Das Themengebiet Stadtplanung lässt sich grundsätzlich als systematische Einflussnahme des Gemeinwesens auf die räumliche Verteilung menschlicher Tätigkeiten definieren.
Der Begriff Einflussnahme erscheint sehr bescheiden, wenn man sich vor Augen hält, dass in der Stadtplanung vielfach von Festsetzungen, Bestimmungen und Entscheidungen gesprochen wird. Zwar sind solche stringenten Instrumente Werkzeuge der Stadtplanung, aber ihr Einsatz ist oft durch politische und wirtschaftliche Bindungen bestimmt. In der Regel wird Stadtplanung durch die Wechselwirkung zwischen Investoren privaten und öffentlichen Charakters - mit spezifischen Investitions-, Nutzungs- und Gestaltungsabsichten - und planerischen Zielvorstellungen der Gemeinde für ihr Gesamtgebiet beeinflusst.
Die Tätigkeiten, Aktivitäten, Bedürfnisse und Ansprüche des menschlichen Lebens erfordern entsprechende Möglichkeiten, die sich vereinfachen dargestellt in raumrelevante Daseinsgrundfunktionen unterscheiden lassen.
Zu unterscheiden sind: - Wohnen
- Arbeiten
- Versorgung
- Erholung
- Kommunikation
- Verkehr
Der innere Zusammenhang und die jeweils eigenen und gegenseitigen Ansprüche der einzelnen Daseinsgrundfunktionen prägen den gesamten Lebensraum des Einzelnen, der Gemeinschaft und der Gesellschaft.

Die Verteilung menschlicher Tätigkeiten im Raum hängt wesentlich mit der Vornahme baulicher Investitionen zusammen, die darauf ausgerichtet sind die verschiedenen Standorte für die jeweils beabsichtigten Tätigkeiten herzurichten und sie andererseits untereinander so zu verbinden, dass der Transport von Menschen und Gütern zwischen ihnen erleichtert wird. Bei der Verteilung menschlicher Tätigkeiten im Raum geht es in erster Linie um die Erfüllung klar definierbarer sachlicher Aufgaben, also die Bestimmung des jeweils erforderlichen Flächenaufwands, die zweckmäßige Zuordnung bestimmter Nutzungen zueinander, die sinnvolle Größenordnung von Teilbereichen gleicher Nutzungsart. Diese Einflussnahme auf das Nutzungsgefüge wird im Fachvokabular wie in der Gesetzessprache allgemein als "Ordnung" bezeichnet und hat die Ordnung des zweidimensionalen Flächenzusammenhangs zum Gegenstand. Aber jede bauliche Entwicklung hat auch dreidimensionale Auswirkungen und wird als Gestalt erlebbar. Mit der Umsetzung von Planung geht der Ordnungsvorgang somit in einen Gestaltungsvorgang über, der letztendlich das Erscheinungsbild der Stadt prägt und im Zusammenwirken mit dem Nutzungsgefüge als Stadtbild ins Bewusstsein gebracht wird.
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