Das Schadensbild an dem 500 Meter langen und "Pilzhochstraße" genannten Teil der Hochstraße Süd entspricht dem zahlreicher Bauwerke im deutschen Straßennetz: Undichtigkeiten an der Fahrbahnplatte und an den Bauwerksfugen und dort eindringendes Wasser hat zu Beton- und Korrosionsschäden geführt.

Die Behebung dieser Schäden ist mit bekannten Verfahren möglich. Wesentliche Ursachen für die Schäden sind die stark angewachsenen Belastungen durch den Lkw-Verkehr in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sowie Schädigungen durch Chloride. Chloride sind Tausalze, die im Winter aufgebracht werden müssen, damit der Verkehr nicht durch Glätte behindert wird. Erschwert wird die notwendige Sanierung dadurch, dass die Hochstraße Süd mit dem Abschnitt "Pilzhochstraße" in ihrer Konstruktion deutschlandweit einmalig ist. Dies stellt eine besondere Herausforderung sowohl für Bauwerksuntersuchungen, für die Sanierung selbst  als auch für die Kostenplanung dar. 

Unerwartete Probleme zeigten sich bei der Planung der Sanierungsmaßnahmen, als im Rahmen der Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen statische Berechnungen vorgenommen werden mussten. Dafür kamen komplexe Berechnungsmodelle zum Einsatz, die zum Zeitpunkt des Baus der Hochstraße Süd noch nicht zur Verfügung standen. Die Ergebnisse zeigten erhebliche Defizite an der statischen Konstruktion, d.h. in Teilbereichen ist zu wenig Bewehrung vorhanden, um die erforderlichen Lasten dauerhaft aufnehmen zu können. Die rechnerischen Ergebnisse werden durch Schäden am Bauwerk bestätigt (Rissbildung an den rechnerisch als kritisch identifizierten Stellen). Die statischen Defizite sind seit der Herstellung des Bauwerks vorhanden, treten aber jetzt erst als Folge der langjährigen dynamischen Belastung und deutlich gestiegener Verkehrsbelastungen zu Tage. Die Schädigung der Fugenbereiche verschärft die Situation.

Nach umfangreichen Untersuchungen und unter Einbeziehung externer Spezialisten sowie Experten des Landesbetriebs Mobilität (LBM) schlagen Ingenieure und Fachverwaltung vor, die "Pilzhochstraße" durch ein Galeriebauwerk von unten so abzustützen, dass ihre Standsicherheit gewährleistet bleibt. Es entsteht sozusagen eine "Brücke unter der Brücke". Durch die Sicherung der Brücke mit diesen Bauwerken verteilen sich die Lasten auf das neue Konstrukt. Dadurch werden Nutzungsdauer und Gebrauchstauglichkeit der Brücke erheblich verbessert. Planungs- und Bauzeit werden jedoch als große Herausforderung angesehen, da sie unter Zeitdruck und in Abstimmung mit den Planungen zum Abriss der Hochstraße Nord erfolgen müssen. Bereits jetzt geht die Stadtverwaltung davon aus, dass es mehrfach zu kurzfristigen Sperrungen der Hochstraße Süd an Wochenenden während den Sanierungsarbeiten kommen wird. Außerdem ist das Galeriebauwerk aufgrund der vorhandenen Brückenkonstruktion und des dicht bebauten Umfeldes eine Sonderlösung, deren Kosten noch verlässlich ermittelt werden müssen. Ziel der Sanierung ist aus Sicht der Stadt Ludwigshafen: die für die Menschen und die Wirtschaft wichtige überregionale Verkehrsverbindungen zwischen der Pfalz und Nordbaden sowie die Erreichbarkeit der Ludwigshafener Innenstadt nachhaltig zu sichern.

Seriös beziffern lassen sich die zu erwartenden Kosten noch nicht. Zum einen müsse nun die Sonderlösung eines Galeriebauwerks für die einzigartige Brückenkonstruktion "Pilzhochstraße" durchgerechnet werden, zum anderen fließen noch unbekannte Faktoren wie die Beschaffenheit des Baugrunds, die Folgen der engen innerstädtischen Bebauung für die Abwicklung der Sanierungsarbeiten sowie noch offene Fragen der Verkehrsführung in eine verlässliche Kalkulation ein.