichen. Der Energiepass, auch Energiebedarfsausweis genannt, wurde auf Grundlage einer EU-Gebäuderichtlinie entwickelt. Wenn ein neuer Mieter einzieht oder ein Haus verkauft wird, muss der Eigentümer dann dieses Papier vorlegen. Für die Erarbeitung des Energiepasses sind die Fachleute für die Wärmebedarfsberechnungen zuständig.
|