Am 19. Februar 2013 begrüßte Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse zusammen mit Klaus Dillinger, Geschäftsführer der W.E.G., den Ludwigshafener Mittelstand und Vertreter der Kultur- und Kreativwirtschaft im Ernst-Bloch-Zentrum.

Talkrunde Mittelstand trifft Kreativwirtschaft

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein neu abgegrenzter Wirtschaftssektor, der bislang wenig Beachtung in Deutschland fand. Und das, obwohl die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihrer Bruttowertschöpfung mit den großen Industriesektoren Automobil, Chemie, Maschinenbau oder  Informations- und Kommunikationstechnologie vergleichbar ist. Kreativität wird mehr und mehr eine wichtige Schlüsselkompetenz für die wirtschaftliche Entwicklung und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens.

Sich verständlich, begreifbar zu machen, sei heute "state of the art". So trage die Unternehmenskommunikation nicht nur zur Vermittlung von Inhalten bei, vielmehr auch zum Image und stimmigen Transport von Botschaften, stimmte Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse die Anwesenden in die Thematik ein. Individualität und Einzigartigkeit herauszuarbeiten, sei ein wichtiges Medium der heutigen Zeit. Einzigartigkeit von Produkten oder Qualität würden auch über Design transportiert.  Ausgelöst aus der Industrialisierung sei die Erschaffung des "Prototyps" in vielen Unternehmensbereichen wegweisend gewesen, um die verbindliche Form, Funktion und Arbeitsabläufe sicherzustellen. In Zeiten, in denen technischer Vorsprung allein nicht für Umsätze garantiere, in denen Nachfrage immer neu generiert werden müsse, stelle Design nicht einfach "Schönheit" her, sondern werde zur Frage der Wertschöpfung, also zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Eva Lohse sieht es daher als wichtige Zukunftsaufgabe an, Unternehmen der Kreativwirtschaft mit dem Mittelstand der Region zusammenzubringen. Klaus Dillinger führte in seinem Beitrag als Geschäftsführer der W.E.G. aus, wie die Wirtschaftsförderung für die Kreativwirtschaft tätig werden könne und wo die Ludwigshafener Schwerpunkte lägen.

Jürgen Vogel, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Pfalz, moderierte in einer Talkrunde mit Nicole Birlenbach vom Designforum Rheinland-Pfalz (descom), Bianca Poppke vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und Ralf Herrmann als Vertreter der neuen Inititative "Kreative Pfalz", über die Bedeutung der Kreativwirtschaft für den Mittelstand.

Gastredner des Abends war Stephan Koziol. Das Unternehmen Koziol mit Sitz in Erbach ist mit seinen Produkten aus Kunststoff für Haushalt und Büro Marktführer in Deutschland. Wenige Unternehmen verbinden die Kombination von Design, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit so erfolgreich. Das Unternehmen gehört auch zu den deutschen Designmarken, deren Produkte international eine Sonderstellung einnehmen. "Kunststoff hat den riesengroßen Vorteil, dass man seine Ideen besser als mit jedem anderen Material verwirklichen kann. Man hat eine unbegrenzte Formbarkeit, weil es von einem flüssigen in einen harten Zustand überführt wird", begründet Stephan Koziol Faszination und Erfolg des Materials. Kunststoff sei eine wunderbare Spielwiese, sagt der Designer, dessen Firma seit 1932 mit Kunststoff experimentiert.