Informationen über zukünftige Sanierungsgebiete

Vorläufiges Untersuchungsgebiet Rheingönheim

Inwieweit der Rheingönheimer Ortskern anhand eines förmlich festzulegenden Sanierungsgebietes aufgewertet, lebenswerter Wohnraum geschaffen und somit eine Wiederbelebung der Stadtteilmitte erreicht werden kann, erläuterten Vertreterinnen und Vertreter der Abteilung Stadterneuerung den Mitgliedern des Ortsbeirates am Mittwoch, 29. Juni 2022.

Sofern der Stadtrat am 18. Juli 2022 und das zuständige Ministerium des Landes zustimmen, könnte noch in diesem Jahr mit der externen Vergabe der Vorbereitenden Untersuchungen (VU) begonnen werden. Der Zeitplan sieht vor, dass das Ergebnis mit der genauen Abgrenzung des Sanierungsgebiets und Sanierungszielen frühestens Anfang 2024 dem Ortsbeirat vorgestellt und die entsprechende Satzung danach im Stadtrat beschlossen werden könnte. Zuvor wird es eine umfangreiche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger geben.

Vorläufige Abgrenzung des Untersuchungsgebiets

Aufgrund bestimmter Kriterien hat die Abteilung Stadterneuerung ein künftiges mögliches Sanierungsgebiet vorläufig als Untersuchungsgebiet für die Vorbereitenden Untersuchungen abgegrenzt. Es ist 53 Hektar groß. Das Gebiet südlich der Friedenstraße und östlich Hilgundstraße bis südlich B 44 und südlich Erbachstraße und nördlich des Bahnwegs, im Osten begrenzt durch die Almelstraße und Lambrechter Straße und im Westen durch die Eisenbahnstraße/Riedlangstraße wird für das neue Sanierungsgebiet vorgesehen.

Kriterien: Die ältesten Häuser mit hohem Modernisierungsbedarf liegen beidseits der Hauptstraße.

  • Im Untersuchungsgebiet liegt der Anteil der vor 1950 errichteten Gebäude mit 69 Prozent weit über dem des restlichen Stadtteils (35 Prozent) und der Gesamtstadt (37 Prozent).
  • Der Anteil älterer und ungenutzter Gebäude sowie schlecht ausgestatteter und/oder leerstehender Wohnungen ist höher als im Stadtteil und in der Gesamtstadt. Es besteht teilweise hoher Modernisierungsbedarf.
  • Die Grundstücke haben teilweise einen sehr hohen Versiegelungsgrad.

Vorbereitende Untersuchungen für vorläufiges Stadterneuerungsgebiet Mitte/Innenstadt

In den kommenden Jahren sollen die City und die angrenzenden Quartiere moderner werden und sich für neue und zeitgemäße Formen des Lebens, Wohnens, Arbeitens und Einkaufens in der Stadt öffnen. Die Stadtverwaltung kann dabei spezielle Förderprogramme nutzen.

Es handelt sich um die Landesinitiative "Stärkung der Investitionsfähigkeit der Oberzentren“ und um das Bund-Länder-Programm "Wachstum und nachhaltige Entwicklung“. In seiner Sitzung am 14. Dezember 2020 beschloss der Stadtrat zur Vorbereitung des vorläufigen Stadterneuerungsgebietes Mitte/Innenstadt aus diesen Stadtumbaumitteln, drei externe Büros mit der Vorbereitenden Untersuchung (VU), dem Erstellen eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) und eines Rahmenplanes zu beauftragen.

Nach der Präsentation in den Ortsbeiratssitzungen Nördliche und Südliche Innenstadt am 31. August und im Bau- und Grundstücksausschuss am 5. September stimmte auch der Stadtrat am 19. September 2022 dem Entwurf des ISEK mehrheitlich zu.

Bis Ende des 2022 wird es mehrere Präsenz- und Online-Angebote auf ludwigshafen-diskutiert.de geben, in denen sich Bürgerinnen und Bürger über die vorgeschlagenen Stadtentwicklungsziele informieren und mit den Expertinnen und Experten diskutieren können. Auch die politischen Gremien werden in diesem Zeitraum über die in einer Karte dargestellten und gelisteten Maßnahmen und über die genaue Abgrenzung des Sanierungsgebietes debattieren. Mit einem Beschluss des Stadtrates am 12. Dezember 2022 könnte dann die notwendige Satzung zur förmlichen Festlegung von Sanierungsgebieten ab Januar 2023 in die Wege geleitet werden.

Lage des Untersuchungsgebietes

Das vorläufige Stadterneuerungsgebiet Mitte/Innenstadt ist 126 Hektar groß und umfasst den gesamten Stadtteil Mitte. Hinzu kommen das Areal entlang des Rheins bis zum Hemshofkreisel sowie Flächen zwischen der Bürgermeister-Grünzweig-Straße, Welser- und Blücherstraße, der Jakob-Binder-Straße, ein Teil der Prinzregentenstraße sowie der Carl-Wurster-Platz. Die genaue räumliche Abgrenzung wird nach dem Abschluss der Vorbereitenden Untersuchungen vorgenommen.

Reicherthaus kann saniert und Kinder- und Jugendbibliothek erweitert werden

Bereits während der Sanierung der Stadtbibliothek wurden innerhalb der Verwaltung aber auch mit dem Fördermittelgeber beim Land die Überlegungen zur Sanierung des Reicherthauses und der Erweiterung der Kinder- und Jugendbibliothek vorangetrieben. Die neue Kinder- und Jugendbibliothek und die Sanierung des Gebäudes sind das Leuchtturmprojekt, mit dem die anderen Maßnahmen zur Aufwertung der Innenstadt, die im ISEK erarbeitet werden, unterstützt werden. Dabei wird das denkmalgeschützte Gebäude bezüglich Heizung und Lüftung auf den neuesten technischen Stand gebracht und die einfach verglasten Fenster, insbesondere die Kunstverglasung im Erd- und Obergeschoß des Foyers erneuert beziehungsweise saniert. Die Kinder- und Jugendbibliothek wird um den alten Kinosaal erweitert. Durch den Einbau eines Aufzugs wird das Gebäude barrierefrei erschlossen. Zudem wird der Heinz-Beck-Hof neu gestaltet und erfährt dadurch unter anderem auch für den Kunstverein eine neue Aufenthaltsqualität

Die Zeit zwischen den ersten Überlegungen zum Reicherthaus und dem Antrag auf Förderung wurde gut genutzt: In mehreren Workshops wurden zusammen mit den Nutzerinnen und Nutzern der Kinder- und Jugendbibliothek ein modernes Konzept erarbeitet, das von dem international renommierten Innenarchitekten Aat Vos betreut und umgesetzt wird. Durch die neu aufgestellte Kinderbibliothek und das ansprechend umgestaltete Gebäude wird, zusammen mit der Stadtbibliothek, ein attraktiver Anlaufpunkt für viele Menschen aus der Innenstadt geschaffen.