22.05.2018

José F. A. Oliver liest aus wundgewähr.

In seinem neuen Buch mit dem programmatischen Titel "wundgewähr" verursacht José Oliver sanfte Erdbeben mit jedem Wort. Wie in einem Ruck lässt der "nomadische Heimatdichter" (Ilija Trojanow) alle Zeichen aus dem Sack, um sie wundgemäß neu zu setzen: wahrhaft, unverstellt, sachgemäß.

Spürt auf den poetischen Fährten, die sich in jedem Wort auftun, den kontinuierlichen Widersprüchlichkeiten im Leben nach. Schreiben mit "messer & gabel & schere & licht". Nach Belieben ist Oliver das Kind, das mit den Sprachen spielt. Er stibitzt sie, wie das Kind die ihm verwehrten Instrumente. Aber Oliver lässt die Sprachen nicht feiern, er gibt sich keinen Sprachspielen hin, er macht aus ihnen lauter Spielsprachen. Bald humorvoll, bald zornig, auch ironisch, mitunter bitter und oft ohnmächtig, zuweilen mit "m:acht" und immer mit Bedacht verleiht er den Wörtern "weltbiss", um "die welt mit sätzen zu verbessern" und in Gegenwart des Todes "die niederkunft der wundgewähr / aus welken & w:erden" zu verkünden.

Im Anschluss an die Lesung findet ein, von Eleonore Hefner moderiertes, Gespräch mit dem Autor statt.

José F. A. Oliver, 1961 in Hausach geboren, studierte Romanistik, Germanistik und Philosophie in Freiburg. Er ist Verfasser von Gedichten, Kurzprosa und Essays zu kulturpolitischen Themen. Nach Aufenthalten in der Schweiz, Ägypten, Peru, der Türkei und den USA war er 2002 Gastprofessor am MIT und übernahm 2007 die Poetikdozentur an der TU Dresden. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Thaddäus-Troll-Preis, dem Kulturpreis Baden-Württemberg, dem Joachim-Ringelnatz-Preis und dem Basler Lyrikpreis 2015.

Eintritt: 6 Euro Abendkasse

Ort: Kulturzentrum dasHaus

Datum: / 20:00 bis 22:30 Uhr