Angesichts der großen Herausforderungen und der aktuell vorliegenden Informationen müssen beide Hochstraßen zusammengedacht und zusammen geplant werden.

Dies bedeutet für das Ludwigshafener Hochstraßen System insgesamt: Wenn nach jetzigem Planungsstand aufgrund von einzukalkulierenden Verzögerungen in den aufwändigen Genehmigungsverfahren voraussichtlich Ende 2023 die Phase der intensiven Verkehrsbehinderungen durch den Abriss der Hochstraße Nord eintritt, muss die Hochstraße Süd saniert sein. Um alle vorgeschriebenen Planungsschritte bis hin zu einer zeitnahen Ausführungsplanung abzuarbeiten, bleiben der Stadtverwaltung von heute an lediglich rund zwei Jahre. Gemessen an der Schwierigkeit des Vorhabens sowie aller zu beachtenden Regelungen stellt dies eine enorme Herausforderung dar.
Können tatsächlich alle Planungsschritte eng miteinander vertaktet werden und treten keine weiteren Unwägbarkeiten ein, könnte mit der Sanierung der "Pilzhochstraße" im Sommer 2020 begonnen werden. 

Für die Bauarbeiten selbst veranschlagen die Fachingenieure ebenfalls etwa zwei Jahre. Parallel hierzu beginnen ab Anfang 2021 die vorbereitenden Arbeiten zum Abriss der Hochstraße Nord. Es muss mit Hochdruck an der Sanierung der Hochstraße Süd gearbeitet und parallel dazu den Abriss der Hochstraße Nord so vorbereitet werden, dass Bauarbeiten aufeinander abgestimmt und nacheinander erfolgen können. Außerdem müssen Risiken abgewägt und dort, wo es uns möglich ist, diese minimiert werden. Wichtig ist es eine einen zeitlichen Puffer haben. Es gibt immer wieder von der Verwaltung nicht verantwortende Sachzwänge wie die konstruktiven Besonderheiten der Brücken, komplexe und unterschiedliche Genehmigungsverfahren oder andere externe Faktoren, die nicht beeinflusst werden können, aber mit denen wir umgegangen werden muss.

Erreichbarkeit der Innenstadt und Pendlerverkehr haben Vorrang

Aus diesem Grund wird ein übergreifendes und koordiniertes Planungsszenario erarbeitet, das die verschiedenen Vorhaben zusammendenkt und das aufzeigt, welche Schritte berücksichtigt wurden und werden und welche Maßnahmen nun anstehen. Leitgedanken der Planung sind die Sicherheit der Bauwerke sowie die Sicherung der verkehrlichen Leistungsfähigkeit der Straßen und damit der städtischen Infrastruktur im Ballungsraum. Dabei hat die Erreichbarkeit der Innenstadt sowie ein funktionierender Pendlerverkehr für die Stadtverwaltung Vorrang.

Konkret bedeutet dies auch: Die Stadtverwaltung lässt derzeit eine baldige Sperrung der Hochstraße Nord für den Lkw-Verkehr prüfen. Dies geschieht aus Gründen der Verkehrssicherheit und der Risikominimierung. Denn im Hinblick auf die Erhaltung der Bausubstanz erweist sich die derzeitige Umleitung des Lkw-Verkehrs von der Hochstraße Süd auf die Hochstraße Nord als ungünstig. Die Hochstraße Nord wird damit einer noch höheren Belastung als bisher ausgesetzt. Damit wächst das Risiko von spontanen Sperrungen von Teilabschnitten für den Lkw-Verkehr oder gar für den Gesamtverkehr. Um hier verantwortungsvoll agieren zu können und den Verkehr in der Metropolregion nicht zu gefährden, muss die Abnutzung der Hochstraße Nord deutlich  verlangsamt werden.

Die Alterung eines Bauwerks kann aber nur verzögert werden, indem die maßgeblichen Belastungen reduziert werden. So belastet ein 44 Tonnen schwerer Lkw die Brücken genauso wie 230.000 Autos der Größe eines Fahrzeugs der Größe eines VW Sharan. Da nicht alle Lkw voll beladen sind, ergibt sich das Verhältnis im Durchschnitt zu 1:80.000. Aus diesen Gründen lässt die Verwaltung die Auswirkungen eines Lkw-Fahrverbots auf der Hochstraße Nord prüfen. Gleichzeitig muss ein Konzept für Ausweichstrecken erarbeitet werden und die Anlieferung des innerstädtischen Handels sichergestellt werden. Mitte des Jahres sollen die Untersuchungen abgeschlossen sein.

Um keine Zeit zu verlieren und um flexibel auf kommende Herausforderungen reagieren zu können, will die Stadtverwaltung parallel zum formalen Planfeststellungsverfahren City West, für das der Landesbetrieb Mobilität (LBM) verantwortlich ist, die so genannte Ausführungsplanung für den Abriss der Hochstraße Nord und den Bau der Stadtstraße durchführen. Konkret ist damit beispielsweise die Vorbereitung der Ausschreibung von Bauleistungen gemeint.

Aufgrund der laufenden Abstimmungsgespräche mit dem LBM im Rahmen der Vorprüfung für den Abriss der Hochstraße Nord geht die Stadtverwaltung derzeit davon aus, dass in einem nächsten Schritt die Offenlage im Rahmen der Planfeststellung Mitte 2018 erfolgen kann. Vor diesem Hintergrund rechnet die Stadtverwaltung nach Abschluss des Verfahrens damit, dass mit den vorbereitenden Arbeiten zum Abriss der Hochstraße Nord Anfang 2021  begonnen werden könnte. Voraussichtlich Ende 2023 würde dann die Phase mit spürbaren Verkehrsbeeinträchtigungen beginnen. Diese wäre nach jetziger Berechnung 2028 abgeschlossen. Bis zum Jahr 2030 sollen dann alle weiteren Arbeiten beendet sein.