Hier finden Kulturschaffende einen Überblick über die aktuellen Förderprogramme des Bundes und des Landes. Die Übersicht erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es empfiehlt sich, regelmäßig die Seiten zu besuchen, um Veränderungen zu verfolgen (Stand 10. Juni 2021). Es muss angemerkt werden, dass hier lediglich ein alle betreffender Überblick geboten wird. Dies bedeutet, dass zwecks spartenspezifischer Informationen auf den Reader im Downloadbereich zu verweisen ist.

Bundesprogramme

NEUSTART Kultur

Am 3.2.2021 hat die Bundesregierung beschlossen, eine weitere Milliarde Euro für NEUSTART Kultur in 2021 zur Verfügung zu stellen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung zum Nachtragshaushalt 2021 am 21. April 2021 beschlossen, dass die Laufzeiten der einzelnen Förderlinien des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR bis Ende 2022 verlängert werden. Damit stehen die NEUSTART KULTUR Hilfsprogramme Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen auch bei weiteren Verschiebungen wirksam zur Verfügung. Jetzt werden rund 60 Teilprogramme mit der zweiten Kulturmilliarde fortgesetzt und erweitert. Fünfzehn Programme kommen neu hinzu. Der Schwerpunkt der Förderungen liegt auf Hilfen für Künstlerinnen und Künstler sowie Stipendienprogrammen. Der Programmschwerpunkt liegt mit bis zu 800 Millionen Euro im Bereich „Erhalt und Stärkung von Kulturproduktion und -vermittlung“ und somit auf der individuellen Förderung von Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen. Bis zu 250 Millionen Euro sind für „Stipendienprogramme“ vorgesehen und kommen somit unmittelbar einzelnen Künstlerinnen, Künstlern und Kulturakteuren zugute. Für den Programmbereich „Mehrbedarfe pandemiebedingter Investitionen“ stehen nun zusätzliche Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro für Umbaumaßnahmen zum erhöhten Gesundheitsschutz bereit. Die Antragsstellung und Mittelvergabe erfolgt wie im letzten Jahr über die Verbände, Dachorganisationen und die Kulturfonds, die derzeit ihre Konzepte ausarbeiten. Sobald diese bekannt sind, veröffentlichen wir sie hier.

Sonderfonds für Kulturveranstaltungen
Wirtschaftlichkeitshilfe:
Die Wirtschaftlichkeitshilfe fördert ab dem 1. Juli 2021 Kulturveranstaltungen, die unter Beachtung Corona-bedingter Hygienebestimmungen bis zu 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfangen können. Ab dem 1. August 2021 werden auch Veranstaltungen gefördert, die unter Beachtung Corona-bedingter Hygienebestimmungen bis zu 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfangen können. Mit der Wirtschaftlichkeitshilfe werden Verluste ausgeglichen. Bei pandemie-bedingter Verringerung der möglichen Anzahl der Gäste um mindestens 20 Prozent verdoppelt die Wirtschaftlichkeitshilfe die Einnahmen aus den ersten 1.000 verkauften Tickets. Wenn besonders strenge Infektionsschutzauflagen die mögliche Teilnehmerzahl um mehr als 75 Prozent reduzieren (z.B., wenn nur jeder fünfte Platz angeboten werden darf), verdreifacht die Wirtschaftlichkeitshilfe die Ticketeinnahmen aus den ersten 1.000 verkauften Tickets. Die Wirtschaftlichkeitshilfe ist bei 100.000 Euro pro Veranstaltung gedeckelt. 12 Ein Antrag auf Wirtschaftlichkeitshilfe kann nach der Veranstaltung über diese IT-Plattform gestellt werden. Vor der Veranstaltung muss diese jedoch bereits auf der Plattform registriert werden.

Ausfallsicherung:
Größere Veranstaltungen erfordern eine intensive Planung und Logistik, haben deshalb eine lange Vorlaufzeit und benötigen entsprechende Planungssicherheit. In Zeiten der Pandemie ist diese langfristige Planung sehr schwierig. Gleichzeitig ist bei großen Veranstaltungen das finanzielle Risiko einer Absage oder Verschiebung für Veranstalterinnen und Veranstalter erheblich. Deshalb bietet der Sonderfonds des Bundes eine Ausfallabsicherung für Veranstaltungen ab möglichen 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (unter CoronaBedingungen) an. Die Ausfallabsicherung soll eine Planung von größeren Veranstaltungen ermöglichen und übernimmt deshalb 80 Prozent der Ausfall- oder Verschiebungskosten, falls eine geplante Veranstaltung pandemiebedingt nicht oder erst später stattfinden kann. Die Ausfallabsicherung sichert Kulturveranstaltungen, die mehr als 2.000 Gäste empfangen können, ab dem 1. September 2021 gegen das Risiko einer Corona-bedingten Absage, Teilabsage oder Verschiebung ab. Ähnlich wie bei der Überbrückungshilfe gibt es eine feste Liste an förderfähigen Kosten. Dazu zählen zum Beispiel Betriebskosten, Kosten für Personal, Anmietung, Wareneinsätze, Künstlergagen, beauftragte Dienstleister etc. Die Antragstellung ist voraussichtlich ab Mitte Juni auf folgender Seite möglich:

https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/

November- und Dezemberhilfen 

Die November- und Dezemberhilfen gelten für:

  • direkt betroffene Unternehmen: Bühnen, Museen, Clubs
  • indirekt betroffene Unternehmen: Künstler*innen, Agenturen, Galerien
  • über Dritte betroffene Unternehmen: Künstler*innen, Tontechniker*innen, Bildende Künstler*innen

Weiter gilt:

  • bis zu einer Summe von 5.000 Euro können Soloselbständige den Antrag direkt stellen
  •  zu beantragen sind 75 Prozent des Umsatzes 
  • Wahlrecht zwischen Durchschnittsmonatsumsatz November 2019 und Jahresumsatz 2019
  • bei Soloselbständigen ist der Haupterwerb wichtig. Mindestens 51 Prozent der Summe der Einkünfte 2019 müssen aus der gewerblichen Tätigkeit stammen
  • die im Leistungszeitraum erzielten Umsätze bleiben unberücksichtigt, sofern sie 25 Prozent des Vergleichsumsatzes nicht übersteigen

Für Vereine gilt:

  • Grundsätzlich sind gemeinnützige Unternehmen für die November- und Dezemberhilfen des Bundes antragsberechtigt, sofern ihre wirtschaftliche Tätigkeit vom coronabedingten Lockdown im November und Dezember 2020 in einer der unter Punkt 1 der entsprechenden FAQ des Bundes genannten Weisen betroffen ist und sie die sonstigen Voraussetzungen erfüllen
  • Sofern in nicht wirtschaftlichen Vereinen ausschließlich (umsatzsteuerbefreite) Einnahmen im ideellen Bereich aus Aufgaben des Vereins eingenommen werden, die von der Satzung abgedeckt sind, ist der Verein nicht antragsberechtigt

Überbrückungshilfe III 

Die Überbrückungshilfe sieht die Übernahme von Fixkosten vor, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Auch hier wird es weitere Verbesserungen geben, beispielsweise bei der Ansetzbarkeit von Ausgaben für Instandhaltung, Modernisierungsmaßnahmen oder auch Kosten für Abschreibungen. Bezogen auf die Höhe sind anstelle von bislang maximal 50.000 Euro pro Monat künftig bis zu maximal 200.000 Euro pro Monat Betriebskostenerstattung möglich. 
Die Anträge auf Überbrückungshilfe werden in den jeweils zuständigen Ländern bearbeitet, in Rheinland-Pfalz durch die Investitions- und Strukturbank Rheinland Pfalz.

  • Antragsschluss Überbrückungshilfe III: 31. August 2021

Neustarthilfe für Soloselbständige als Teil der Überbrückungshilfe III

Soloselbstständige können für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 50 Prozent des Umsatzes vom entsprechenden Vorkrisenzeitraum 2019 als einmalige Betriebskostenpauschale bis zu einer Höhe von maximal 7.500 Euro erhalten. Voraussetzung ist, dass sie ihr Einkommen im Referenzzeitraum (im Normalfall das Jahr 2019) zu mindestens 51 Prozent aus selbständiger Tätigkeit erzielt haben. Bei einem Umsatz von 50 bis 70 Prozent ist ein Viertel der Neustarthilfe zurückzuzahlen. Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III können nicht zusammen beantragt werden.

Bei einem Elster-Zertifikat für Zusammenveranlagung kann es zu Problemen kommen. Nach Aussage des
Finanzamtes gilt es, hier ein neues Zertifikat zu beantragen (etwa 10 Tage). Dies nennt sich ein neues
„Steuernummernzertifikat“. Bei der Frage "für wen" ist hier unbedingt "für eine
Organisation" auszuwählen! Dann wechselt das System von der SteuerID-Nummer auf die Steuernummer. Somit
eröffnet sich ein neues Konto. Dies hat keine Nachteile für die zukünftige Veranlagung.

Weitere Informationen und Infografiken zu den Corona-Hilfengibt es auf der Seite des Bundesfinanzministeriums: 
www.bundesfinanzministerium.de 

Informationen speziell für Soloselbstständige und Freiberufler*innen gibt es auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums:
www.bmwi.de

Telefonische Auskunft gibt die Hotline des Bundes: 
Telefon: 030  120021034 

Antragstellung, FAQ auf der Unternehmensseite der Überbrückungshilfen:
www.ueberbrueckungshilfeunternehmen.de

Spartenübergreifend

1. Kulturstiftung des Bundes
dive in – Programm für digitale Interaktionen - Zweite Förderrunde Mit „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ will die Kulturstiftung des Bundes bundesweit Kulturinstitutionen darin unterstützen und motivieren, mit innovativen digitalen Dialog- und Austauschformaten auf die aktuelle pandemiebedingte Situation zu reagieren. Das Programm richtet sich an gegenwartsorientierte Kulturinstitutionen aller künstlerischen Sparten sowie an Gedenkstätten, Bibliotheken, Soziokulturelle Zentren, Archive mit Archivgut in künstlerischen Sparten und an Festivals. Gegenstand der Förderung ist die Entwicklung und Umsetzung von digitalen Projekten und Formaten, die Kulturinstitutionen neue Wege der Vermittlung und der Interaktion mit ihrem Publikum ermöglichen. Die digitalen Vorhaben (z.B. 3Games, Plattformen, Virtual Reality und Augmented Reality Anwendungen, Apps, interaktive Webseiten, Motion Capture, KI etc.) müssen Formen der Kunst- und Wissensvermittlung, der spielerischen Aneignung oder der Partizipation mit Besucherinnen und Besuchern erproben. Gefördert werden auch eigenständige digitale Projekte und Prototypen, die auf bereits bestehende Anwendungen der Kulturinstitutionen aufsetzen, diese mit neuen Features weiterentwickeln, mit neuen digitalen Anwendungen experimentieren und/oder analoge und digitale Vermittlungsformate miteinander verbinden. Die Fördersumme beträgt insgesamt bis zu 200.000 Euro; die Mindestantragshöhe beträgt  50.000 Euro.

Antragsschluss: 15. September 2021

https://www.kulturstiftung-desbundes.de/de/projekte/erbe_und_vermittlung/detail/dive_in_programm_fuer_digitale_interaktionen.htm

2. Beauftragte für Kultur und Medien 
Initiative KreativLandTransfer Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt die Kultur- und Kreativwirtschaft in ländlichen Räumen im Rahmen der Initiative KreativLandTransfer mit weiteren 400.000 Euro. Zielgruppe der zweiten Phase des Modellprojekts sind Unternehmen und Solo-Selbständige, die ein kultur- oder kreativwirtschaftliches Projekt im ländlichen Raum umsetzen möchten. Interessentinnen und Interessenten können sich ab sofort mit einem Konzept bewerben. Insgesamt werden 12 Projekte bei der Realisierung ihres Vorhabens organisatorisch und finanziell gefördert. Dabei geben die Initiatorinnen und Initiatoren bereits geförderter Projekte ihr Wissen weiter und unterstützen die Gewinner bei der Umsetzung. Die ausgewählten Tandemprojekte erhalten konkrete Unterstützung in Höhe von 13.000€. Neben der parallelen Begleitung durch die Beste-Praxis-Projekte werden jedem Tandemprojekt darüber hinaus eine Ideenwerkstatt, ein erster gemeinsamer Workshop mit dem Beste-Praxis-Projekt sowie zwei anlass- und bedarfsorientierte Coachingtage ermöglicht. Interessenten für die zweite Phase können sich ausschließlich digital bewerben.

Antragsschluss: war 23. Mai 2021

www.kreativlandtransfer.de

 

Landesprogramme

Im Fokus. 6 Punkte für die Kultur

Maßnahme 3 – Kulturvereine für eine vielfältige Kultur 
Gefördert werden gemeinnützige Vereine, die durch die Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten sind. Es werden Liquiditätsengpässe bei den laufenden Betriebskosten aufgefangen, maximal 12.000 Euro. 
Antragsschluss wurde bis 31. Dezember 2021 verlängert.

„Wir tun was“ – Ehrenamtsinitiative Rheinland-Pfalz
Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für bürgerschaftliche, selbstorganisierte 
Initiativen und Projekte der Corona Pandemie
Gefördert werden ehrenamtliche selbstorganisierte Projekte der Nachbarschaftshilfe. Die 
Projektförderung erfolgt in Form einer Erstattung von nicht gedeckten Auslagen für 
ehrenamtliche Aktionen oder Initiativen (Sachaufwendungen, organisatorische Aufwendungen 
etc.). Die Projektförderung erfolgt einmalig und als Anteilsfinanzierung in einer Höhe von bis zu 
90 % der voraussichtlichen Gesamtausgaben, maximal jedoch 500,00 Euro.

https://wir-tun-was.rlp.de/de/service/corona-pandemie/#c112593

Alle Informationen und Antragstellung erfolgt auf der Webseite Fokus Kultur des Landes Rheinland-Pfalz:

www.fokuskultur-rlp.de

Eine stets aktualisierte Übersicht über Corona-Förderprogramme erhalten Sie auf den Seiten der Kulturberatung:

https://kulturbuero-rlp.de/beratung/kulturberatung/

Kulturberatung für das südliche Rheinland-Pfalz:
Roderick Haas
Kulturnetz Pfalz e.V.
Telefon: 0176-23263483
Mail:  roderick.haas@kulturnetzpfalz.de

Neu: Kulturstiftung des Bundes - Kultursommer 2021

Antragberechtigt sind kreisfreie Städte und Landkreise. Gefördert werden neu entwickelte, vielfältige Kulturprogramme im öffentlichen Raum, die insbesondrere freie Künslter*innen unterstzützen und sich an eine breite Öffentlichkeite richten.

Fördermittel in Höhe von 100.000 bis 500.000 Euro, Eigenanteil 20%
Antragsschluss war der 22. April 2021.

www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/projekte/buehne_und_bewegung/detail/kultursommer_2021.html