Die so genannte "Pilzhochstraße" wurde 1959 gebaut.

Sie ist Teil der 2,4 Kilometer langen Hochstraße  Süd, die aus mehreren Brückenbauwerken besteht: der Brücke am Bruchwiesenknoten, der Pylonbrücke, der "Weißen" Hochstraße, der "Pilzhochstraße", der Rheinvorlandbrücke und der Konrad-Adenauer-Brücke. "Weiße" Hochstraße, Pylonbrücke und Brücke am Bruchwiesenknoten wurden 1968 gebaut. Turnusgemäß wurden an der "Pilzhochstraße" zwischen 1985 und 1988 der Beton sowie die Übergangskonstruktion saniert. Gleiches geschah zwischen 1998 und 2003 für die so genannte "Weiße" Hochstraße. 2003 wurde die Rheinvorlandbrücke neu gebaut. Die Pylonbrücke erhielt von 2004 bis 2008 einen umfassenden Korrosionsschutz.

Im Zuge der turnusmäßigen und ingenieurfachlichen Bestandsaufnahme der "Pilzhochstraße" 2011 wurde der Austausch der Lager und der Entwässerungseinrichtung als vorrangige Maßnahmen definiert. Die Sanierung des Überbaus könnte erst im Nachgang erfolgen. Zur Bestätigung dieser Annahme wurden im Jahre 2012 Baustoffuntersuchungen an der Fahrbahnplatte durchgeführt. Bei diesen Untersuchungen wurden keine größeren Probleme festgestellt. Zwischen 2013 und 2015 erfolgte wiederum die Sanierung der Übergangskonstruktion an der Pylonbrücke.

Auf der Konrad-Adenauer-Brücke wurden 2015 die Gleisanlagen erneuert. In den Jahren 2015 bis 2016 wurden die Lager der "Pilzhochstraße" ausgetauscht. Außerdem wurden von 2015 bis 2017 an der Brücke am Bruchwiesenknoten die Fahrbahndeckschicht erneuert und der Beton sowie die  Übergangskonstruktion instandgesetzt.

Für die "Pilzhochstraße" wurde von Oktober 2015 bis April 2016 das VOF-Verfahren zur Ausschreibung und Vergabe von Ingenieurleistungen durchgeführt. Beim sechsten Bürgerforum City West sowie in den stadträtlichen Gremien informierte die Verwaltung Anfang 2016 in Zusammenhang mit dem Abriss der Hochstraße Nord über erforderliche Sanierungsarbeiten an der Hochstraße Süd.

Im Mai 2016 beauftragte die Verwaltung ein Fachingenieurbüro mit den Voruntersuchungen an der "Pilzhochstraße". Erste Baustoffuntersuchungen wurden im Sommer 2016 vorgenommen. Im Oktober 2016 erläuterten die Fachingenieure die Befunde beim Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Mainz. Richtig deutlich wurde das Schadensausmaß im Dezember 2016 bei speziellen Baustoffuntersuchungen für Fugenbereiche; auch die massiven Schädigungen durch Chloride wurden sehr deutlich. Dabei handelt es sich um Schadensbilder, die viele Brücken im deutschen Straßennetz aufweisen, deren Beseitigung aber beherrschbar ist und in dem geplanten Zeitrahmen hätte erledigt werden können.

Unerwartete Probleme zeigten sich, als im Rahmen der Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen statische Berechnungen vorgenommen werden mussten. Dafür kamen komplexe Berechnungsmodelle zum Einsatz, die zum Zeitpunkt des Baus der "Pilzhochstraße" noch nicht zur Verfügung standen. Die Ergebnisse zeigten erhebliche Defizite an der statischen Konstruktion, das heißt in Teilbereichen ist zu wenig Bewehrung vorhanden, um die erforderlichen Lasten dauerhaft aufnehmen zu können. Die rechnerischen Ergebnisse werden durch Feststellungen am Bauwerk bestätigt (Rissbildung an den rechnerisch als kritisch identifizierten Stellen). Die statischen Defizite sind seit der Herstellung des Bauwerks vorhanden, treten aber jetzt erst als Folge der langjährigen Belastung durch den Verkehr und vor allem durch den Lkw-Verkehr zu Tage.

Im August 2017 lagen die Ergebnisse der Nachberechnung vor mit der Folge, dass umgehend mit den Planungen für ein Lkw-Fahrverbot und ersten Planungen für eine notwendige Ertüchtigung begonnen wurde. Im Herbst 2017 trat das Lkw-Fahrverbot in Kraft. In Abstimmungsgesprächen mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) wurde die Ertüchtigungslösung "Galeriebauwerke" als Stütze unter der Pilzhochstraße als einzige technische Lösungsmöglichkeit zur Sicherung der Brücke aufgrund ihrer statischen Defizite identifiziert. Im März 2018 beschloss der Bau- und Grundstücksausschuss vorbereitende Baugrunduntersuchungen.

Am 16. April 2018 beschäftigte sich der Stadtrat erstmals mit einer integrierten Planung und zeitlichen Vertaktung der Bauarbeiten an Hochstraße Nord und Hochstraße Süd und erörtert die technischen Ausführungen.