Hier finden Kulturschaffende einen Überblick über die aktuellen Förderprogramme des Bundes und des Landes. Die Übersicht erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es empfiehlt sich, regelmäßig die Seiten zu besuchen, um Veränderungen zu verfolgen (Stand 16. September 2021). Es muss angemerkt werden, dass hier lediglich ein alle betreffender Überblick geboten wird. Dies bedeutet, dass zwecks spartenspezifischer Informationen auf den Reader im Downloadbereich zu verweisen ist.

Bundesprogramme

NEUSTART Kultur

Am 3. Februar 2021 hat die Bundesregierung beschlossen, eine weitere Milliarde Euro für NEUSTART Kultur in 2021 zur Verfügung zu stellen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung zum Nachtragshaushalt 2021 am 21. April 2021 beschlossen, dass die Laufzeiten der einzelnen Förderlinien des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR bis Ende 2022 verlängert werden. Damit stehen die NEUSTART KULTUR Hilfsprogramme Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen auch bei weiteren Verschiebungen wirksam zur Verfügung. Jetzt werden rund 60 Teilprogramme mit der zweiten Kulturmilliarde fortgesetzt und erweitert. Fünfzehn Programme kommen neu hinzu. Der Schwerpunkt der Förderungen liegt auf Hilfen für Künstlerinnen und Künstler sowie Stipendienprogrammen. Der Programmschwerpunkt liegt mit bis zu 800 Millionen Euro im Bereich "Erhalt und Stärkung von Kulturproduktion und -vermittlung“ und somit auf der individuellen Förderung von Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen. Bis zu 250 Millionen Euro sind für "Stipendienprogramme“ vorgesehen und kommen somit unmittelbar einzelnen Künstlerinnen, Künstlern und Kulturakteuren zugute. Für den Programmbereich "Mehrbedarfe pandemiebedingter Investitionen“ stehen nun zusätzliche Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro für Umbaumaßnahmen zum erhöhten Gesundheitsschutz bereit. Die Antragsstellung und Mittelvergabe erfolgt wie im letzten Jahr über die Verbände, Dachorganisationen und die Kulturfonds, die derzeit ihre Konzepte ausarbeiten. Sobald diese bekannt sind, veröffentlichen wir sie hier.

Sonderfonds für Kulturveranstaltungen

Die Wirtschaftlichkeitshilfe fördert ab dem 1. Juli 2021 Kulturveranstaltungen, die unter Beachtung Corona-bedingter Hygienebestimmungen bis zu 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfangen können. Ab dem 1. August 2021 werden auch Veranstaltungen gefördert, die unter Beachtung Corona-bedingter Hygienebestimmungen bis zu 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfangen können. Mit der Wirtschaftlichkeitshilfe werden Verluste ausgeglichen. Bei pandemie-bedingter Verringerung der möglichen Anzahl der Gäste um mindestens 20 Prozent verdoppelt die Wirtschaftlichkeitshilfe die Einnahmen aus den ersten 1.000 verkauften Tickets. Wenn besonders strenge Infektionsschutzauflagen die mögliche Teilnehmerzahl um mehr als 75 Prozent reduzieren (z.B., wenn nur jeder fünfte Platz angeboten werden darf), verdreifacht die Wirtschaftlichkeitshilfe die Ticketeinnahmen aus den ersten 1.000 verkauften Tickets. Die Wirtschaftlichkeitshilfe ist bei 100.000 Euro pro Veranstaltung gedeckelt. Ein Antrag auf Wirtschaftlichkeitshilfe kann nach der Veranstaltung über diese IT-Plattform gestellt werden. Vor der Veranstaltung muss diese jedoch bereits auf der Plattform registriert werden.

Ausfallsicherung:
Größere Veranstaltungen erfordern eine intensive Planung und Logistik, haben deshalb eine lange Vorlaufzeit und benötigen entsprechende Planungssicherheit. In Zeiten der Pandemie ist diese langfristige Planung sehr schwierig. Gleichzeitig ist bei großen Veranstaltungen das finanzielle Risiko einer Absage oder Verschiebung für Veranstalterinnen und Veranstalter erheblich. Deshalb bietet der Sonderfonds des Bundes eine Ausfallabsicherung für Veranstaltungen ab möglichen 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (unter CoronaBedingungen) an. Die Ausfallabsicherung soll eine Planung von größeren Veranstaltungen ermöglichen und übernimmt deshalb 80 Prozent der Ausfall- oder Verschiebungskosten, falls eine geplante Veranstaltung pandemiebedingt nicht oder erst später stattfinden kann. Die Ausfallabsicherung sichert Kulturveranstaltungen, die mehr als 2.000 Gäste empfangen können, ab dem 1. September 2021 gegen das Risiko einer Corona-bedingten Absage, Teilabsage oder Verschiebung ab. Ähnlich wie bei der Überbrückungshilfe gibt es eine feste Liste an förderfähigen Kosten. Dazu zählen zum Beispiel Betriebskosten, Kosten für Personal, Anmietung, Wareneinsätze, Künstlergagen, beauftragte Dienstleister etc. Die Antragstellung ist voraussichtlich ab Mitte Juni auf folgender Seite möglich:

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen

November- und Dezemberhilfen 

Die November- und Dezemberhilfen gelten für:

  • direkt betroffene Unternehmen: Bühnen, Museen, Clubs
  • indirekt betroffene Unternehmen: Künstler*innen, Agenturen, Galerien
  • über Dritte betroffene Unternehmen: Künstler*innen, Tontechniker*innen, Bildende Künstler*innen

Weiter gilt:

  • bis zu einer Summe von 5.000 Euro können Soloselbständige den Antrag direkt stellen
  •  zu beantragen sind 75 Prozent des Umsatzes 
  • Wahlrecht zwischen Durchschnittsmonatsumsatz November 2019 und Jahresumsatz 2019
  • bei Soloselbständigen ist der Haupterwerb wichtig. Mindestens 51 Prozent der Summe der Einkünfte 2019 müssen aus der gewerblichen Tätigkeit stammen
  • die im Leistungszeitraum erzielten Umsätze bleiben unberücksichtigt, sofern sie 25 Prozent des Vergleichsumsatzes nicht übersteigen

Für Vereine gilt:

  • Grundsätzlich sind gemeinnützige Unternehmen für die November- und Dezemberhilfen des Bundes antragsberechtigt, sofern ihre wirtschaftliche Tätigkeit vom coronabedingten Lockdown im November und Dezember 2020 in einer der unter Punkt 1 der entsprechenden FAQ des Bundes genannten Weisen betroffen ist und sie die sonstigen Voraussetzungen erfüllen
  • Sofern in nicht wirtschaftlichen Vereinen ausschließlich (umsatzsteuerbefreite) Einnahmen im ideellen Bereich aus Aufgaben des Vereins eingenommen werden, die von der Satzung abgedeckt sind, ist der Verein nicht antragsberechtigt

Überbrückungshilfe III und Überbrückungshilfe III plus

Die Überbrückungshilfe sieht die Übernahme von Fixkosten vor, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Auch hier wird es weitere Verbesserungen geben, beispielsweise bei der Ansetzbarkeit von Ausgaben für Instandhaltung, Modernisierungsmaßnahmen oder auch Kosten für Abschreibungen. Bezogen auf die Höhe sind anstelle von bislang maximal 50.000 Euro pro Monat künftig bis zu maximal 200.000 Euro pro Monat Betriebskostenerstattung möglich. 
Die Anträge auf Überbrückungshilfe werden in den jeweils zuständigen Ländern bearbeitet, in Rheinland-Pfalz durch die Investitions- und Strukturbank Rheinland Pfalz.

  • Antragsschluss Überbrückungshilfe III sowie Überbrückungshilfe plus: bis 31. Oktober 2021 verlängert!
  • Überbrückungshilfe III Erst- und Änderungsanträge hier zu stellen bis: 31. Oktober 2021

Die Bedingungen der Überbrückungshilfe III plus entsprechen jenen der Überbrückungshilfe III.

"Neustarthilfe für Soloselbständige" – als Teil der Überbrückungshilfe III

Soloselbstständige können für den Zeitraum Januar bis Juni 2021 50 Prozent des Umsatzes des entsprechenden Vorkrisenzeitraums 2019 als einmalige Betriebskostenpauschale bis in einer Höhe von max. 7.500 Euro (1.250 Euro monatlich) erhalten. Am 15. Juni 2021 wurde beschlossen, die Neustarthilfe Juli bis Ende September 2021 zu verlängern und für diesen Zeitraum den Betrag auf 1.500 Euro pro Monat zu erhöhen; also insgesamt max. 12.000 Euro für diese neun Monate. Voraussetzung ist, dass Sie Ihr Einkommen im Referenzzeitraum (im Normalfall das Jahr 2019) zu mindestens 51 Prozent aus selbstständiger Tätigkeit erzielt haben. Beispiel: Bei einem Umsatz von 20.000 Euro (Durchschnittsumsatz in der Künstlersozialkasse) werden also 5.000 Euro Neustarthilfe gezahlt (50 Prozent des Referenzumsatzes für sechs Monate 2019 = 10.000 Euro). Die volle Betriebskostenpauschale erhält, wessen Umsatz im Zeitraum Januar 2021 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem sechsmonatigen Referenzumsatz 2019 um 60 Prozent oder mehr zurückgegangen ist. Auch sog. unständig Beschäftigte können die Neustarthilfe beantragen; dies betrifft meist Schauspieler*innen. So werden kurz befristete Beschäftigungsverhältnisse von bis zu 14 zusammenhängenden Wochen Einkünfte aus unständiger Beschäftigung den Umsätzen aus Soloselbständigkeit gleichgestellt. Die Betriebskostenpauschale wird zu Beginn der Laufzeit als Vorschuss ausgezahlt, auch wenn die konkreten Umsatzeinbußen während der Laufzeit Januar 2021 bis Juni 2021 noch nicht feststehen. Sollte der Umsatz während der sechsmonatigen Laufzeit bei über 40 Prozent des sechsmonatigen Referenzumsatzes liegen, sind die Vorschusszahlungen anteilig zurückzuzahlen. Die Neustarthilfe ist aufgrund ihrer Zweckbindung nicht auf Leistungen der Grundsicherung u.ä.  anzurechnen. Betroffene, die ihre selbstständige Tätigkeit nach dem 1. Oktober 2019 begonnen haben und daher keine Jahresumsätze für 2019 vorweisen können, können als Referenzmonatsumsatz entweder den durchschnittlichen Monatsumsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020 oder den durchschnittlichen Monatsumsatz des dritten Quartals 2020 (1. Juli bis 30. September 2020) wählen. 
Beantragung Elster Zertifikat bei Zusammenveranlagten Personen: Bei einem Elster-Zertifikat für Zusammenveranlagung kann es zu Problemen kommen. Nach Aussage des Finanzamtes gilt es, hier ein neues Zertifikat zu beantragen (etwa zehn Tage). Dies nennt sich ein neues "Steuernummernzertifikat“. Bei der Frage "für wen" ist hier unbedingt auszuwählen "für eine Organisation"! Dann wechselt das System von der SteuerID-Nummer auf die Steuernummer. Somit eröffnet sich ein neues Konto. Dies hat (soll) keine Nachteile auf die zukünftige Veranlagung haben. Bitte das zuständige Finanzamt kontaktieren und/oder die Elster Hotline: 0261 20 179 279.
Antragstellung bis 31. Oktober 2021 verlängert! Die Antragsstellung für den Zeitraum Juli bis September ist seit 15. Juli hier zu beantragen:

Zum Direktantrag

Weitere Informationen zu Neustarthilfe Plus finden Sie hier: 

Neustarthilfe plus für Unternehmen

Weitere Informationen und Infografiken zu den Corona-Hilfengibt es auf der Seite des Bundesfinanzministeriums.

Informationen speziell für Soloselbstständige und Freiberufler*innen gibt es auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Telefonische Auskunft gibt die Hotline des Bundes: 
Telefon: 030 120021034 

Antragstellung, FAQ auf der Unternehmensseite der Überbrückungshilfen.

Kulturstiftung des Bundes

Dive in – Programm für digitale Interaktionen - zweite Förderrunde. Mit dive in will die Kulturstiftung des Bundes bundesweit Kulturinstitutionen darin unterstützen und motivieren, mit innovativen digitalen Dialog- und Austauschformaten auf die aktuelle pandemiebedingte Situation zu reagieren. Das Programm richtet sich an gegenwartsorientierte Kulturinstitutionen aller künstlerischen Sparten sowie an Gedenkstätten, Bibliotheken, Soziokulturelle Zentren, Archive mit Archivgut in künstlerischen Sparten und an Festivals. Gegenstand der Förderung ist die Entwicklung und Umsetzung von digitalen Projekten und Formaten, die Kulturinstitutionen neue Wege der Vermittlung und der Interaktion mit ihrem Publikum ermöglichen. Die digitalen Vorhaben (z.B. 3Games, Plattformen, Virtual Reality und Augmented Reality Anwendungen, Apps, interaktive Webseiten, Motion Capture, KI etc.) müssen Formen der Kunst- und Wissensvermittlung, der spielerischen Aneignung oder der Partizipation mit Besucherinnen und Besuchern erproben. Gefördert werden auch eigenständige digitale Projekte und Prototypen, die auf bereits bestehende Anwendungen der Kulturinstitutionen aufsetzen, diese mit neuen Features weiterentwickeln, mit neuen digitalen Anwendungen experimentieren und/oder analoge und digitale Vermittlungsformate miteinander verbinden. Die Fördersumme beträgt insgesamt bis zu 200.000 Euro; die Mindestantragshöhe beträgt  50.000 Euro.

Antragsschluss: 15. September 2021

Kulturstiftung des Bundes

Landesprogramme

Im Fokus. 6 Punkte für die Kultur

Maßnahme drei – Kulturvereine für eine vielfältige Kultur 

Gefördert werden gemeinnützige Vereine, die durch die Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten sind. Es werden Liquiditätsengpässe bei den laufenden Betriebskosten aufgefangen, maximal 12.000 Euro. 
Antragsschluss wurde bis 31. Dezember 2021 verlängert.

"Wir tun was" – Ehrenamtsinitiative Rheinland-Pfalz Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für bürgerschaftliche, selbstorganisierte 
Initiativen und Projekte der Corona Pandemie Gefördert werden ehrenamtliche selbstorganisierte Projekte der Nachbarschaftshilfe. Die Projektförderung erfolgt in Form einer Erstattung von nicht gedeckten Auslagen für 
ehrenamtliche Aktionen oder Initiativen (Sachaufwendungen, organisatorische Aufwendungen etc.). Die Projektförderung erfolgt einmalig und als Anteilsfinanzierung in einer Höhe von bis zu 90 Prozent der voraussichtlichen Gesamtausgaben, maximal jedoch 500 Euro.

Zur Nachbarschaftshilfe und Bürgerengagement.

Alle Informationen und Formulare zur Antragsstellung sind auf der Website Fokus Kultur des Landes Rheinland-Pfalz zu finden.

Eine stets aktualisierte Übersicht über Corona-Förderprogramme erhalten Sie auf den Seiten der Kulturberatung.

Kulturberatung für das südliche Rheinland-Pfalz:
Roderick Haas
Kulturnetz Pfalz e.V.
Telefon: 0176 2326 3483
Mail:  roderick.haas@kulturnetzpfalz.de

BASF-Hilfsfonds für Vereine in der Region Rhein-Neckar

BASF SE unterstützt gemeinnützige Institutionen in Höhe von 150.000 Euro mit der Aktion "Helping Hands Hilfsfonds Ehrenamt". Das Hilfsfonds zielt auf Vereine in der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) aus allen Bereichen: Sport, Soziales, Bildung und Kultur. Durch Corona in eine wirtschaftliche Notlage geratene Vereine können Hilfen beantragen.

Für weitere Informationen zu Voraussetzungen, Antragstellung und Laufzeit dieser Förderung wird auf die BASF-Seite verwiesen.

Solopart

Solopart ist ein Projekt für Kulturschaffende, Soloselbstständige und Kleinstunternehmer*innen, die in Rheinland-Pfalz ansässig sind. es werden kostenlose und professionelle Einzelcoachings geboten, die sich an den individuellen Bedürfnissen derjenigen orientieren, die dieses Angebot beanspruchen. Konkret könnten jeweils folgende Punkte angesprochen werden:

  • Mein Profil - Wo möchte ich hin, was brauche ich dafür? 
  • Mein geschäftliches und finanzielles Handeln - Büroorganisation, Vorsorgestrategien, Werbung...
  • Mein Ausblick: Welche konkreten Schritte möchte ich umsetzen? Gibt es dafür Fördermöglichkeiten, Fort-/Weiterbildungen? 

Für weitere Informationen steht Ihnen Frau Herold unter Tel:  6131 140 86 21 beziehungsweise E-Mail: a.herold@arbeit-und-leben.de zur Verfügung.