Wo früher elektrische Spannung brummte, ist heute kreatives Schaffen beheimatet. Seit 2012 ist das alte Umspannwerk der Technischen Werke Ludwigshafen Produktionsstätte für bildende Kunst und beherbergt Ateliers in idyllischer Lage zwischen Blies und Mundenheimer Friedhof. Einst aus der Not geboren, hat sich die Einrichtung zu einem Erfolgsmodell für gelungenes Kulturmanagement entwickelt.

Als das ehemalige Straßenbahndepot in der Karl-Krämer-Straße seine Kunstateliers aufkündigte und 14 Ludwigshafener Künstler*innen neue Räumlichkeiten suchten, initierte der damalige Bereichsleiter Kultur, Dietrich Skibelski, den Umbau des stillgelegten Umspannwerks zu einem Atelierhaus für Ludwigshafener Künstler*innen. 

Die Umnutzung des seit 2005 leerstehenden Umspannwerks wurde aufwändig vorbereitet, um den Wünschen und Bedürfnissen der Künstler*innen gerecht zu werden. Innerhalb weniger Monate wurden unterschiedlich große Räume geschaffen und die benötigten Sanitäranlagen, Heizungen und eine Energieversorgung mit Solarstrom eingebaut. 
Bis heute finden sich Spuren der vormaligen Nutzung, die dem Haus und umgebenden Gartengrundstück einen besonderen Charme verleihen. Denn trotz der notwendigen Neuerungen blieben architektonische Merkmale erhalten, wie die große Fensterfront aus den 1960er-Jahren oder die Energieblitze auf dem Gittertor.

Im Sommer 2012 konnten die ersten Künstler*innen ihre Ateliers im neuen Künstlerhaus in der Raschigstraße 19a beziehen und so feiert das Atelierhaus 2022 sein 10-jähriges Jubiläum. Das Künstlerhaus bietet seitdem Künstler*innen in zehn Atelierräumen den Freiraum, ungestört zu arbeiten, sich untereinander auszutauschen und sich zu präsentieren. 

Aktuell haben diese Künstler*innen ihr Atelier im TWL Umspannwerk: Alex Bär, Helmut van der Buchholz, das Buero für angewandten Realismus, Hötsch Höhle, Maria Kropfitsch, Armin Liebscher, Sonja Scherer, Markus Stürmer, Ulrich Thul, Wolfgang Vogel und Rainer Zerback.

Eine gute Gelegenheit, das Atelierhaus mit allen Künstler*innen kennenzulernen, sind die alljährlich stattfindenden "Offenen Ateliers", bei denen die Künstler*innen ihre Arbeitsräume dem interessierten Publikum öffnen, ihre Werke ausstellen und verkaufen.